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    Streaming-Tipp auf Amazon Prime: Nicolas Cage & "Joker"-Star Joaquin Phoenix in einem verstörenden FSK-18-Thriller
    Von Stefan Huhn — 21.10.2021 um 11:00

    Jeder Mensch hat eine Belastungsgrenze. Diese wird bei Nicolas Cage als Privatdetektiv in „8MM“ mehr als einmal überschritten. Starker Tobak, wie wir finden. Auf Amazon Prime Video könnt ihr euch jetzt selbst ein Bild des düsteren Streifens machen.

    Deutsche Columbia TriStar Filmproduktion // Amazon

    +++ Meinung +++

    Dass Nicolas Cage häufig für B-Movies und Direct-to-Video-Produktionen zur Verfügung steht, ist hinlänglich bekannt und ein Ärgernis für jeden Cineasten. Hat der exzentrische Schauspieler doch so viel mehr auf dem Kasten. Man denke nur an die furiose Zusammenarbeit mit David Lynch in „Wild At Heart“ (1990), in dem Nicolas Cage förmlich mit seiner explosiven Rolle verschmilzt.

    Den Protagonisten mimt er jedoch auch in Joel Schumachers Thriller-Drama „8MM – Acht Millimeter“ aus dem Jahr 1999. Und das hat es in sich! So löste „8MM“ eine Kontroverse aus, was insbesondere seiner in Hollywood bis dato wenig ausgeleuchteten Thematik geschuldet war. Es dreht sich nämlich alles um sogenannte Snuff-Filme. Dieser Begriff beschreibt Videoaufnahmen, in denen vor laufender Kamera reale Morde begangen werden, um diese dann später zu voyeuristischen Zwecken fortzuführen. Eine äußert grausame Praktik also...

    „8MM“ ist auf Amazon Prime Video (aktuell gegen Gebühr) als VoD abrufbar oder für die eigene Film-Sammlung als DVD erhältlich:

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    Nicolas Cage auf Sadisten-Jagd

    Privatdetektiv Tom Welles (Nicolas Cage) erhält von der betagten Mrs. Christian (Myra Carter) den Auftrag, eine Recherche in Bezug auf ein Videoband aus dem Nachlass ihres verstorbenen Mannes anzustellen. Die Super-8-Filmaufnahmen zeigen, wie ein junges Mädchen brutal gequält und mutmaßlich getötet wird. Doch sind die Aufnahmen tatsächlich echt? Bei seinen Nachforschungen taucht Welles immer tiefer in die Abgründe der Pornoindustrie hinein und gerät zunehmend selbst in Gefahr…

    Über die Existenz von Snuff-Filmen

    Sind Snuff-Filme tatsächlich existent? Immer wieder ranken sich Mythen um einzelne Schocker, wie beim zweiten Teil der japanischen „Guinea Pig“-Filmreihe. Dieser wurde als Fake identifiziert. Das bedeutet aber nicht, dass kein Markt vorhanden ist. So wies etwa das NDR-Magazin Panorama bereits im Jahr 2001 darauf hin, dass es insbesondere im Internet eine Vielzahl an Videos mit Inhalten von Tötungsszenen gibt, an deren Echtheit kein Zweifel bestehe.

    Wie grauenhaft bereits die Vermutung ist, dass es sich bei Filmaufnahmen um einen realen Mord handeln könnte, ist der rote Faden von „8MM“ und zugleich der Startschuss für Nicolas Cage in seiner bis dato wohl brisantesten Rolle.

    Stark besetzt bis in die Nebenrollen

    Von Nicolas Cage ist man die klassische One-Man-Show gewohnt. Doch hier erfährt seine Hauptfigur Unterstützung durch den Angestellten eines Sex-Shops und Kenner der BDSM-Szene – dargestellt von einem in Lack und Leder gekleideten Joaquin Phoenix mit Tattoos und Punk-Frisur. Zusammen stoßen sie auf eine Mauer des Schweigens, hinter der selbst ein Kinderleben nichts wert ist, wenn es um die Befriedigung niedriger Instinkte geht.

    Columbia Tri-Star Filmgesellschaft
    Privatdetektiv Tom Welles (Nicolas Cage) fragt Max California (Joaquin Phoenix) um Rat.

    Nicolas Cage und Joaquin Phoenix harmonieren glänzend im Kampf gegen das personifiziere Böse. Das wiederum bekommt bis zur finalen Auflösung kein Gesicht. Wohl aber wird uns eine ganze Reihe von Handlangern vorgestellt, die Teil der schmutzigen Snuff-Maschinerie sind. Der spätere „Sopranos“-Star James Gandolfini ist in Person des verschlagenen Pornofilm-Casters Eddie Poole einer von ihnen.

    Psycho-Trip ohne Jugendfreigabe

    Auch wenn sich die Darstellung physischer Gewalt in Grenzen hält, hat sich „8MM“ seine FSK-18-Freigabe redlich verdient. Zu sehr geht auch dem Zuschauer das Leid der Opfer an die Nieren. Privatdetektiv Welles – selbst Familienvater – verliert zusehends seine psychische Stabilität und Nicolas Cage lässt uns diesen Schmerz in stillen sowie lauten Momenten eindringlich miterleben.

    Gegen Ende zieht die Gewaltschraube merklich an. Dass der Film dabei in einen Rache-Thriller mündet, kann man kritisieren – oder als einzige Konsequenz aus der zuvor gezeigten Abartigkeit menschlichen Handelns interpretieren.

    Ach ja: Finger weg von der vermeintlichen Fortsetzung. In unserer Filmkritik zu „8MM 2“ erfahrt ihr, warum das Sequel ein Rohrkrepierer ist.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "8MM 2"

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