Mit „Halloween – Die Nacht des Grauens“ hat John Carpenter einen der einflussreichsten Horrorfilme aller Zeiten abgeliefert. Nicht nur war der Streifen aus dem Jahre 1978 die Geburtsstunde von Meuchelmörder Michael Myers. Carpenters minimalistisch-beunruhigender Inszenierungsstil, der denkwürdige Score und das Thema um das aus dem Herzen der Vorstadt verdrängte Grauen, das daraufhin umso stärker zurückschlägt, erklären „Halloween“ noch heute zu einem ikonischen Angstmacher.
Kein Wunder, dass sich viele Filmemacher nach wie vor an „Halloween“ orientieren. So auch David Robert Mitchell („Under The Silver Lake“) mit seinem starken Horrorfilm „It Follows“. Ihr habt diesen bislang noch nicht gesehen? Dann könnt ihr ihn ab sofort im Flatrate-programm von HBO Max streamen.
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Darum geht's in "It Follows"
Jay (Maika Monroe) hat Sex mit Hugh (Jake Weary). Doch hätte die 19-Jährige vorher gewusst, was der Beischlaf für Konsequenzen mit sich bringen würde, hätte sie es sich nicht mit dem jungen Mann auf dem Rücksitz seines Wagens gemütlich gemacht. Als sie, noch benommen vom Chloroform und an einen Stuhl gefesselt, wieder zu sich kommt, erklärt Hugh, warum er mit Jay geschlafen hat: Angeblich wird er von einem Geist verfolgt, den er loszuwerden versucht – ein Ziel, das er mit Sex umsetzen wollte.
Jay glaubt Hugh zunächst nicht, sieht den Geist aber bald mit eigenen Augen. In unterschiedlichen Erscheinungen heftet dieser sich an ihre Fersen: als nackte Frau, großer Mann, kleines Kind. Um den Geist wieder abzuschütteln, muss Jay offenbar mit einer anderen Person schlafen. Aber gibt es noch andere Möglichkeiten, der Heimsuchung zu entkommen? Verzweifelt bittet sie ihre Schwester Kelly (Lili Sepe) sowie ihre Freunde Yara (Olivia Lucardi) und Paul (Keir Gilchrist) um Hilfe.
Auf den Spuren von "Halloween"
Nicht nur ist „It Follows“ wie „Halloween“ in einer verschlafenen Kleinstadt angesiedelt. David Robert Mitchell bedient sich auch gekonnt an den inszenatorischen Mitteln John Carpenters. Anstatt auf Jump Scares oder grelle Effekte zu setzen, arbeitet Mitchell gezielt mit Weitwinkelaufnahmen und heimtückischen Tiefenschärfen, die den Grusel ganz langsam, aber dafür umso effektiver an die Oberfläche tragen. „It Follows“ ist nicht darauf aus, sein Publikum mit schnellen Schocks zu versorgen.
Mitchell hingegen erschafft eine stimmige Drohkulisse (bei der auch der Carpenter-Gedächtnis-Synthie-Score eine große Rolle spielt), die ihre Kraft nicht aus dem vordergründigen Knall zieht. Dabei ist auch das Thema wichtig: Mitchell begibt sich bis zur Essenz des Slasher-Kinos vor und legt einen Subtext frei, der mit zunehmender Laufzeit fast schon spielerisch die Konventionen des Horrorkinos betrachtet, wenn sich eine Art materialisierte Geschlechtskrankheit auf die Jagd nach Jay begibt. Die prüde Sexualmoral, die sich auch in „Halloween“ erkennen lässt, wird hier also nicht nur bedient, sondern auch hochgradig atmosphärisch reflektiert.
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Streaming-Überraschung! Seit Jahren warten wir auf diesen Sci-Fi-Horror-Schocker – jetzt ist er still und heimlich bei Disney+ erschienenDies ist eine aktualisierte Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.
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