Am Dienstag, dem 21. Juli, zeigte das ZDF eine neue Ausgabe aus der Reihe „Am Puls mit Dunja Hayali“. Diesmal ging es in „Unsere Bahn: Geliebt, verflucht - und gefährlich?“ um die Deutsche Bahn. Diese hat sich aber zeitnah zu der Doku geäußert und sie in einer Stellungnahme als „unseriös“ bezeichnet. Das ZDF griff ein und hat sogar einige Fakten in der Doku anpassen müssen.
Deutsche Bahn kritisiert ZDF-Doku als zu "einseitig"
Nach der Ausstrahlung der Dokumentation „Unsere Bahn: Geliebt, verflucht - und gefährlich?“ griff die Deutsche Bahn ein und veröffentlichte eine umfassende Stellungnahme. Dabei warf sie der ZDF-Doku vor, dass sie Fakten ausblende und „in weiten Teilen rein auf Behauptungen und Meinungen“ basiere.
Die Bahn fasst die Doku zusammen: „43 Minuten lang wird einseitig die angebliche Realität der Deutschen Bahn gezeigt: jede Schwäche, kein Fortschritt. Jedes Problem, keine Lösung. Die Leistungen der Mitarbeitenden im Bahnbetrieb – in keiner Weise gewürdigt. So entsteht keine sachliche Aufbereitung, sondern ein Zerrbild für die Zuschauenden.“
ZDF korrigiert diese zwei Fehler in der Dunja-Hayali-Doku
Das ZDF wehrt sich gegen den Großteil der Vorwürfe in einer eigenen Stellungnahme und korrigiert dabei einige Fehler in der Dokumentation, die aktuell in der ZDF-Mediathek zu sehen ist. Ein großer Kritikpunkt der Deutschen Bahn an der Doku ist der Vergleich der Bahnpünktlichkeit mit dem Nachbarland Belgien. „Hier werden Kirschen mit Kürbissen verglichen“, so die Deutsche Bahn. Das ZDF ersetzte demnach in einer Grafik der Doku zur Pünktlichkeit belgischer Züge das Wort „Fernverkehr“ durch „Personenverkehr“, da sich die Daten auf das gesamte belgische Schienennetz und nicht nur auf die Fernzüge beziehen.
ZDF/Felix Korfmann
Auch die Anzahl der digitalen Stellwerke der Deutschen Bahn stand in der Kritik. Nachdem die Doku zunächst von keinem einzigen digitalen Stellwerk berichtet hatte, wurde die Zahl auf drei hochkorrigiert. Dabei wirft das ZDF ein, dass es die Zahlen „erst nach der ersten Onlinestellung des Films“ erhalten habe.
Weitere Kritik der Deutschen Bahn, wie das Verschweigen von Sanierungen der deutschen Schieneninfrastruktur oder das Weglassen von Informationen über das in der Doku aufgegriffene Zugunglück von Burgrain 2022, ließ der Sender unbeantwortet. Die Dokumentation ist „journalistisch sorgfältig recherchiert und bildet verschiedene Perspektiven umfassend ab“, erklärt der Sender. Auch die Streaming-Version solle nun „keine inhaltlichen Mängel“ mehr aufweisen.
Bei RTL floppte kürzlich eine Sky-Serie so sehr, dass der Sender sie nach nur drei Folgen aus dem Programm nehmen musste:
Nach katastrophalen Quoten: RTL nimmt Sky-Serie wieder aus dem Programm