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    Fast hätten sie's versaut: Der Thanos-Schock am Ende von "Avengers 3" ist brillant so wie er ist!
    Von Markus Trutt — 03.01.2021 um 11:00

    „Avengers 3: Infinity War“ endet mit einem Paukenschlag! Dabei war der schockierende Schluss des Marvel-Blockbusters zwischenzeitlich erst für die Fortsetzung „Avengers 4: Endgame“ vorgesehen – was eine absolut fatale Fehlentscheidung gewesen wäre.

    Disney

    +++ Meinung +++

    Als damals der Abspann von „Avengers 3: Infinity War“ auf der Leinwand einsetzte, musste ich erstmal wieder meine Kinnlade vom Boden des absolut still gewordenen Kinosaals aufheben. Damit hatte ich gerade bei einem Marvel-Blockbuster nun wirklich nicht gerechnet: Der Bösewicht hatte gewonnen und mit einem Schnipsen mal eben einen Großteil der über viele, viele Filme hinweg liebgewonnenen Helden ausgelöscht.

    Dabei spielte es überhaupt keine Rolle, dass schon in diesem Moment für mich feststand, dass man das Ende niemals so stehenlassen wird. Die heftige Schlussszene hat mich trotzdem in ihrer Wucht – wie viele der liebgewonnenen Hauptfiguren – einfach nur weggeblasen. Ein Effekt, der so stark ist, dass er mir auch beim wiederholten Schauen (und inzwischen sogar mit dem Wissen von „Avengers 4: Endgame“) noch immer eine Gänsehaut verpasst.

    Der Schlusspunkt von „Infinity War“ ist so perfekt gewählt, dass es eigentlich undenkbar ist, ihn anders zu setzen. Doch genau das wurde zwischenzeitlich diskutiert...

    "Avengers 3"-Ende wäre beinahe „Avengers 4“-Anfang geworden

    Dass Thanos (Josh Brolin) seinen aberwitzigen Plan in die Tat umsetzen kann, stand bei der Entstehung des „Avengers“-Doppels bereits früh fest. Wie die Autoren Christopher Markus und Stephen McFeely im Interview mit der New York Times allerdings verrieten, war das verheerende Fingerschnipsen in einer früheren Drehbuchfassung erst für „Avengers 4“ vorgesehen.

    Um die beiden (recht unterschiedlichen) Teile der Geschichte trotz ihrer direkten Verbindung klarer abzutrennen, haben sie sich letztendlich aber dagegen entschieden – und damit genau die richtige Entscheidung getroffen!

    Zum Glück ist es nicht so gekommen

    Eine eigentlich so winzige Verschiebung des Thanos-Schockers hätte einen großen Kinomoment weitaus kleiner wirken lassen. Wenn man damit in Teil 4 eingestiegen wäre und sich daran noch ein Drei-Stunden-Film angeschlossen hätte, der das Ganze zudem auch gleich wieder auflöst, wäre der Effekt weitestgehend verpufft. So aber verwehrte man dem Publikum die gewohnte Marvel-Erleichterung zum Schluss.

    Indem man „Infinity War“ als Höhepunkt der vorangegangenen Ereignisse auf einer so ungewohnt tragischen Note beendete und die Zuschauer*innen damit in eine quälende Wartezeit auf die Fortführung entließ, konnte das Finale atmen und seine ganze Wirkung entfalten – und das nicht nur im Film selbst, sondern auch darüber hinaus.

    Ein Jahr lang brüteten Fans über die Schicksale der Marvel-Helden – und fanden sich zu Beginn von „Avengers 4“ dann an einem ähnlichen Punkt wie die trauernden Überlebenden wieder. Denn Thanos‘ Tat wird nicht sofort mit einem billigen Trick weggewischt, sondern hat auch in „Endgame“ noch Gewicht.

    Bleibt nur zu hoffen, dass ProSieben bei der Free-TV-Premiere von „Avengers: Infinity War“ am heutigen 3. Januar 2021 um 20.15 Uhr nach dem dramatischen Finale nicht einfach – wie üblich – ohne Abspann sofort zum nächsten Programmpunkt springt (in dem Fall übrigens die Wiederholung des ersten „Avengers“-Films), sondern dem Ende zumindest etwas von dem Raum lässt, den es verdient.

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