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    Neu auf Disney+: Ein teurer Märchen-Blockbuster, der im Kino völlig zu Recht gefloppt ist
    Von Christoph Petersen — 24.07.2020 um 09:00

    Neue Filme auf Disney Plus sind im direkten Vergleich mit Netflix und Amazon Prime Video noch immer eher selten. Aber mit diesem verfrühten Weihnachtsgeschenk tut der Streaming-Service seinen Abonnenten trotzdem nicht unbedingt ein Gefallen.

    Disney

    --- Meinung ---

    Gleich zwei fähige Regisseure haben sich nacheinander die Zähne an dem Stoff ausgebissen – und den 130 Millionen Dollar teuren Märchen-Blockbuster „Der Nussknacker und die vier Reiche“ trotz absoluter Starbesetzung in den Schnee gesetzt...

    Zunächst versuchte sich Arthouse-Starregisseur Lasse Hallström („Gilbert Grape“, „Chocolat“) an der Realverfilmung des berühmten Balletts von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, das wiederum auf der 1816 erschienenen Erzählung „Nußknacker und Mäusekönig“ von E.T.A. Hoffmann basiert. Bei den umfangreichen Nachdrehs übernahm dann der Blockbuster-erfahrene Joe Johnston – aber auch der „Captain America - The First Avenger“-Regisseur konnte nicht mehr viel retten.

    Weihnachten im Hochsommer

    Alles an „Der Nussknacker und die vier Reiche“ schreit nach Winter und Weihnachten (deshalb auch der Kinostart im November 2018). Auf Disney+ erscheint der Film nun hingegen im Hochsommer – aber das ist ja vielleicht auch gar nicht so schlecht, da kann man sich mit den fröstelnden Schneelandschaften ja vielleicht sogar ein wenig abkühlen. Das Problem ist nur: Das Märchen lässt sein Publikum auch abseits des winterlichen Settings absolut kalt!

    So heißt es in der 1,5-Sterne-Kritik von FILMSTARTS: „ein ebenso beliebiges wie liebloses Genre-Einerlei, das zum großen Teil einfach nur Klischee-Elemente aus anderen Fantasyfilmen wie ‚Die Chroniken von Narnia‘ recycelt und dabei trotzdem keine berührende oder auch nur stimmige Erzählung zustande bringt.“ Schade um Superstars wie Morgan Freeman als weiser Patenonkel Drosselmeyer, Keira Knightley als überdrehte Zuckerfee oder Helen Mirren als die tyrannische Mutter Gigeon.

    Kitschfans kommen auf ihre Kosten

    Als Erzählung ist „Der Nussknacker und die vier Reiche“, in der Clara (Mackenzie Foy) an Heiligabend beim Verfolgen einer Maus plötzlich in einer aus vier Reichen bestehenden Fantasy-Welt landet, also eine große Enttäuschung. Wo aber geklotzt und nicht gekleckert wurde, ist die Ausstattung: Wer sich auch im winterlichen Disney World an den betont kitschigen Weihnachtsdekorationen einfach nicht sattsehen kann, der kommt auch hier voll auf seine Kosten.

    So schließt dann auch unsere Kritik mit der Feststellung: „Wer auf Disneys künstliches Verständnis einer perfekten Weihnacht steht, der kann sich hier 100 Minuten lang an den ebenso pompösen wie zuckersüßen Kulissen und Kostümen erlaben, ohne zwischendurch großartig von so etwas wie einem Plot abgelenkt zu werden.“

    „Der Nussknacker und die vier Reiche“ ist ab sofort auf Disney+ in Deutschland verfügbar.

    Die komplette FILMSTARTS-Kritik zu "Der Nussknacker und die vier Reiche"

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