"Nimm es an oder lass es sein": "Tagesschau"-Sprecher über die größten Herausforderungen nach 30 Jahren bei der ARD
Adrian Königer
Adrian Königer
Junior Redakteur bei Filmstarts. Erzogen von Harald Schmidt, aufgewachsen mit Joko & Klaas. Als Fan von Late Night Shows kenne ich mich bestens mit Böhmermann, Welke & Co. aus. Experte für deutsche TV-Shows und Entertainment. Schaue liebend gern Quiz-Shows.

Als "Tagesschau"-Sprecher ist man berühmt, beliebt und wird gut bezahlt. Ein perfekter Job, wenn man ihn von außen betrachtet, doch Jens Riewa erzählt, welche Herausforderungen als Nachrichtensprecher auf einen zukommen.

NDR

Am 6. September 1995 sprach Jens Riewa das erste Mal die Hauptausgabe der „Tagesschau“ ein. Damals hätte er wohl noch nicht gedacht, dass er den Job über 30 Jahre machen würde. Seitdem hat er neben vielen Vergünstigungen nämlich auch bestimmte Einbußen, die er nie wieder loswird.

30 Jahre bei der "Tagesschau": An diese Regeln hält sich Jens Riewa bis heute

Die „Tagesschau“ gibt es nun seit über 70 Jahren und hat sich seitdem stark verändert. So hat sich beispielsweise der Dresscode mittlerweile gelockert, auch die Ansprache ist nicht mehr dieselbe. Was wiederum gleichgeblieben ist, ist der durchgetaktete Ablauf. Da hat jeder „Tagesschau“-Sprecher andere Routinen und Rituale. Jens Riewa hat z.B. immer einen besonderen Kugelschreiber dabei, den er vom ehemaligen Chefsprecher Werner Veigel bekommen hat, wie er t-online verrät.

Riewa hat klare Regeln, die er einhält, damit seine Routine perfekt funktioniert. „Schlafe ausreichend, wenn du frei hast, achte auf deinen Blutdruck und meide Alkohol“, erklärt der Chefsprecher als seine drei Regeln. Dabei meint er auch, dass er einen Rhythmus brauche, damit er mit dem Schichtbetrieb bei der „Tagesschau“ klarkommt. „Nimm es an oder lass es sein, das ist der Job“, so Riewa.

Diesen Preis muss man als "Tagesschau"-Sprecher zahlen

Eine der größten Anforderungen für einen „Tagesschau“-Sprecher ist die Flexibilität. Durch die Schichtarbeit sieht jeder Tag für ihn anders aus – einen festen Termin zum Schlafen hat er auch nicht. Problematisch ist auch die Vorausplanung seiner Arbeitspläne, die mitunter drei Monate im Voraus erstellt werden. Spontane Aktionen sind da Fehlanzeige, wie Riewa verrät: „Wenn Sie mal außerplanmäßig freihaben möchten oder kurzfristig in ein Konzert wollen, dann wird es anspruchsvoll. Ich verrate Ihnen was: Ich war noch nie im Großen Saal der Elbphilharmonie.“

Überraschenderweise meint Riewa, dass er in der Öffentlichkeit nicht so oft erkannt wird, wie man vermuten würde. „Es ist höchst amüsant, immer dieses Nachdenken im Gesicht der Menschen zu entdecken: Den kenn' ich doch, ist der das?“, so Riewa. Nur seine Stimme ist zu berühmt, um damit anonym zu bleiben. Daher bleibt er dem Fernsehen ansonsten fern und tritt, von Ausnahmen abgesehen, nur in der „Tagesschau“ auf. Doch die Prominenz gehört seiner Meinung zum Job dazu. „Wer damit Probleme hat, sollte ihn nicht ausüben.“, erklärt der Nachrichtensprecher.

Zuletzt hat ehemaliger „Tagesschau“-Sprecher Constantin Schreiber darüber gesprochen, warum er die Arbeit als Nachrichtensprecher abgelegt hat:

„Keinen einzigen Satz selbst geschrieben“: Ex-„Tagesschau“-Sprecher kritisiert ehemaligen ARD-Job

FILMSTARTS bietet dir täglich die neuesten Nachrichten über Kino, Serien und Fernsehen. Abonniere FILMSTARTS hier bei Google Discover, um auch unsere Kritiken, Interviews, Streaming- und TV-Tipps sowie die besten und interessantesten Geschichten über deine Lieblingsfilme und -serien nicht zu verpassen.

facebook Tweet
Ähnliche Nachrichten
Das könnte dich auch interessieren