Neben John Malkovich für „Wild Horse Nine“ und Matt Damon für „Die Odyssee“ ist Andrew Scott („All Of Us Strangers“) aktuell der einzige männliche Hauptdarsteller, dem eine Nominierung bei den Oscars 2027 kaum noch zu nehmen sein wird. Wer in den USA einen Dollar auf seine Nominierung für seine Rolle in „Elsinore“ wettet, bekommt am Ende gerade einmal 1,20 Dollar raus – und selbst die Siegaussichten des „Sherlock“-Bösewichts liegen mit Quoten zwischen 2 und 3,5 absolut im Bereich des Möglichen.
An mögliche Academy Awards hat offenbar auch der hiesige Kinoverleih StudioCanal gedacht, als der deutsche Starttermin von „Elsinore“ auf den 11. März 2027 (nur drei Tage vor der Oscarverleihung) festgelegt wurde.
Mit „Elsinore“ erzählt Regisseur Simon Stone eine unglaubliche, aber wahre Geschichte: Acht Jahre, nachdem er mit dem Oscar-Abräumer „Die Stunde des Siegers“ bekannt wurde, ist für den Schauspieler Ian Charleson (Andrew Scott) vom einstigen Ruhm kaum noch etwas verblieben. Zudem hält er nicht nur seine Homosexualität, sondern auch seine HIV-Infektion vor der Öffentlichkeit geheim.
Aber dann geschieht im Jahr 1988 ein kleines Wunder: Daniel Day-Lewis steigt kurzfristig aus einer geplanten „Hamlet“-Inszenierung am National Theatre aus. Ohne von der tödlichen Erkrankung des Schauspielers zu wissen, bietet Regisseur Richard Eyre (Johnny Flynn) tatsächlich Ian Charleson den Part an. Obwohl seine Ärztin (Olivia Colman) ihm dringend davon abrät, bringt der Schauspieler noch mal alle Kraft auf, um seine Traumrolle trotz Aids-Virus zu stemmen ...
Tränen werden fließen
„Elsinore“ erzählt aber nicht nur eine unglaubliche, sondern offenbar auch unglaublich berührende Geschichte – zumindest soll bei den Premierenvorstellungen auf den Festivals in Telluride, Toronto und London kaum ein Auge trocken geblieben sein. Zugleich serviert uns Simon Stone („Die Ausgrabung“) aber offenbar auch keinen Kitsch, zumindest sprechen dafür die bisher erschienenen Kritiken zum Film. Mit 88 Prozent positiven Bewertungen auf der Kritiken-Sammelseite Rotten Tomatoes zählt „Elsinore“ schließlich mit zu den bestbesprochenen Filmen des Kinojahres – wobei auch hier vor allem die Leistung des Hauptdarstellers immer wieder in den höchsten Tönen gelobt wird.
Und wenn ihr Andrew Scotts Shakespeare-Performance – der Titel „Elsinore“ ist übrigens der Name der dänischen Stadt, in der die Handlung von „Hamlet“ angesiedelt ist – lieber im Original bewundern wollt, haben wir hier auch noch den englischsprachigen Trailer für euch: