AIP
„Der Tunnel der lebenden Leichen“ (1973)
Regie: Gary Sherman
Eigentlich müsste Gary Shermans Debüt „Der Tunnel der lebenden Leichen“ wenigstens genauso bekannt sein wie „The Texas Chainsaw Massacre“. Die eine langsame Kamerafahrt durch die Untergrundwelt des namenlosen Kannibalen, des letzten Nachfahren einer Gruppe von Arbeitern, die 1892 nach dem Zusammenbruch eines Tunnels beim Bau der Londoner U-Bahn ihrem Schicksal überlassen worden waren, wartet mit Schrecken auf, die weit über alles in Tobe Hoopers Klassiker hinausgehen. Das Unrecht der Vergangenheit und die Höllenqualen der Gegenwart werden eins in dieser Bewegung durch den Untergrund der Industrialisierung. Wer in dieser Welt vegetieren muss, kann nur zum Monster werden und ist doch menschlicher als alle anderen.
Von Sascha Westphal