Neu auf Disney+: Der vielleicht beste Film mit "Star Wars"-Star Oscar Isaac
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In „Inside Llewyn Davis“, der jetzt neu bei Disney+ ist, zeigt Oscar Isaac eine seiner besten Performances überhaupt – denn Joel und Ethan Coen wussten ihn in ihrem Meisterwerk schlicht hervorragend einzusetzen.

Von Pascal Reis

Neben Quentin Tarantino („Pulp Fiction“) zählen Joel und Ethan Coen wohl zu den kultigsten Regisseuren des amerikanischen Kinos. Mit Geniestreichen wie „Blood Simple“, „Fargo“, „The Big Lebowski“ und „No Country For Old Men“ hat das Gespann mehrfach Filmgeschichte geschrieben. „Inside Llewyn Davis“, der jetzt im Abo von Disney+ zur Verfügung steht, darf sich ebenfalls zu den Meisterwerken im Schaffen des Duos zählen lassen.

Darum geht’s in "Inside Llewyn Davis"

New York im Jahre 1961: Bevor die Folk-Bewegung in Gestalt von Bob Dylan ihren neuen Messias findet, versucht sich der Sänger Llewyn Davis (Oscar Isaac) daran, in Manhattans brodelnder Musikszene Fuß zu fassen. Der Tod seines Band-Kollegen bildet den Startschuss für eine lange Odyssee, die den passionierten Songschreiber von einer Gäste-Couch zur nächsten führt, denn eine eigene Wohnung kann er sich schon lange nicht mehr leisten.

Dabei läuft ihm immer wieder seine ehemalige Freundin Jean (Carrey Mulligan) über den Weg. Die jähzornige Sängerin ist nach einer ungeplanten Schwangerschaft nicht gerade gut auf Llewyn zu sprechen, obwohl noch nicht ganz klar ist, ob sie das Kind nicht doch von ihrem Ehemann Jim (Justin Timberlake) hat. Gelenkt von dem Ziel, die Manager-Ikone Bud Grossman (F. Murray Abraham) zu treffen, spielt sich Llewyn quer durch die Cafés und Kneipen, stets in der Hoffnung, den Durchbruch zu schaffen...

Eine grandios gespielte Charakterstudie

In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik gab es für „Inside Llewyn Davis“ famose 4,5 von 5 Sternen. Im Fazit schreibt Autor Carsten Baumgardt: „Mit der superben Charakterstudie ‚Inside Llewyn Davis‘ fügen die Coen-Brüder Ethan und Joel ihrer facettenreichen Filmographie eine weitere bemerkenswerte neue Note hinzu. Die in der Folkszene der frühen 60er angesiedelte Tragikomödie glänzt mit stilsicherer Regie, viel Zeitkolorit und einem mitreißenden Hauptdarsteller.“

Oscar Isaac, der im „Star Wars“-Franchise als Pilot Poe Dameron schon durch die Galaxie gerauscht ist, bringt in „Inside Llewyn Davis“ seine womöglich beste schauspielerische Leistung. Das liegt vor allem daran, dass Isaac es beherrscht, eine verschmitzte Komik an den Tag zu legen, die gleichzeitig die verletzte Frustration seines Charakters niemals übertüncht. Dieser Llewyn Davis ist greifbar, authentisch, bewegend.

Joel und Ethan Coen beweisen mit „Inside Llewyn Davis“ auch ein weiteres Mal, dass sie eine schier unerschöpfliche Liebe für ihre Protagonist*innen mitbringen. Wäre das ikonische Regie-Duo auch nur ansatzweise dem Zynismus zugewandt, hätte der hier nachgezeichnete Weg von Llewyn Davis schnell in unangenehm-abschätzige Dimensionen ausschlagen können. Die Coens machen sich aber nicht lustig über ihren Hauptakteur, sondern schlagen sich voller Herzblut auf seine Seite.

Daraus resultiert eine ungemein aufrichtige Auseinandersetzung mit den Höhen und Tiefen des Künstlerdaseins. Llewyn Davis gehört zu den Menschen, die gerne mit dem Gedanken spielen, alles hinzuschmeißen, aber ihr Leben letztlich doch voll und ganz der Kunst verschreiben – und dafür immer wieder auf dem Boden schlafen, um Geld betteln oder auch harte Schläge kassieren. Aber das ist es wert, wenn man tut, was man liebt.

Nachfolgend könnt ihr euch den Trailer in der englischsprachigen Originalversion anschauen:

Dies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits zuvor auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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Pascal Reis
Pascal Reis
-Redakteur
Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.
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