Dieses Kriegsfilm-Epos ist in Deutschland nahezu unbekannt – jetzt erscheint es erstmals auf Blu-ray
von Sidney Schering
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Er inszenierte die monumentalste Militärszene der Kinogeschichte – und danach widmete er sich erneut den Schrecken des Kriegs: Sergey Bondarchuks „Sie kämpften für die Heimat“ ist jetzt auch in Deutschland auf Blu-ray erhältlich!

Zwar ist Regisseur Sergey Bondarchuk hierzulande selbst vielen eingefleischten Filmfans kein Begriff, trotzdem gebührt ihm gesteigerte Aufmerksamkeit. Immerhin inszenierte er mit „Krieg und Frieden“ einen Monumentalfilm der Superlative: Allein für eine Kriegssequenz in dieser Literaturverfilmung kamen 23 Tonnen Schwarzpulver, 40.000 Liter Kerosin und 12.000 Statisten zum Einsatz!

Nach dieser Mammutproduktion ließ ihn diese Themenwelt nicht los: Bondarchuk drehte noch mehrere Historienfilme mit militaristischem Schwerpunkt ebenso wie geradlinige Kriegsfilme. Darunter befindet sich auch ein in Deutschland nahezu unbekanntes Epos, das nun darum buhlt, Jahrzehnte später sein Publikum zu finden. Denn diese Woche hat „Sie kämpften für die Heimat“ seine deutsche Blu-ray-Premiere gefeiert.

Als Bonusmaterial gibt es zwei Featurettes mit jeweils zirka zwölf Minuten Laufzeit und einen Audiokommentar von Filmhistoriker Dr. Rolf Giesen zu entdecken, sowie ein digitales, 24-seitiges Booklet mit Begleitinformationen zum Film.

Darum geht es in "Sie kämpften für die Heimat"

Juli 1942: Teile der Roten Armee müssen sich zurückziehen, da die Wehrmacht der Deutschen bedrohlich nahe kommt. In der Donsteppe angelangt, suchen die Soldaten Rast und Nahrung, stoßen aber auch auf Kritik aus dem Volk, weil sie die Deutschen zu weit haben vorrücken lassen.

Die Beziehung zwischen Militär und Zivilbevölkerung wird bald darauf auf eine weitere Probe gestellt. Denn die Soldaten erhalten den Befehl, dem Volk eine geordnete Flucht zu ermöglichen. Während der Vorbereitungen darauf tauchen aber deutsche Panzer auf...

Sie kämpften für die Heimat
Sie kämpften für die Heimat
Starttermin 18. September 2009 | 2 Std. 17 Min.
Von Sergey Bondarchuk
Mit Vasili Shukshin, Sergey Bondarchuk, Yuriy Nikulin

„Sie kämpften für die Heimat“ lief 1975 bei den Filmfestspielen von Cannes im Wettbewerb und erhielt in der DDR auch eine Kinoauswertung, während das damalige West-Deutschland dem Film die kalte Schulter zeigte. Damit verzichtete es auf allerlei Schauwerte, denn erneut geizte der „Krieg und Frieden“-Regisseur nicht mit Pyrotechnik:

Am Set von „Sie kämpften für die Heimat“ sollen fünf Tonnen TNT zum Einsatz gekommen sein. Darüber hinaus wollte der Filmemacher die Authentizität seiner zwischen Wucht und Pathos schwankenden Heldengeschichte erhöhen, indem er viele Parts mit Kriegsveteranen besetzte.

Die Entstehung von Bondarchuks Film, der sich am gleichnamigen Roman des Schriftstellers Michail Scholochow orientiert, wurde allerdings durch eine Tragödie überschattet: Während der Dreharbeiten erlitt Hauptdarsteller Wassili Schukschin einen Herzinfarkt, woraufhin seine Rolle in den noch ausstehenden Szenen durch Juri Solowjow verkörpert wurde.

Und wenn ihr nach diesem sowjetischen Klassiker auch einen aktuelleren Film über das Thema Krieg sehen möchtet: Im nachfolgenden Artikel stellen wir euch einen erst kürzlich gestarteten Genrevertreter mit Starbesetzung vor!

Die perfekte Ergänzung zu "Der Soldat James Ryan": Dieser starke Kriegsfilm zeigt den D-Day aus einer anderen Sicht – demnächst im Heimkino!

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Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.
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