“Kurz vor dem Burnout”: Ehemalige Nachrichtensprecherin fühlte sich von “Tagesschau”-Job überfordert
Adrian Königer
Adrian Königer
Junior Redakteur bei Filmstarts. Erzogen von Harald Schmidt, aufgewachsen mit Joko & Klaas. Als Fan von Late Night Shows kenne ich mich bestens mit Böhmermann, Welke & Co. aus. Experte für deutsche TV-Shows und Entertainment. Schaue liebend gern Quiz-Shows.

Sechs Jahre war Susan Stahnke Nachrichtensprecherin bei der „Tagesschau“. Doch nachdem sie für anrüchige Fotos posierte, verlor sie ihren Job und machte einen radikalen Karriereschnitt.

Hamburg 1

„Tagesschau“-Sprecher*innen strahlen normalerweise Ruhe und Seriosität aus. Daher ist es ungewöhnlich, dass sich eine ehemalige Nachrichtensprecherin nach ihrem Aus im Playboy ablichten ließ und sogar im Dschungelcamp gelandet ist. Dafür nannte sie auch einige Gründe.

Von der "Tagesschau" ins Dschungelcamp: Susan Stahnke hatte einen aufgeregten Lebenslauf

Im Juli 1992 sprach Susan Stahnke nach einem Casting ihre erste Ausgabe der „Tagesschau“. Durch ihr für eine Nachrichtensprecherin junges Alter von 24 Jahren machte sie auf sich aufmerksam, doch der damalige Chefsprecher Werner Veigel war von ihr vollkommen überzeugt.

Susan Stahnke war von 1992 bis 1999 „Tagesschau“-Sprecherin. ARD
Susan Stahnke war von 1992 bis 1999 „Tagesschau“-Sprecherin.

Sieben Jahre später stand sie in der Kritik, nachdem sie sich für erotische Fotos in der „Gala“ ablichten ließ. Durch den öffentlichen Druck verließ sie 1999 die „Tagesschau“ mit dem Ziel, Schauspielerin zu werden. Sie schaffte es zwar in eine Folge von „Law & Order: Special Victims Unit“, doch der große Sprung in die Schauspielbranche gelang ihr nicht.

Durch ihre Halbaktaufnahmen im „Playboy“ und ihre Teilnahme an der ersten Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ hat sie den Spott der Öffentlichkeit auf sich gezogen. Selbst Late-Night-Legende Harald Schmidt machte sich regelmäßig über die ehemalige „Tagesschau“-Sprecherin lustig.

"Privatleben fand nicht mehr statt": Stahnke klagt über ihre Zeit bei der "Tagesschau"

Doch wie kam es zu dieser radikalen Veränderung einer beliebten und bekannten „Tagesschau“-Sprecherin? Hierfür gibt es mehrere Gründe. Stahnke wollte schon früh Schauspielerin werden, weshalb ein Weggang von der „Tagesschau“ absehbar war. Zudem fühlte sie sich dort nicht mehr wohl: „Ich war in dieser Zeit unglücklich. Bei der ‚Tagesschau‘ fühlte ich mich wie ein Hamster im Laufrad, war ständig im Schichtdienst und kurz vor dem Burn-out. Ein Privatleben fand nicht mehr statt“, erzählte sie 2012 in der „Bild“.

Dazu kam 2002 ein privater Einschnitt, als sie herausfand, dass sie bei einem Scheinvater und nicht ihrem leiblichen Vater aufgewachsen war. Ihre Mutter wollte ihr aber nicht verraten, wer ihr Vater ist; selbst vor Gericht scheiterte sie kläglich. „Ich brach zusammen, weinte wochenlang. Ich bin oft nicht in den Schlaf gekommen, weil ich nicht wusste, wie ich diesen Schmerz am nächsten Tag weiter ertragen soll. Ich saß auf einer riesigen Lebenslüge, erklärte Stahnke im selben Interview.

Mit „Tischgespräch“ betreute die ehemalige Nachrichtensprecherin für einige Jahre ihr eigenes Talkformat, bis sie komplett aus der Öffentlichkeit verschwand. 2017 musste sie schließlich Privatinsolvenz anmelden.

Aktueller „Tagesschau“-Chefsprecher Jens Riewa spricht auch über die Herausforderungen als Nachrichtensprecher:

„Nimm es an oder lass es sein“: „Tagesschau“-Sprecher über die größten Herausforderungen nach 30 Jahren bei der ARD

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