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Tokarev - Die Vergangenheit stirbt niemals
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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Tokarev - Die Vergangenheit stirbt niemals
Von Stefan Dabrock
„Die Vergangenheit stirbt niemals“ lautet der Untertitel zu Paco Cabezas' Rachethriller „Tokarev“. Deutlich wird im Verlauf des Films allerdings, dass in der Vergangenheit eine tödliche Dynamik schlummert, denn die Schuld, die man einmal auf sich geladen hat, lässt sich nur schwer abschütteln. So weit, so altbekannt. Doch wer nun angesichts dieses wenig originellen Themas und der Tatsache, dass Regisseur Cabezas zuvor die schwache Gangsterkomödie „Neon Flesh“ gedreht hat, schon Schlimmes befürchtet, wird überrascht. Rache, Schuld und die Unfähigkeit, in emotionalen Grenzsituationen nicht auf alte Verhaltensmuster zurückzugreifen, verarbeitet Cabezas in „Tokarev - Die Vergangenheit stirbt niemals“ zu einem bedrückenden Thriller. Dabei kann er auf den überzeugenden Nicolas Cage in der Hauptrolle und auf die souverän komponierten Bilder von „Pulp Fiction“-Kameramann Andrzej Sekula bauen.

Paul Maguire (Nicolas Cage) gehörte einst zu den finsteren Burschen der organisierten Kriminalität, aber sein Pate O'Connell (Peter Stormare) ließ ihn mit offiziell sauberer Weste aussteigen. Seitdem führt Maguire als erfolgreicher Geschäftsmann mit hübscher Frau (Rachel Nichols) und Tochter (Aubrey Peeples) ein angenehmes Leben. Doch dann wird Maguires Tochter von Unbekannten entführt. Wenige Tage später kann die Polizei nur noch ihre Leiche finden. Detective St. John (Danny Glover) verspricht zwar, alles für die Ergreifung der Täter zu tun, aber das reicht Maguire nicht. Er trommelt seine Freunde Kane (Max Ryan) und Danny (Michael McGrady) zusammen, um in den kriminellen Kreisen der Stadt nach entscheidenden Hinweisen zu suchen. Als aus dem Polizeiapparat durchsickert, dass die Mordwaffe eine Tokarev gewesen ist, sind die drei Rächer überzeugt, in Russenmafiachef Chernov (Pasha D. Lychnikoff) den Verantwortlichen gefunden zu haben. Der Feldzug gegen die Mörder beginnt…


Der Kontrast zwischen einem gehobenen Mittelklassefamilienidyll und der Gewalt, die schließlich darin einbricht, ist ein von Klassikern wie „An einem Tag wie jeder andere“ bis zu Thrillern wie „Hostage – Entführt“ gerne benutztes Motiv. In „Tokarev“ kommt zur Angst im eigenen Haus jedoch noch etwas anderes hinzu: Das Idyll wirkt wie eine Maske, die Paul Maguires frühere Identität als Killer in Diensten der organisierten Kriminalität verdeckt. Und so bricht die Welt des Geschäftsmanns weniger durch die Entführung und Ermordung seiner Tochter zusammen, als durch sein Sinnen auf Rache. Wenn er mit Kane und Danny „ermittelt“, dann ist er wieder im Sumpf des Verbrechens angekommen, aus dem er sich herausgezogen glaubte. Der Identitätswechsel ist auf tragische Weise gescheitert, wodurch erst eine Gewaltspirale in Gang gesetzt wird, deren fataler Dynamik Maguire nicht entkommen kann.

Während Maguire auf der Suche nach den Mördern mit seinen Sünden konfrontiert wird, setzt der erfahrene Kameramann Andrzej Sekula jenseits der Schießereien und Verfolgungsjagden auf harmonisch ausgeleuchtete Bilder und klare Strukturen, mit denen er die Stadt im Kontrast als ruhigen Ort inszeniert. Umso mehr wirkt Cage wie ein leidender Wüterich, obwohl der gerne zum Overacting neigende Star für seine Verhältnisse eher zurückhaltend agiert. Umgeben ist er von zahlreichen gelassen agierenden Figuren, die ihn von seinem Weg abbringen wollen: Vor allem Danny Glover („Lethal Weapon) als Polizeidetektiv St. John, der Maguire durchschaut und ihm wie ein mahnender Vater gut zuredet, ist so etwas wie der heimliche Star des Films. Die Mahner um Maguire herum wirken wie symbolische Schutzpatrone eines neuen Wegs, dem der scheinbar geläuterte Geschäftsmann nicht treu bleiben kann. Aus dieser Unfähigkeit des Rächers, die Logik der Gewalt zu durchbrechen, schöpft Cabezas die Kraft mit der er „Tokarev“ trotz seines konventionellen Ansatzes zu einem sehenswerten Thriller werden lässt.

Fazit: Pablo Cabezas gelingt es seinen sehenswerten Rachethriller „Tokarev - Die Vergangenheit stirbt niemals“ mit Tragik und Identitätsfragen aufzuladen, die über die schlichte Grundstruktur der Handlung hinausgehen.
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Kommentare

  • ChiliPalmer

    Das ist doch nicht euer Ernst??? 3,5 Punkte???

  • kleiner luk

    Wie man bei so einem grottenschlechten Film 3,5 Sterne vergeben kann, ist mir ein Rätsel! Die Dialoge sind der letzte Witz, die Handlung komplett ausgelutscht und fad und ich kann nur sagen, dass ich froh war, nur 90 Minuten meines Lebens verschwendet zu haben.

  • SonnyC

    Schiesse normalerweise nicht gegen euch, aber hierbei habe ich nach langer Zeit auf einen guten Cage Film gehofft.... und wurde dafür kulturell penetriert... 2 Sterne und Mund abwischen

  • niman7

    Ich habe bisher nur 50 Minuten gesehen aber ich hab jetzt gar keine Lust weiter zu schauen.
    Ernsthaft 3,5?? Dann muss ja noch sehr viel passieren.

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