Wettquoten auf ESC-Gewinner: Warum man in Deutschland nicht auf den Eurovision Song Contest wetten kann
Adrian Königer
Adrian Königer
Junior Redakteur bei Filmstarts. Erzogen von Harald Schmidt, aufgewachsen mit Joko & Klaas. Als Fan von Late Night Shows kenne ich mich bestens mit Böhmermann, Welke & Co. aus. Experte für deutsche TV-Shows und Entertainment. Schaue liebend gern Quiz-Shows.

Die Auswahl des deutschen Beitrags zum diesjährigen Eurovision Song Contest steht wieder vor der Tür. Während man in anderen Ländern auf potenzielle Sieger*innen wetten kann, geht man in Deutschland leer aus. Dafür gibt es einen bestimmten Grund.

SWR/EBU

Heute Abend startet das Finale des deutschen Vorausscheids für den kommenden Eurovision Song Contest. Dabei haben die unterschiedlichsten Acts die Möglichkeit, Deutschland im Wettbewerb zu vertreten. Dafür gibt es auch Wettquoten, die die Chancen der jeweiligen Acts ermitteln sollen. Warum man in Deutschland aber auf keinen Act setzen darf, erfahrt ihr hier.

Keine Wetten auf den ESC: Das ist der Grund

Die Quoten für den voraussichtlichen Gewinner des Eurovision Song Contests sind oft der ausschlaggebende Faktor in der Vorabberichterstattung. Immerhin werden somit schon die Favoriten ermittelt. Doch wer in ein deutsches Wettbüro geht und auf den ESC wetten will, der geht leer aus.

Denn das Wetten auf Events wie den ESC oder Showausgänge wie „Let’s Dance“ ist in Deutschland verboten. Das untersagt nämlich der deutsche Glücksspielstaatsvertrag. So müssen laut der Glücksspielbehörde Jugendschutz, Spielerschutz und Spielsuchtprävention beim Wetten gewährleistet sein. Warum speziell auf den ESC nicht gewettet werden kann, erklärt die Behörde gegenüber der Thüringer Allgemeinen:

Insbesondere handelt es sich bei dem durch Gremien der Teilnehmerländer und Zuschauer beeinflussbaren Ausgang nicht um eine Wette, deren Ausgang nur von der Leistung der teilnehmenden Kontrahenten bestimmt wird.

Könnte sich das Wettangebot in Deutschland vergrößern?

In Deutschland darf man nur auf Sportereignisse wie zum Beispiel die Fußball-Bundesliga, die NBA oder den Superbowl wetten. Wer also in diesem Jahr auf die Fußball-Weltmeisterschaft wetten will, dem sind da keine Grenzen gesetzt. Der Deutsche Sportwettenverband sieht aber eine Gefahr in der Einschränkung des Wettangebots. So erklärt er in einer Mitteilung zum letztjährigen ESC:

Interessierte Nutzer weichen zwangsläufig auf illegale Anbieter aus, bei denen weder Verbraucherschutz noch wirksame Prävention von problematischem Spielverhalten gewährleistet sind.

Tatsächlich weichen viele Spieler*innen auf das umfangreiche Online-Angebot aus. Da die Buchmacher meistens ohnehin nicht in Deutschland sitzen, sichern sie sich mit dem Hinweis ab, dass diese Wetten in Deutschland verboten sind. Legal macht es die Wetten aber immer noch nicht, weshalb die Glücksspielbehörde entschieden gegen diese illegalen Angebote vorgeht. Ob der Glücksspielvertrag gelockert wird, bleibt abzuwarten. In der Vergangenheit wurde der Sachverhalt im politischen Rahmen öfter diskutiert, wenn auch ohne konkreten Ausgang.

So könnt ihr den deutschen ESC-Vorentscheid schauen

„Eurovision Song Contest 2026 – Das Deutsche Finale“ läuft am Samstag, den 28. Februar um 20:15 Uhr im Ersten. Die Show soll drei Stunden laufen und wird von Barbara Schöneberger und Hazel Brugger moderiert.

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