Jahr für Jahr dürfen sich Fans des Genres über Filme freuen, die Kriege und Konflikte auf ganz unterschiedliche Art und Weise darstellen. Während 2026 „Lucky Strike“ (u.a. mit Scott Eastwood und Colin Hanks) beispielsweise das Weltkriegsgeschehen an der Front zeigt, brannte sich der mit Brendan Fraser und Andrew Scott stark besetzte „Pressure“ kürzlich eher als „Wetterbericht-Prequel zu ‚Der Soldat James Ryan‘“ ins Gedächtnis. Doch wenn es um DEN (Anti-)Kriegsfilm des Jahres geht, dürfte es wohl nur eine richtige Antwort geben: „Dead To Rights - Das Massaker von Nanjing“.
Das Epos aus China spielte nicht nur über 380 Millionen Dollar ein und ist damit der mit Abstand erfolgreichste Genre-Vertreter 2026, sondern wird vielerorts gar in einer Liga mit „Schindlers Liste“ eingeordnet. Gut, so ganz kommt das deutlich actionreichere Kriegsdrama von Regisseur Ao Shen („My Dear Liar“) nicht an Steven Spielbergs preisgekröntes Meisterwerk heran, doch auch „Dead To Rights“ erntet große Begeisterung. Das zeigen unter anderem durchschnittlich 3,9 von 5 Sternen bei Letterboxd sowie 100 Prozent (Kritik) bzw. 97 Prozent (Publikum) positive Wertungen bei Rotten Tomatoes.
All das sind wahrlich beeindruckende Zahlen. Doch was steckt hinter ihnen? Genau davon könnt ihr euch in wenigen Tagen endlich selbst überzeugen. „Dead To Rights“ feiert am kommenden Freitag (23. Oktober) seine digitale Deutschlandpremiere und kann dann als VOD gestreamt werden. Die Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray* folgt am 6. November …
… wobei der Autor dieses Artikels bedauert, dass es den Film wohl nicht in 4K geben wird. Eine vertane Chance, ist „Dead To Rights“ doch nicht nur auf emotionaler Ebene ein absolutes Brett, sondern auch ein visuelles Spektakel. Das sich zwar auf den Magen schlägt, aber auch absolut lohnt.
"Dead To Rights" macht keine Gefangenen
„Dead To Rights“ basiert auf einer wahren Geschichte und erzählt vom Leben des Postboten A-Chang (Liu Haoran), der nach dem Einmarsch der Japanischen Armee nichts unversucht lässt, um zu überleben – und sich schließlich als Fotolabortechniker ausgibt. Denn als solcher erfüllt er für die Propaganda-Maschinerie der Invasoren einen entscheidenden Zweck:
Der Militärfotograf Ito Hideo (Daichi Harashima) verschont den jungen Mann, um seine Aufnahmen von ihm entwickeln zu lassen. Während A-Chang dabei immer wieder mit den schrecklichen Gräueltaten konfrontiert wird, die seine Landsmänner tagtäglich erleiden müssen, wird ihm allerdings schon bald klar, dass ihn das in eine mächtige Position bringt…
Ao Shen punktet zunächst mit schierer Bildgewalt – und sorgt erstmals für Gänsehaut, sobald die japanischen Flieger den Himmel Chinas verdunkeln. Wenn dann auch noch ein mit Menschen besetzter Transporter in die Luft fliegt, droht der Regisseur zwar kurzzeitig, das Geschehen an der Front allzu sehr als Spektakel zu inszenieren, kriegt glücklicherweise aber doch noch die Kurve… und präsentiert letztlich vor allem einen Film, der als Mahnmal im Gedächtnis bleibt.
Während die visuellen Schauwerte definitiv eine Auswertung in 4K verdient gehabt hätten, funktioniert das Drama aber natürlich auch so – und hier macht „Dead To Rights“ wirklich keine Gefangenen. Von der Hochglanz-Inszenierung sollte man sich also keineswegs täuschen lassen, denn Ao Shen hat glücklicherweise keinerlei Interesse daran, das verheerende Massaker zu beschönigen – und versetzt seinem Publikum gleich eine ganze Reihe von Schockmomenten, an denen nicht nur zarte Gemüter auch noch lange nach dem Abspann zu kauen haben dürften…
Um ein weiteres Kriegsfilm-Highlight im Heimkino geht es im nachfolgenden Artikel.
Dieses Kriegsfilm-Epos ist in Deutschland nahezu unbekannt – jetzt erscheint es erstmals auf Blu-ray*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.