Nachdem sie als junges Mädchen ein Set von ihren Eltern geschenkt bekommen hat, gab es für die Verkäuferin in den kommenden Jahren nichts anderes mehr: Egal ob Geburtstag oder Weihnachten, sie wünschte sich immer nur die Miniatur-Häuser von „Polly Pocket“. Inzwischen ist die Liebe zum Plastikspielzeug allerdings abgekühlt – und ihr Verlobter meint auch nur trocken: „Ich bin froh, wenn das endlich alles weg ist.“
Angefangen hat das alles mit einer Tupperdose, in die ein Vater für seine Tochter ein kleines Haus und eine ca. ein Zentimeter große Figur eingesetzt hat – der Rest ist Spielzeug-Geschichte. Zu Beginn der Neunziger gab es wohl kaum ein Mädchen-Kinderzimmer, in dem nicht zumindest ein „Polly Pocket“-Set (produziert zwischen 1989 und 1996) herumstand. Horst Lichter muss allerdings nicht mit einem der Sets klarkommen, sondern hat direkt 51 (!) Stück vor sich stehen. Im Gegensatz zu den klassischeren Antiquitäten, die ihm in „Bares für Rares“ üblicherweise angetragen werden, scheint das nicht so sein Ding zu sein.
Aber das muss natürlich nicht heißen, dass die Spielzeuge nicht trotzdem ein (kleines) Vermögen wert sind…
Meine Schätzung ist tiefer als die des Experten
Ihr wisst ja, dass ich selbst immer gerne mitrate, obwohl ich keine Ahnung habe – meine persönliche Schätzung, bevor das Verkäufer-Paar seinen Wunschpreis genannt und sich der Experte zu Wort gemeldet hat: 250 Euro – also fünf Euro pro Set. Nicht alle sind vollständig – und während einige spezielle Sets bestimmt hoch gefragt sind, gibt es aber sicherlich auch viele, die man noch immer für zwei, drei Euro auf jedem zweiten Flohmarkt findet.
Das Verkäufer-Paar selbst hätte hingegen gerne ein wenig mehr – glatte zehn Euro pro Set wären gut, also insgesamt so um die 500 Euro. Der Experte holt sie allerdings sofort weit wieder ein Stückchen runter: Ja, es gäbe viele Sammler*innen – aber der ganz große Hype wäre, wie auch bei den Überraschungseierfiguren, schon seit ein paar Jahren wieder vorbei. Ein Einkaufspreis von 300 bis 500 Euro wäre aber trotzdem denkbar.
"Bares für Rares": Alle legen zusammen
Und tatsächlich kommen die 500 Euro nicht ganz zusammen – aber zumindest die untere Grenze der Experten-Expertise wird dennoch erreicht, wenn auch ungewöhnliche Weise: Der deutsche Kunst- und Antiquitätenhändler Daniel Meyer legt zwar „nur“ 250 Euro für das „Polly Pocket“-Konvolut auf den Tisch – aber dann überredet er die anderen am Tisch, jeweils auch noch einen Zehner mit draufzulegen, um die 300 Euro vollzumachen. Deshalb gibt es diesmal auch nicht einen, sondern zwei Stapel von Euroscheinen für die Verkäufer*innen:
ZDF (Screenshot)
Habt ihr besser getippt als ich, wie viel das Stück diesmal wert ist? Oder habt ihr sogar noch weiter danebengelegen? Wenn ihr weiter mitraten wollt, kann ich euch jedenfalls direkt auch noch den folgenden Artikel empfehlen – vielleicht tippt ihr ja dort (wieder) besser als ich: