"Kein Film, sondern ein Erlebnis": Dieser Thriller mit Anne Hathaway ging zwischen "Die Odyssee" & "Der Teufel trägt Prada 2" unter – neu im Heimkino
von Sidney Schering
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Anne Hathaway als düsterer Popstar im privaten wie kreativen Krisenmodus: „Mother Mary“ ist ein Geister-Thriller-Melodram über verlorene Verbindungen, Aussöhnung und Aufopferung. Jetzt gibt es den Film neu auf DVD und Blu-ray.

Für Oscar-Gewinnerin Anne Hathaway ist 2026 ein gewaltiges Filmjahr: Sie ist im Milliarden-Dollar-Hit „Die Odyssee“ zu sehen, knallt in „The End Of Oak Street“ Dinosaurier ab und setzte mit „Der Teufel trägt Prada 2“ einen Kultklassiker der 2000er fort. Darüber hinaus könnt ihr die Emmy-Preisträgerin aktuell im Thriller „Verity – Dunkle Geheimnisse“ auf der großen Leinwand erleben. Ein Titel ging wiederum völlig unter:

Im Frühling 2026 startete mit „Mother Mary“ ein ungewöhnlicher Genremix in den Kinos, in dem Hathaway als eine Krise durchlaufender Popstar zu sehen ist. Konzertszenen, metaphorischen Geister-Grusel, Melodram und Thriller vermengend, hinterließ der neuste Film von „The Green Knight“-Regisseur David Lowery kaum Eindruck an den Kinokassen. Vielleicht findet er im Heimkino ja ein größeres Publikum: Seit dieser Woche ist „Mother Mary“ auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Bemerkenswert: „Mother Mary“ stemmt sich gegen den Trend zum kurzen Bonusmaterial und punktet stattdessen mit einem rund 100-minütigen (!) Making-of. Dieses Extra ist allerdings bloß auf der Blu-ray enthalten. Und wer auf physische Datenträger verzichten will: „Mother Mary“ ist auf diversen Plattformen als VOD verfügbar, unter anderem bei Amazon Prime Video*.

Darum geht es in "Mother Mary"

Musik-Megastar Mother Mary (Anne Hathaway) steht für düsteren, dennoch tanzbaren Pop, exzentrische Outfits und pompöse Bühnenshows. Ihre Trennung von ihrer Freundin und Modedesignerin Sam Anselm (Michaela Coel) versetzte ihrem Schaffen allerdings einen Dämpfer, dann kam es gar zu einem verstörenden Unfall während eines Konzerts. Nun steht aber der nächste große Auftritt bevor.

Der soll mit einem Paukenschlag sowohl die Rückkehr zu alter Form als auch eine neue Epoche in Mother Marys Karriere einleiten. Zu diesem Zweck taucht sie vor Sams Tür auf und bittet sie um ein visionäres, dem Anlass angemessenes Kleid. Eine lange, angespannte Diskussion beginnt, in deren Zuge die zerstrittenen Kreativpartnerinnen über den idealen Look, ihren Bruch miteinander und gespenstische Vorfälle debattieren...

Dunkler Pop, gespenstische Inspiration und die Geister der Vergangenheit

In weiteren, kleinen Rollen sind „Euphoria“-Star Hunter Schafer, Sian Clifford („Fleabag“), „Downton Abbey“-Mimin Jessica Brown Findlay, Kaia Gerber („Bottoms“) sowie FKA Twigs zu sehen. Der Popstar wirkte obendrein am Soundtrack des Films mit, ebenso wie Jack Antonoff und Charli xcx, die 2024 mit „Brat“ noch die Albumcharts stürmte.

Die Songeinlagen sind das glasklare Highlight des Films: Hathaway gibt den mysteriösen, theatralischen Popstar glaubhaft mit Grandezza, die Songs sind als atmosphärische Hits mit Mainstream-Beat und kunstvoller Aura überzeugend, Lowerys Regie ist in diesen Passagen hypnotisch. Darüber, wie gut Regisseur/Autor Lowery den privaten Clinch zwischen Mother Mary und Sam Anselm, ihre künstlerischen Verstrickungen und das Geister-Element unter einen Hut bringt, lässt sich indes streiten.

Für mich etwa verlor „Mother Mary“ in einer ausführlichen, metaphorisch aufgeladenen Gespenster-Schauer-Rückblende jegliches Esprit. Auch FILMSTARTS-Autor Michael Bendix war von dieser Passage enttäuscht und hält in seiner insgesamt positiven Kritik fest: „Was bis dahin kryptisch war, schlägt ins übermäßig Offensichtliche um. Wirklich böse sein will man diesem unbefriedigenden, ausfransenden, zugleich albernen und überernsten Film allerdings nicht – schließlich gibt es in der Kinogeschichte keinen zweiten wie ihn.“

Wenn ihr nach „Mother Mary“ Anne Hathaway in einer für sie typischeren Rolle sehen möchtet, ist der folgende Film gewiss wie für euch gemacht:

690 (!) Millionen Dollar: Mit dieser Kult-Fortsetzung landete ein "Die Odyssee"-Star 2026 einen zweiten Megahit – jetzt neu im Heimkino

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.
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