Im Herbst 2007 feierte ein fast zehn Stunden langes Mafia-Epos seine Weltpremiere, von dem in Deutschland selbst viele große Genrefans nichts mitbekommen haben – nicht zuletzt, weil es hierzulande nie im TV lief. In Italien hingegen sorgte es derart für Wirbel, dass es sogar einen Rechtsstreit nach sich gezogen hat: Auf dem italienischen TV-Sender Canale 5 lief im Oktober und November 2007 die sechsteilige Miniserie „Der Boss der Bosse – Das Leben des Mafiapaten Salvatore Toto Riina“ und feierte große Erfolge.
Das Finale verfolgten annähernd acht Millionen Menschen, die Einschaltquoten übertrafen im Laufe der Staffel stets die Marke von 25 Prozent. Nun könnt auch ihr euch endlich einen Eindruck von der Serie verschaffen, denn am 5. November 2026 erscheint „Der Boss der Bosse – Das Leben des Mafiapaten Salvatore Toto Riina“ erstmals in Deutschland – als Komplettsett auf DVD und Blu-ray.
Darum geht es in "Der Boss der Bosse"
Jahrzehntelang konnte der berüchtigte Mafiaboss Salvatore Riina dem langen Arm des Gesetzes entfliehen, doch am 15. Januar 1993 gelingt es der Polizei, ihn hinter Schloss und Riegel zu bringen. Im Gefängnis rekapituliert er daraufhin gemeinsam mit seinem Jugendfreund Biagio Schirò sein Leben – vor allem sein Leben auf der falschen Seite des Rechts.
Riinas Kriminalität nahm 1943 ihren Anfang, als sein Vater durch den Fund einer deutschen Bombe ums Leben kam und der Halbwaise beschließt, kleine Erledigungen für einen Gangster zu machen. Später gelang es Riina, im Verlauf eines blutigen Bandenkrieges, die zuvor führenden Verbrecherfamilien auszuschalten, und den Bürgermeister von Palermo zu seinem Komplizen zu machen – wenn nicht gar zu seiner Marionette...
Rufschädigend und gewaltverherrlichend?
Die Handlung von „Der Boss der Bosse“ erstreckt sich von 1943 bis 1993. Für die 50 Jahre umspannenden Drehbücher waren der Journalist und Politiker Claudio Fava, Schriftsteller Domenico Starnone sowie Attilio Bolzoni, Giuseppe D’Avanzo und Stefano Bises verantwortlich. Die Regie übernahmen derweil Alexis Sweet („Leonardo“) und Enzo Monteleone („El Alamein 1942 – Die Hölle des Wüstenkrieges“).
Ihr gemeinsames Projekt ist eine Mischung aus Fakt und Fiktion. So war die Hauptfigur Salvatore Riina ein realer Mafiaboss, der sich mit seiner Skrupellosigkeit finsteren Ruhm erkämpft hatte. Medienberichten zufolge soll er sich die Serie voller Zufriedenheit angeschaut haben. Anders erging es seiner Frau Ninetta Bagarella, die gegen die Serie klagen wollte, weil sie ihren Ruf schädigen würde.
Auch die Angehörigen des Journalisten Mario Francese waren unzufrieden mit „Der Boss der Bosse“: Francese verfasste die ersten Enthüllungsberichte über Riina und hatte somit entscheidenden Einfluss auf die Ermittlungen gegen ihn. Francese spielt in der Serie allerdings keine Rolle, sondern wurde mit dem realen Polizisten Biagio Melita und diversen weiteren Menschen, die wirksam gegen die Mafia kämpften, zu einer fiktiven Figur verschmolzen.
Franceses Familie zog deswegen gegen den hinter „Boss der Bosse“ stehenden Konzern Mediaset vor Gericht. Darüber hinaus resultierte die auf einem prominenten Sendeslot platzierte Ausstrahlung der Serie im italienischen Fernsehen zu einer lang anhaltenden Debatte über Jugendschutz und die Frage, wie viel Sympathie Filme und Serien Mafia-Mitgliedern zukommen lassen dürften, bevor sie dadurch eine gewaltverherrlichende Wirkung erzielen.
Eine weitere, auf wahren Ereignissen basierende Mafia-Geschichte stellen wir euch übrigens im folgenden Streaming-Tipp ausführlicher vor. Die ist sogar namhaft mit Robert De Niro besetzt – und das zweimal:
Neu auf Netflix: Ein Mafia-Thriller mit Robert De Niro vs. Robert De Niro*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.