Die Brauerei der belgischen Familie Bols gibt es bereits seit dem Jahr 1575! Aus diesem Jahr gibt es die ersten belegten Aufzeichnungen einer Brauerei in Amsterdam. Ganz so alt ist der Orangenlikör zwar nicht, den das Paar in die Trödel-Show „Bares für Rares“ (Folge vom 9. Juli 2025) mitbringt. Aber 50 Jahre hat der gute Tropfen dennoch auf dem Buckel, weshalb es auch so aussieht, als ob bereits ein bisschen was fehlt.
Kenner*innen wissen natürlich sofort: Das ist der sogenannte „Angel’s Share“, nach dem auch ein Film von Ken Loach benannt ist. Mit der Zeit verflüchtigt sich eben ein Teil der Flüssigkeit, da kann man gar nichts dagegen machen. Trotzdem versichert das Verkäufer-Paar dem Moderator Horst Lichter sofort: „Noch nicht angebrochen, noch nichts davon getrunken!“
Obenrum erstaunlich leicht bekleidet
Zugleich hat sich der Orangenlikör wegen seines hohen Zuckergehalts mit den Jahrzehnten dunkel eingefärbt. Wäre er hingegen noch immer so klar wie Anfang der Siebziger, dann würde man sofort erkennen, dass sich in der Musikflasche noch ein Geheimnis verbirg. Die Musikflaschen von Bols heißen nämlich so, weil sich in ihnen eine Spieluhr mit einer Ballerina versteckt!
Solche Musikflaschen gab es zwar bereits seit 1952 – aber in diesem Fall hat die Ballerina obenrum so wenig an, dass das in den Fünfzigern wohl nicht durchgegangen wäre. Stattdessen tippt die Expertin auf Anfang der Siebziger – da waren die Zeiten dann schlüpfriger:
ZDF (Screenshot)
Aber wie viel ist sie wert?
Ich rate selbst immer gerne mit, obwohl ich keine Ahnung habe – meine persönliche Schätzung, bevor die Verkäufer*innen ihren Wunschpreis genannt haben und sich die Expertin zu Wort gemeldet hat: 30 Euro – so ein angelaufenes Zeug hat doch jeder von uns noch irgendwo im Partykeller herumstehen.
Das Verkäufer-Paar will hingegen mehr: 99 Euro. Und die Expertin ist davon gar nicht so weit weg: 80 bis 150 Euro schätzt sie. Solche Flaschen seien zwar gar nicht mal so selten, aber es gäbe eben durchaus auch viele Sammler*innen, die immer auf der Suche nach solchen Stücken seien. Am Ende geht der Zuschlag wohl nicht ganz überraschend an den Gastronomen unter den Händler*innen: Roman Runkel legt 80 Euro für die Flasche mit verborgener Spieluhr-Tänzerin auf den Tisch.
Habt ihr besser getippt als ich, wie viel das Stück diesmal wert ist? Oder habt ihr sogar noch weiter danebengelegen? Wenn ihr weiter mitraten wollt, kann ich euch jedenfalls direkt auch noch den folgenden Artikel empfehlen – vielleicht tippt ihr ja dort (wieder) besser als ich: