Diesen Fantasy-Film von "Herr der Ringe"-Macher Peter Jackson kennen viele gar nicht – jetzt erscheint er erstmals in 4K

Ein Mädchen wird ermordet und hängt in einer Zwischenwelt fest, während ihre Familie um sie trauert: Zwischen seinen Mittelerde-Trilogien widmete sich Peter Jackson diesem kummervollen Stoff mit Fantasy-Note – nun kommt er in 4K heraus.

Trotz namhafter Besetzung und Star-Regisseur gerät der tragische Fantasyfilm „In meinem Himmel“ oft in Vergessenheit. Vielleicht liegt das ironischerweise gerade daran, dass er von Peter Jackson inszeniert wurde. Denn als Werk abseits Jacksons ambitionierten Popcorn-Spektakeln über Mittelerde, seiner bombastischen „King Kong“-Neuverfilmung und seinen derb-grotesken Horror-Kulttiteln fällt die melancholische Romanverfilmung schnell aus dem Fokus.

Doch vielleicht findet das übernatürliche Drama über Trauerverarbeitung nun ein paar neue Fans. Denn am 13. November 2026 erscheint „In meinem Himmel“ erstmals als 4K-Blu-ray.

Die Edition soll eine komplett neue 4K-Restauration des Films präsentieren und umfasst obendrein eine Blu-ray-Kopie von „In meinem Himmel“. Als Extras sind eine Einführung von Peter Jackson sowie ein vierteiliges Making-of angekündigt. Das Set ist auch bei Amazon* gelistet, war dort zum Veröffentlichungszeitpunkt dieses Artikels allerdings nicht vorrätig. Dafür findet ihr beim Konzerngiganten die von Alice Sebold verfasste Romanvorlage*.

Darum geht es in "In meinem Himmel"

Das Leben der 14-jährigen Susie Salmon (Saoirse Ronan) verläuft weitestgehend konfliktfrei. Nur manchmal gibt es im Elternhaus kleinere Streitereien, weil Mama Abigail (Rachel Weisz) und Papa Jack (Mark Wahlberg) unter finanziellen Problemen leiden. Doch diese Sorgen verpuffen, als sich andeutet, dass ihr erster Schwarm (Reece Ritchie) Susies Gefühle erwidert.

Eines Nachmittags begegnet sie auf dem Heimweg allerdings ihrem Nachbarn George Harvey (Stanley Tucci). Der lockt das Mädchen in einen unterirdischen Bunker und tötet es dort. Susie verharrt daraufhin in einem Zwischenreich, während ihre Eltern trauern...

Ryan Gosling futterte sich an Peter Jacksons Vision vorbei

Anstelle von „Ted“-Star Mark Wahlberg war ursprünglich Ryan Gosling in der Rolle des trauernden Vaters vorgesehen. Wie der „Drive“-Mime später enthüllen sollte, stürzte er sich in ungewöhnliche Vorbereitungen für den Part: Gosling war überzeugt, dass seine Figur 210 Pfund wiegen sollte, und nahm daher literweise Häagen-Dazs-Eis zu sich, um in Form zu kommen. Das passte Peter Jackson jedoch nicht, der eine andere Vision hatte – mehr dazu haben wir euch im folgenden Artikel verraten:

"Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson hat "Barbie"-Star Ryan Gosling gefeuert – und zwar aus einem ziemlich dummen Grund!

Und nicht nur früh im Produktionsprozess musste der „Herr der Ringe“-Regisseur eine Kurskorrektur vornehmen, sondern auch gegen Ende. So wollte er eine brutale Szene der Fantasie des Publikums überlassen – bloß um bei einer Testvorführung festzustellen, dass viele Leute von dieser inszenatorischen Zurückhaltung enttäuscht waren und mehr Leid und Gewalt forderten. Also gab es einen kurzen Nachdreh, um eine neue, härtere Szene einzubauen (mehr dazu).

Am Ende lief die Geschichte der toten Susie, die aus einer Zwischenwelt heraus damit hadert, ob sie Vergeltung für ihren Tod oder einen harmonischen, emotionalen Abschluss für ihre Familie sucht, dennoch unter den finanziellen Erwartungen: Bei einem Budget von 65 Millionen Dollar sprangen an den Kinokassen weltweit weniger als 94 Millionen Dollar raus. Nach Abzug der Werbekosten und dem Anteil an den Einnahmen, den die Lichtspielhäuser behalten, war „In meinem Himmel“ für das Studio während seiner Erstauswertung also ein Verlustgeschäft.

Immerhin winkte aber „Der Teufel trägt Prada 2“-Szenendieb Stanley Tucci eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller. Bei den BAFTAs wurde Tucci ebenfalls nominiert, darüber hinaus erhielt Saoirse Ronan dort eine Nominierung als beste Hauptdarstellerin. Wir dürfen gespannt sein, ob sie für ihren nächsten Film ähnliche Anerkennung erhält. Einen Vorgeschmack auf das aktuell im Kino laufende Projekt gibt es im folgenden Artikel:

Lehrerin sperrt Albtraum-Schüler in den Keller: Deutscher Trailer zum fies aussehenden "Bad Apples" mit Saoirse Ronan

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.
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