Warum sich Atze Schröder nicht zur "Generation alte weiße Männer" zählt – und dabei mit Thomas Gottschalk abrechnet
Adrian Königer
Adrian Königer
Junior Redakteur bei Filmstarts. Erzogen von Harald Schmidt, aufgewachsen mit Joko & Klaas. Als Fan von Late Night Shows kenne ich mich bestens mit Böhmermann, Welke & Co. aus. Experte für deutsche TV-Shows und Entertainment. Schaue liebend gern Quiz-Shows.

Atze Schröder hat als alteingesessener Comedian wohl die Humorentwicklung in Deutschland am eigenen Leibe erfahren. Dabei zieht er jetzt radikale Schlüsse und rechnet auch mit Thomas Gottschalk ab.

ProSieben

„Man kann ja heutzutage gar nichts mehr sagen“ lautet ein Tenor, den mittlerweile einige Comedians und Entertainer übernehmen – darunter auch Thomas Gottschalk, der in seiner finalen „Wetten, dass…?“-Ausgabe meinte, dass er nicht mehr das öffentlich sagen kann, was er auch privat erzählt. Atze Schröder wiederum stellt sich gegen diese Aussage.

Atze Schröder will nicht so sein wie Thomas Gottschalk

Im Podcast „Zwischen den Zeilen“ war Atze Schröder zu Gast, und die Moderatorin Bettina Böttinger ist überrascht, dass der Comedian „nicht zu der Generation alte weiße Männer gehöre“. Immerhin sei er mit seinen stolzen 60 Jahren immer noch nicht „peinlich“ geworden.

Für Atze Schröder gibt es darauf eine einfache Antwort und er kann sich dabei einen Seitenhieb gegen Thomas Gottschalk nicht verkneifen:

Klar sagen einige, man dürfe nicht mehr sagen, was man denkt. Unter anderem Thomas Gottschalk – wo man dann selbst für sich denkt: Vielleicht liegt es daran, was du so denkst

Schröder erklärt nämlich, dass er seinen alten Witzen gar keine Beachtung mehr schenkt und mit dem Zeitgeist gehen will. So erklärt er:

Wenn ich jetzt die ganzen Sprüche von früher noch kloppen würde wie vor 25, 30 Jahren, dann wäre ich der älteste weiße Komiker, den es überhaupt nur gibt

Atze Schröder: Die Gesellschaft ist "empfindlicher" aber auch "rauer" geworden

Danach sprechen die beiden darüber, wie sehr sich die Sensibilität in dem Bereich verstärkt hat. Für Böttinger sei es spannend, „dass man gerade im Comedy-Bereich sensibler mit gewissen gesellschaftlichen Themen umgeht. Schröder ergänzt:

Wohingegen in der Gesellschaft alles irgendwie rauer und auch durch das Netz brutaler [ist].

Schröder macht aber genau diese Diskrepanz Spaß, und er geht daher unter anderem auf diesen Konflikt in seiner Comedy ein. Ihm ist aber bewusst, dass auch das nur eine Entwicklung der Zeit sei. So ist dem Comedian klar, dass er die Witze seiner damaligen Show „Alles Atze“ heute so nicht mehr machen würde. Er führt aus:

Es gibt Szenen, da würde ich heute – auch wenn es im Drehbuch stände – sagen: Würde ich nicht machen.

Für solche Sketche gäbe es, nach Atze Schröders Auffassung, heute einen riesigen Aufschrei. „Zu Recht“, gibt der Comedian zu.

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