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    So wollen Steven Spielberg, Peter Jackson und der Gründer von Napster das Kino revolutionieren
    Von Björn Becher — 12.03.2016 um 07:40

    Mit Napster stellte Sean Parker die Musikindustrie auf den Kopf und sorgte schlussendlich dafür, dass wir heute Musik bequem aus dem Netz genießen. Nun will er die Filmindustrie revolutionieren und gewann dafür einige Größen des Kinos.

    Prokino Filmverleih
    Sean Parker verkündete in der vergangenen Woche den Start eines neuen Dienstes: „Screening Room“ soll das Kino nach Hause bringen. Filmfans sollen mit dem Dienst die aktuellsten Blockbuster direkt zum Kinostart zu Hause genießen können. Wie Variety nun berichtet, unterstützten einige Größen in Hollywood den verwegenen Plan. Die Regisseure Steven Spielberg, Peter Jackson, J.J. Abrams und Ron Howard sowie Erfolgsproduzent Brian Grazer sind Anteilseigner der neuen Firma und haben teilweise auch Geld in die Entwicklung des Dienstes von Parker und seines Geschäftspartners Prem Akkaraju gesteckt.

    Doch wie soll „Screening Room“ funktionieren? Um Raubkopien zu verhindern, müssen Nutzer eine spezielle Box erwerben, über die die Filme ins heimische Wohnzimmer gebracht werden. Diese wird mit 150 Dollar veranschlagt. Jeder einzelne Film soll dann für eine Gebühr von 50 Dollar zur Verfügung stehen, womit klar ist, dass man sich an Leute wenden will, die sich das Filmvergnügen zu Hause etwas kosten lassen können. Die Zielgruppe sind so wohl auch unter anderem Eltern, die vielleicht wegen ihrer familiären Verpflichtungen nicht mehr so oft zusammen das Haus verlassen und ins Kino gehen können. Und wenn man den Eintritt mit der ganzen Familie gegenrechnet (plus Popcorn und Co.) oder die Bezahlung eines Babysitters, ist das Heimmodell ganz schnell gar nicht mehr so teuer.

    Für die 50 Dollar bekommt man nicht nur für 48 Stunden die Möglichkeit den Film zu Hause zu schauen, sondern auch noch einmal zwei Kinotickets für denselben Film für ein Kino seiner Wahl. Warum? So will Parker, der auch großen Anteil am Erfolg von Facebook hatte, die Kinobetreiber ins Boot holen. Die stellten sich bei bisherigen Plänen ähnlicher Art immer quer, drohten mit dem Boykott von Filmen, falls diese zu Hause einfach abrufbar seien.Über die Freikarten sollen die Kinobetreiber je 20 der 50 Dollar bekommen. Der in David Finchers „The Social Network“ von Justin Timberlake verkörperte Parker ist überzeugt, so die Bedenken der Kinobetreiber ausräumen zu können.

    Laut Variety laufen momentan die Verhandlungen mit den großen Filmstudios und den großen amerikanischen Kinoketten, um den Dienst so bald wie möglich an den Start zu bringen. Mehrere große Verleiher wie Universal, Fox und Sony seien nach Informationen des Branchenmagazins bereits interessiert, während zum Beispiel Disney den Plan noch ablehne. AMC, eine der größten Kinoketten weltweit, soll angeblich so gut wie an Bord sein. Sollten zeitnah genug Kinos und Verleiher an Bord kommen, um für ein vernünftiges Angebot zu sorgen, dürfte „Screening Room“ schon bald in den USA starten. Die Unterstützung der vielen namhaften Filmemacher dürfte diesen Prozess sogar beschleunigen. Sollte „Screening Room“ dann in den USA ein Erfolg werden, wird die Expansion in andere Länder – also auch nach Deutschland - nur eine Frage der Zeit sein...
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