Die vielen, vielen Horror-Anthologien, die es mittlerweile gibt, haben eines gemeinsam: Sie bieten nicht nur Abwechslung, sondern auch schwankende Qualität. Vereinzelte Kapitel hat man schon wieder vergessen, sobald das nächste beginnt. Andere wiederum brennen sich nachhaltig ins Gedächtnis – und begleiten einen noch lange. Wer eine der wenigen Horror-Geschichtensammlungen erleben will, die von Anfang bis Ende faszinieren, schockieren und schließlich auch begeistern, muss dafür schon etwas tiefer wühlen. Und zwar auch abseits des Mainstreams.
Vor mittlerweile mehr als 20 Jahren taten sich drei asiatische Filmschaffende aus drei verschiedenen Ländern zusammen, um jeweils einen Beitrag zu einem Kurzfilm-Trio beizusteuern, das sich gewaschen hat: Ja, „Three… Extremes“ ist für den Autor dieses Artikels nicht nur die beste Anthologie der Horrorfilm-Geschichte, sondern auch einer der verstörendsten Filme des 21. Jahrhunderts. Doch wer sich davon überzeugen will, hat es seit einiger Zeit wahrlich nicht leicht.
Die DVD-Auflage des längst nicht mehr existierenden Verleihs e-m-s ist bereits seit einer gefühlten Ewigkeit aus den Händlerregalen verschwunden. Zu Nachschub kam es nie – und auch wer im Streaming auf die Suche geht, wird zumindest hierzulande nicht fündig. Dementsprechend groß dürfte nun die Freude vieler Fans von schwer verdaulicher Horror-Kost sein, denn das den Magen umdrehende 3-Gänge-Menü wird endlich wieder aufgetischt! Und dürfte zumindest den Hartgesottenen unter euch besser denn je schmecken: „Three… Extremes“ feiert am 19. November 2026 sein großes Heimkino-Comeback – sowie seine Deutschlandpremiere auf Blu-ray. Ungekürzt mit FSK 18.
Der Film wird in drei streng limitierten Mediabook-Editionen erscheinen, die inklusive Bonus-Blu-ray und 24-seitigem Booklet daherkommen. Edition A*, Edition B* und Edition C* unterscheiden sich lediglich optisch, sind abgesehen davon aber inhaltsgleich – und können auch schon vorbestellt werden.
Ihr bekommt alle drei Cover-Varianten sowohl bei Amazon als auch direkt im Shop des Verleihers. Nach unter anderem dem Seuchen-Splatter „Ebola Syndrome“ nimmt die Busch Media Group damit einen weiteren vieldiskutierten Asia-Schocker ins Programm auf.
Macht seinem Titel alle Ehre: Darum geht es in "Three… Extremes"
In „Dumplings“ erzählt Hongkong-Indiefilm-Ikone Fruit Chan („Made In Hongkong“) die Geschichte der einst erfolgreichen Schauspielerin Frau Li (Miriam Yeung), die sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich wieder jung zu sein. Also sucht sie die berüchtigte Mei (Bai Ling) auf, deren geheimnisvolle Teigtaschen in Sachen Verjüngungskur wahre Wunder vollbringen sollen. Doch die tragische Wahrheit hinter den Köstlichkeiten zieht schon bald schwerwiegende Folgen nach sich…
Der für Meisterwerke wie „Oldboy“ und „Die Taschendiebin“ bekannte Park Chan-Wook erinnert mit dem zweiten Abschnitt an den im selben Jahr erschienenen „Saw“ von James Wan. In „Cut“ konfrontiert er einen erfolgreichen Filmregisseur („Squid Game“-Star Lee Byung-hun) und dessen Frau (Kang Hye-jeong) mit einem verzweifelten Kleindarsteller, der ein perfides Spiel mit dem Ehepaar treibt.
Den Abschluss macht Regie-Tausendsassa Takashi Miike („Audition“, „Ichi - The Killer“), der in „Box“ auf ein surreales Verwirrspiel zwischen Träumen, Traumata und der Realität einlädt.
„Three… Extremes“ bietet genau das, was der Titel verspricht: Drei wahrlich extreme Erzählungen, die Zartbesaitete immer wieder an die Grenzen des Erträglichen bringen – und sich diesen auf äußerst unterschiedliche Weise annähern. Was sie dabei eint, ist nicht nur, dass sie durch Mark und Bein gehen. Darüber hinaus sind alle drei Geschichten genauso brillant inszeniert, wie man es sich von den Namen auf dem Regiestuhl auch erwarten würde.
Wer etwas für sinistres Kino übrig hat, dürfte allen drei Kapiteln etwas abgewinnen können – und je nach Genre-Vorliebe das eine oder doch das andere über die beiden weiteren stellen. Für den Verfasser dieses Artikels ist der vielleicht einzige Wermutstropfen – wenn man denn unbedingt einen finden will – die Reihenfolge: Nach „Dumplings“ hatte er nämlich das Gefühl, dass es kaum noch schockierender und besser, noch extremer werden kann – und sollte letztlich Recht behalten.
Fruit Chans Teigtaschen-Terror zählt sicherlich zum Verstörendsten, was das Kino des 21. Jahrhunderts zu bieten hat. Euch vergeht der Hunger dabei aber keineswegs? Ihr wollt sogar noch einen Nachschlag? Dann lohnt sich auch der „Dumplings“-Solofilm, der darauf folgte – der aktuell aber ebenfalls nicht leicht zu bekommen ist. Besser steht es da um den erwähnten „Ebola Syndrome“ mit Anthony Wong, den wir euch bereits vor einiger Zeit näher vorgestellt haben:
Neu im Heimkino: Dieser Schocker wird selbst für hartgesottene Horror-Fans zur Mutprobe – erstmals ungekürzt auf Blu-ray!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.