Nachdem im vergangenen November alle 16 Bundesländer dem Reformstaatsvertrag zugestimmt haben, stehen den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF nun tiefgreifende Änderungen und Einsparungen bevor. Mittlerweile liegen erste Informationen darüber vor, wie genau die Sender bei der Umsetzung dieser Reformen vorgehen werden.
ZDF und ARD streichen TV-Kanäle und legen sie zusammen
Der Reformstaatsvertrag ist ein Spar- und Modernisierungsplan, mit dem die Bundesländer ARD und ZDF zukunftsfähig aufstellen wollen. Um Kosten zu senken, wird die Anzahl der produzierten TV- und Radiosender reduziert, während der Fokus verstärkt auf digitale Angebote und die Mediatheken rückt. Ziel ist ein schlankeres Programm, um eine weitere Erhöhung des Rundfunkbeitrags zu vermeiden.
In der Folge wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Angebote bündeln oder teilweise ganz einstellen. Aus den bisherigen Kanälen Phoenix, ZDFinfo, ARD alpha und tagesschau24 werden künftig zwei Programme entstehen; ebenso werden ARD One und ZDFneo zu einem gemeinsamen Kanal verschmolzen. In ihrer gewohnten Form bleiben die Sender noch bis Ende 2026 bestehen.
NDR/Hendrik Lüders
Neue Strukturen ab 2027: Die künftigen Angebote
Wie die Sender mitteilten, greifen die Programmänderungen ab 2027. Die Inhalte sollen dann unter folgenden Namen und Schwerpunkten erscheinen:
• phoenix (von ARD und ZDF): Umfasst das Informationsangebot mit ARD aktuell und ZDF heute sowie Parlamentsberichterstattung und begleitende Talks.
• neo (von ARD und ZDF): Ein gemeinsames Angebot, das sich gezielt an junge Erwachsene richtet.
• info (von ARD und ZDF): Dient künftig als zentraler linearer Dokumentationskanal.
Die linearen Sender ARD alpha, tagesschau24 und ARD One fallen der Reform zum Opfer und werden am 31. Dezember 2026 zum letzten Mal ausgestrahlt.
Die Verantwortlichen blicken dennoch positiv auf den Wandel. ZDF-Intendant Norbert Himmler erklärt dazu: „Da kommt das Beste aus beiden Welten zusammen, auch wenn das für ZDF und ARD keine leichte Arbeit war.“