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    "From Dusk Till Dawn": Kultklassiker von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino steht nicht mehr auf dem Index
    Von Björn Becher — 30.06.2017 um 11:47

    Zwei Jahrzehnte war „From Dusk Till Dawn“ in Deutschland indiziert. Doch damit ist nun Schluss: Der Titel wurde vom Index genommen.

    StudioCanal
    In ihrem aktuellen amtlichen Mitteilungsblatt gab die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) nicht nur die neuen Indizierungen aus dem Monat Juni bekannt, sondern erklärte auch, welche Titel gestrichen wurden. In dieser Sektion findet sich gleich mehrfach „From Dusk Till Dawn“. Denn die BPjM hob nun die Indizierung für alle ungekürzten Fassungen in Deutschland auf. Indiziert waren unter anderem die älteren Uncut-DVD-Veröffentlichungen von Universum Film sowie die jüngeren Uncut-DVD- und Blu-ray-Releases von StudioCanal.

    Eine Indizierung nach Liste A, wie im Fall von „From Dusk Till Dawn“, hat zur Folge, dass der Titel nicht offen angeboten werden darf. Praktisch bedeutet dies, dass gerade große Ketten und Elektronikmärkte diesen überhaupt nicht im Sortiment führen. Ein Verkaufsverbot geht damit aber nicht einher. So konnte man als Erwachsener die indizierte, ungekürzte Fassung von „From Dusk Till Dawn“ beim gut sortierten Händler (ob offline oder online) schon die ganze Zeit über ganz legal – quasi „unter der Ladentheke“ – kaufen. Die gekürzte Fassung stand ohnehin in allen Regalen.

    Folge der Listenstreichung von „From Dusk Till Dawn“ ist es nun, dass der deutsche Verleih eine FSK-Neuprüfung beantragen kann und anschließend den neu bewerteten Film (der wohl eine FSK 16 oder FSK 18-Freigabe bekommt) ganz regulär veröffentlichen kann. Auch für TV-Sender hat dies Folgen. Bisher war eine ungeschnittene TV-Ausstrahlung in Deutschland – sowohl im Free- als auch im Pay-TV – nicht möglich. Dies ändert sich mit der Neuprüfung. Zukünftige TV-Ausstrahlungen können dann ungekürzt sein.

    In „From Dusk Till Dawn“ von Regisseur Robert Rodriguez und Autor Quentin Tarantino nehmen zwei Bankräuber (George Clooney und Tarantino selbst) einen vom Glauben abgefallenen Priester (Harvey Keitel) und dessen Kinder (Juliette Lewis, Ernest Liu) als Geiseln, um mit ihnen die Grenze nach Mexiko zu überqueren. Dort angekommen will man in einer zwielichtigen Bar feiern, muss aber bald erkennen, dass der Club der Versorgung einer Horde Vampire dient. So muss das Quintett gemeinsam ums Überleben kämpfen. Für Quentin Tarantino war „From Dusk Till Dawn“ übrigens das erste Drehbuch, für das er bezahlt wurde. Der Special-Effects-Experte Robert Kurtzman („Tanz der Teufel 2“, „Wishmaster“ „Predator“) soll ihm 1.500 Dollar gezahlt haben, damit Tarantino aus seiner Idee ein Skript macht. Im Gegenzug half Kurtzman zudem Tarantino bei der berühmten Ohr-Szene aus „Reservoir Dogs“. Ursprünglich sollte Tarantino auch selbst Regie führen, gab dies aber an Kumpel Robert Rodriguez ab, um sich mehr auf seinen Part als Schauspieler konzentrieren zu können.

    Mittlerweile hat Robert Rodriguez das „From Dusk Till Dawn“-Franchise auch ausgebaut: Seit 2014 gibt es ein Serien-Remake (läuft in Deutschland bei Netflix und auf RTL Nitro), in dessen bislang drei Staffeln er vor allem den Mythos der Vampire noch massiv erweitert hat.

     

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