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    Der Schöpfer von "Sons Of Anarchy" und "Mayans M.C." wurde gefeuert – und gibt Disney die Schuld
    Von Markus Trutt — 18.10.2019 um 18:20

    Mit der Biker-Serie „Sons Of Anarchy“ und deren Spin-Off „Mayans M.C.“ hat Kurt Sutter zwei TV-Hits geschaffen. Bei der Arbeit an diesen gab es aber auch wiederholt Beschwerden über den Autor – die nun endgültig Konsequenzen nach sich gezogen haben.

    FX

    Als der „Sons Of Anarchy“-Ableger „Mayans M.C.“ im September 2019 in den USA in die zweite Staffel ging, hat Serien-Schöpfer Kurt Sutter bereits in Aussicht gestellt, dass er bei einer potentiellen dritten Season nicht mehr als Showrunner fungieren werde. Ob er dennoch als Ausführender Produzent und vielleicht auch in beratender Funktion ein Teil seiner Serie bleiben würde, wäre abzuwarten gewesen. Aber auch das hat sich nun erledigt, denn Sutter wurde vom „Mayans“-Sender FX nun endgültig gefeuert, nachdem es mehrere Beschwerden über sein Verhalten am Set der Serie gegeben haben soll. Sein Vertrag mit Konzern Fox ist aber vorerst von der Entlassung nicht berührt.

    Feindselige Atmosphäre am "Mayans M.C."-Set

    Öffentlich wurde der Vorgang quasi durch Sutter selbst. Der Autor, dem in der Vergangenheit von Studioverantwortlichen bereits unprofessionelles Verhalten vorgeworfen wurde, hat nämlich in einem Brief an die Beteiligten des „SOA“-Spin-offs, über seinen Rauswurf informiert und sich darin auch bei seinen Kollegen entschuldigt. Sarkastische Seitenhiebe gegen die Entscheidungsträger bei seinem Arbeitgeber FX (und gegen Studio Disney, zu dem der Sender nach der Übernahme von FOX seit Kurzem gehört) konnte er sich schon hier nicht ganz verkneifen.

    FX Networks
    Spielte als „Big Otto“ auch selbst bei „Sons Of Anarchy“ mit: Kurt Sutter.

    Nachdem er darauf eingeht, dass es offenbar nach hinten losgegangen ist, dass er sich auch schon in der zweiten „Mayans M.C.“-Staffel etwas zurückgenommen hat, heißt es in dem Brief (via The Hollywood Reporter):

    „Autoren, Produzenten, Cast und Crew haben berichtet, dass meine Abwesenheit und mein Verhalten, wenn ich dann mal da war, nur für Verwirrung, Chaos und Feindseligkeit gesorgt haben und als Im-Stich-Lassen aufgefasst wurden. Oder zumindest interpretiert Disney das so. Ich bin sicher, das stimmt. [...] So wollte ich meine 18-jährige Zusammenarbeit mit FX nicht beenden. Dafür gefeuert zu werden, ein aggressives Arschloch zu sein, ist aber immerhin sehr passend.“

    Entschuldigung bei Cast & Crew

    Sutters Entschuldigung an die restlichen „Mayans“-Macher liest sich im weiteren Verlauf des Schreibens derweil wie folgt:

    „Ich entschuldige mich zutiefst, wenn ich Menschen das Gefühl gegeben habe, dass sie weniger wert sind oder nicht unterstützt werden. Meine Absicht war das genaue Gegenteil. Aber ganz offensichtlich habe ich nicht aufgepasst. Meine Arroganz und meine chronische Ablenkung haben einen Trümmerhaufen nach sich gezogen. Aber seid euch sicher, ich verehre diesen Cast und diese Crew.“

    Sutter schießt gegen Disney

    Äußert sich Sutter im besagten Brief noch halbwegs versöhnlich, hat er kurz darauf in einem weiteren ausführlichen Statement, das von Deadline geteilt wurde, wesentlich direkter gegen die Verantwortlichen bei Disney ausgeteilt, mit denen er öfter aneinander geraten ist und denen er deswegen ein Dorn im Auge gewesen sein soll.

    „Die Wahrheit ist, dass die Anzugträger mich loswerden wollten“, erklärte Sutter. So seien einige Beschwerden gegen ihn zwar berechtigt, aber nicht der eigentliche Grund für seinen Rausschmiss gewesen: „Ich bin ihnen auf die Füße getreten und habe ein paar Egos verletzt. Und in diesem Disney-Regime, bin ich eine Gefahr für die gesamte Marke. Und das war offensichtlich nicht den Ärger wert.“

    Trotzdem noch Zukunft bei Disney?

    Schon vor Kurt Sutters Rauswurf hatte er beschlossen, die alleinige Hauptverantwortung über die Serie bei einer dritten „Mayans M.C.“-Staffel Co-Schöpfer Elgin James zu überlassen – wohl auch weil dieser als Lateinamerikaner in seinen Augen geeigneter sei, die Latino-Kultur authentisch darzustellen, die im „Sons Of Anarchy“-Spin-off eine so zentrale Rolle spielt. Noch ist eine dritte Season der Biker-Serie aber nicht bestätigt. Derzeit bewegt sich die zweite Staffel im US-Fernsehen allmählich ihrem Finale entgegen – das übrigens aus der Feder von Sutter stammt.

    Während Sutter bei „Mayans M.C.“ also ohnehin nicht mehr so involviert gewesen wäre, wird er nun wohl auch keine neuen Serien für den Sender FX mehr entwickeln. Zukünftige Projekte bei einem anderen FOX-Kanal unterzubringen, ist nach derzeitigem Stand aber wohl noch möglich, soll Sutters Exklusiv-Deal mit 20th Century Fox TV, den der Autor im Januar 2018 erst erneuerte, von seinem FX-Aus dem Hollywood Reporter zufolge (noch) nicht betroffen sein. Nach seinen jüngsten Äußerungen könnte sich das aber vielleicht ändern.

    Welche Serien wurden abgesetzt, welche verlängert?

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