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    "Thor 4" kann warten: Bei Amazon Prime liefern sich 2 Marvel-Stars eines der intensivsten Duelle der letzten 10 Jahre!
    22.04.2022 um 10:30
    Sidney Schering
    Sidney Schering
    -Freier Autor und Kritiker
    Sein erster Kinofilm war Disneys „Aladdin“. Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

    Das Sport-Drama „Rush“ auf Amazon Prime Video zeigt eine legendäre Formel-1-Saison und ist spannend wie ein Thriller. Fans von Chris Hemsworth können damit die Wartezeit auf „Thor 4“ überbrücken. Doch ein anderer Marvel-Star ist sogar noch besser.

    Universum Film / Amazon Prime Video

    +++ Meinung +++

    Vielleicht verfolgt ihr aktuell die noch recht junge Formel-1-Saison. Vielleicht geht es euch aber wie mir, und ihr könnt nichts mit dem Motorsport anfangen, der waghalsige Männer in pfeilschnellen Boliden auf Strecken antreten lässt, die über den halben Globus verteilt sind. Egal, ob ihr Rennsport und seine dramatischsten Siegesgeschichten liebt, oder ihr normalerweise nicht nach diesem Thema Ausschau haltet: „Rush – Alles für den Sieg“ wird euch packen.

    Der mit „Thor“-Star Chris Hemsworth und „Inglourious Basterds“- sowie „The Falcon And The Winter Soldier“-Fiesling Daniel Brühl aufwartende Film von 2013 hatte an den Kinokassen leider nicht den verdienten Erfolg. Allerdings wächst die Fangemeinde dieses Formel-1-Films seither kontinuierlich – aus guten Gründen! Wenn ihr das atemberaubende Duell bislang nicht gesehen habt (oder es nochmal sehen wollt), findet ihr es ohne Zusatzkosten als Stream auf Amazon Prime Video. Alternativ könnt ihr schlicht zur DVD & Blu-ray greifen...

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    Als Formel-1-Muffel kann ich es nicht genug betonen: Unter der Regie von „Apollo 11“- und „Solo: A Star Wars Story“-Regisseur Ron Howard wird in „Rush“ eine dramatische, wahre Sportgeschichte zu einem unfassbar fesselnden und emotionalen Film. Vorab bestehendes Interesse am Rennzirkus kann zwar nicht schaden, ist bei „Rush“ aber absolut kein Muss!

    Gerade wer nach dem jüngst veröffentlichten Trailer zu „Thor 4: Love And Thunder“ mal wieder Lust auf einen Film mit Chris Hemsworth hat, kann sich die Wartezeit auf den Marvel-Blockbuster damit wunderbar verkürzen. Denn so gut wie in „Rush“ war der Darsteller des MCU-Donnergottes selten!

    "Rush": Darum geht es

    In den 1970er-Jahren eint die Rennfahrer Niki Lauda (Daniel Brühl) und James Hunt (Chris Hemsworth) eine freundschaftliche Rivalität. Lauda ist ein ebenso pragmatischer wie ehrgeiziger Österreicher, Hunt ein englischer Lebemann, der aus Lust am Thrill und an der Freude antritt. 1976 ist es dann so weit – sie stellen den Mittelpunkt eines medial groß aufgebauschten Wettstreits um die Vorherrschaft in der Formel 1 dar. Diese Rennsaison wird aber nicht nur zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen unterschiedlicher Lebens- und Sportphilosophien. Aufgrund eines schweren Unfalls wird sie auch zu einem hoch dramatischen Kapitel in der Formel-1-Historie und in den Biografien der zwei kollegialen Konkurrenten...

    Wer sich in der Formel-1-Geschichte auskennt, bekommt mit „Rush“ eine dem Thema angemessen temporeiche Nacherzählung einer durch und durch legendären Saison geboten – mit allem, was dazugehört: Eine liebevolle Nachbildung des Looks der Boliden und Rennkleidung, echtes 70er-TV-Flair in der Nachstellung dessen, wie die Rennen dem gebannten Publikum präsentiert werden, und mit einer ausgewogenen Darstellung zweier grundverschiedener Sportrivalen.

    Wer aber mit wenig (oder ganz ohne) Vorwissen sowie mit mäßigem Interesse am Motorsport an „Rush“ herantritt, bekommt mit voller inszenatorischer Passion und einer fesselnden Dramaturgie wenigstens für die Dauer von 123 Minuten überzeugend vorgeführt, was man an Formel 1 finden kann: Regisseur Ron Howard und Drehbuchautor Peter Morgan („The Crown“) zeigen zwei sture, aber liebenswerte Charakterköpfe, die nicht nur darum wetteifern, wer den Weltmeistertitel gewinnt...

    Alles für die Bestätigung?

    Ohne je bleischwer-pathetisch zu werden, sondern durchweg mit mitreißender Energie, vermittelt „Rush“, weshalb sich Teufelskerle in einen Formel-1-Wagen setzen – noch dazu zu einer Zeit, wo der Rennsport deutlich riskanter war als heutzutage. Es ist nicht einfach die Lust an der Geschwindigkeit. Zumindest in „Rush“ wird plausibel die These aufgestellt, dass Rennsportler davon getrieben sind, sich noch mehr beweisen zu wollen.

    Im Falle der fiktionalisierten Versionen von Hunt und Lauda ist es die, wenngleich ganz anders geartete, Suche nach Bestätigung. Hunt will in dem Sport, in den er aus Kurzweil getreten ist, beweisen, dass er mehr als ein Lebemann sein kann und dass hinter seiner Waghalsigkeit auch Können steckt. Lauda wiederum wird als Perfektionist gezeichnet, der zwischen all den waghalsigen Rennfahrern beweisen will, dass sein scharfer Blick und sein technisches Verständnis den Unterschied bedeuten – und nach seinem historischen Unfall kämpft er zudem gegen seine Ängste sowie darum, der Welt zu zeigen, dass er weiterhin von Wert ist.

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    Als sich ständig reibende, aber einander auch respektierende und unausgesprochen gegenseitig inspirierende Formel-1-Fahrer geben Hemsworth und Brühl zwei starke Performances ab – Brühl womöglich sogar die beste seiner Karriere: Es ist keine bloße Imitation, sondern eine Laudas Wesen einfangende, nuancierte Schauspielleistung und der emotionale Motor dieses Films.

    Brühl und Hemsworth müssen den Film aber nicht allein tragen: Der rauschhafte Look, in den Ron Howard dieses Duell zweier Rennsportler und ihrer Lebensauffassungen hüllt, versetzt uns mitten in den turbulenten Rennzirkus hinein. Und der kraftvolle, treibende Score von Hans Zimmer, der dennoch in den richtigen Augenblicken eine Verletzbarkeit offenbart, rundet „Rush“ fabelhaft ab, sodass es selbst mir Formel-1-Muffel bei „Rush“ im letzten Drittel jedes Mal die Kehle zuschnürt. Nicht etwa, obwohl ich weiß, wie es ausgeht, sondern weil ich es weiß...

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