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    Horrorfilm mit Schwarzenegger statt Stallone: So sahen die ursprünglichen Pläne für "Judge Dredd" aus
    Von Julius Vietzen — 15.07.2020 um 19:00

    „Judge Dredd“ von 1995 gilt unter Fans und Kennern der Comicvorlage nicht eben als Geniestreich. Wie der Film auch hätte aussehen können (nämlich u.a. mit Arnold Schwarzenegger statt Sylvester Stallone), verriet nun der ursprüngliche Drehbuchautor.

    Universum Film GmbH

    Bevor „Judge Dredd“ 1995 als Science-Fiction-Actioner mit Sylvester Stallone und jeder Menge Meme-würdiger Momente in die Kinos kam, durchlief der Film eine lange Entwicklungsgeschichte mit mehreren Drehbuchautoren und -versionen sowie verschiedenen Regisseuren und Hauptdarstellern – ein völlig normaler Prozess in Hollywood.

    Dass vor Stallone irgendwann mal Arnold Schwarzenegger die Rolle von Judge Dredd spielen sollte, war daher auch schon bekannt (und ist angesichts von Schwarzeneggers Status als vielleicht größter Actionstar der Neunziger wenig überraschend).

    Aber in was für einem Film Schwarzenegger damals beinahe mitgespielt hätte, hat einer der „Judge Dredd“-Drehbuchautoren nun erst der auf Horrorthemen spezialisierten Seite Bloody Disgusting verraten.

    Die Rede ist von Peter Briggs, der gemeinsam mit Guillermo del Toro am Skript zu „Hellboy“ gearbeitet hat, viele Jahre zuvor aber auch den Auftrag erhielt, ein Drehbuch zu „Judge Dredd“ zu schreiben, wofür er als lebenslanger Fan sofort Feuer und Flamme war.

    Judge Dredd vs. Judge Death

    „Ich wusste eigentlich schon, was ich mit der Story machen wollte. [...] Wenn man ‚Batman‘ macht, setzt man sich hin und nimmt den Joker. [...] Weil er der stärkste Bösewicht ist“, so Briggs. „Wenn man nur die Chance hat, einen Film zu machen, nimmt man den stärksten Bösewicht. Also wollte ich von Anfang an Judge Death machen.“

    Judge Death und seine sogenannten Dark Judges sind gewissermaßen untote, interdimensionale Versionen der regulären Judges, zu denen auch Dredd gehört. „Sie sind die Antithese zu dem, wofür das Judge-System steht. Sie stammen aus einem Paralleluniversum, in dem alles Leben verboten ist. Leben ist das ultimative Verbrechen und Tod ist die Strafe“, erklärt Briggs.

    Science-Fiction + Horror

    Für seine Adaption wollte Briggs die ersten beiden Geschichten über die Dark Judges kombinieren, in denen erst Judge Death nach Mega City One kommt, schließlich von Judge Dredd besiegt wird, dann dank seiner Mitstreiter Judge Fear, Judge Fire und Judge Mortis wieder freikommt und erneut angreift.

    Obwohl es eine Comicverfilmung war, obwohl es Science-Fiction war, sollte es auch ein Horrorfilm sein. Genauso wie die Comicvorlage, wenn ihr die kennt. Judge Death steckt seine Hände in Leute [und zerquetscht ihnen das Herz] und so. Wir wären weit in Horror-Territorium vorgedrungen.“

    Der Anfang vom Ende

    Klingt nach einer ziemlich düsteren und verrückten Geschichte, die Fans der „Dredd“-Comics wohl eher zufriedengestellt hätte als der Stallone-Film von 1995. Doch Briggs' kompromisslose Vision war gleichzeitig auch ein Problem.

    Das begann mit der scheinbar so einfachen Frage, ob Judge Dredd in dem Film seinen Helm absetzen darf, was er in den Comics so gut wie nie tut. Auch in seiner Drehbuchversion habe Dredd das selbstverständlich nie getan, erklärt Briggs, doch darüber begann schon ein erster Konflikt mit den Produzenten.

    „Deren Argument war: ‚Wenn wir Arnold Schwarzenegger sechs Millionen Dollar zahlen, um Judge Dredd zu spielen, dann werden wir den Helm abnehmen.‘ Und ich meinte: ‚Ja, aber ihr versteht das einfach nicht. Ihr versteht nicht, worum es in der Vorlage und in dem Film geht.‘“

    Stallone statt Schwarzenegger

    An solchen und ähnlichen Meinungsverschiedenheiten scheiterte dann schlussendlich auch die Version von Briggs. Während seiner Arbeit an dem Drehbuch überraschten ihn die Produzenten außerdem mehrmals damit, dass sie andere Autoren gleichzeitig an einem rivalisierenden „Judge Dredd“-Skript schreiben ließen, um Schwarzenegger dann eines davon auswählen zu lassen.

    Und schlussendlich sagte ihm Produzent Charles Lippincott sogar geradeheraus, dass er alles dafür tun werde, dass sein Drehbuch mit Judge Death nicht umgesetzt wird, erinnert sich Briggs.

    Direkt danach verließ dann nicht nur Briggs das Projekt, auch Schwarzenegger und der damals vorgesehene Regisseur Tony Scott („True Romance“) stiegen aus, wodurch dann schließlich Sylvester Stallone und Regisseur Danny Cannon („Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast“) an Bord kommen konnten, die „Judge Dredd“ dann auch zusammen drehten.

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