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Sword Art Online - Ordinal Scale
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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Sword Art Online - Ordinal Scale
Von
Die virtuelle Realität. Vor einigen Jahrzehnten noch war die Darstellung und Wahrnehmung der Wirklichkeit in einer computergenerierten, interaktiven Echtzeit-Umgebung der Stoff wegweisender Sci-Fi-Filme wie „Welt am Draht“ (1973), „Tron“ (1982) oder „Matrix“ (1999) – heute ist das Thema auch in unserem Alltag präsenter denn je. Vor allem die Unterhaltungsindustrie setzt mit VR-Brillen, -Kameras und –Videospielen auf den Erlebniswert der immer perfekter werdenden Simulationen. Mit deren Möglichkeiten und Gefahren setzt sich nun Regisseur Tomohiko Itō in „Sword Art Online The Movie: Ordinal Scale“, dem ersten Kino-Ableger der erfolgreichen Anime-Serie „Sword Art Online“ auseinander – und das im Gegensatz zu den eingangs genannten Dystopien nun auf denkbar spielerische Weise. Der knallbunte und bildgewaltige Fantasy-Actioner ist trotz kleiner Längen und seiner etwas schwachbrüstig geratenen Gesellschaftskritik ein sehenswertes Animationsabenteuer mit jeder Menge Bums, Herz und Helden, die mehr sind als nur schwertschwingende Haudegen.  

Zwei Jahre nachdem der junge Schwertkämpfer Kirito seine geliebte Asuna aus der gefährlichen Welt des Virtual-Reality-Games Sword Art Online befreien konnte, erobert ein neues Spiel die Welt: Ordinal Scale. Durch das Tragen des Augmented-Reality-Geräts namens Augma verwandelt sich die Umgebung der User in eine düstere Fantasiewelt, in der die Spieler bei gefährlichen Kämpfen gegen riesige Monster immer mehr Punkte sammeln können. Während der aus der Übung gekommene Kirito dem neuen Spiel eher skeptisch gegenübersteht, schlagen sich Asuna und ihre Freunde in der Welt von Ordinal Scale sehr gut. Doch der scheinbar harmlose Zeitvertreib wird mit einem Mal blutiger Ernst, als der mysteriöse Eiji auf den Plan tritt. Denn der mächtige Kämpfer hat es nicht nur auf die tödlichen Kreaturen, sondern auch auf die Erinnerungen der anderen Spieler abgesehen. Und auch die so unschuldig anmutende Sängerin Yuna scheint ein Teil des teuflischen Plans zu sein. Erneut muss Kirito der in Gefahr schwebenden Asuna und allen anderen Spielern von Ordinal Scale zur Seite stehen, um sie vor den lebensgefährlichen Folgen des Games zu retten...



Der japanische Autor Reki Kawahara brachte 2002 den ersten Band seiner Jugendbuchreihe „Sword Art Online“ heraus und legte damit den Grundstein für eine Saga, der Leser auf der ganzen Welt gebannt folgen. Bis heute wurden über 19 Millionen Bücher dieser sogenannten Light Novels verkauft (unter dem Begriff versteht man Jugendromane mit Illustrationen im Manga- beziehungsweise Anime-Stil), die wiederum als Vorlage für jede Menge gleichnamiger Manga-, Anime- und Videospieladaptionen dienten, mit denen das Universum von „Sword Art Online“ immer weiter ausgebaut wurde – den Vergleich mit populären Konkurrenten wie „Dragonball“, „One Piece“ oder „Naruto“ muss es längst nicht mehr scheuen. Regisseur Tomohiko Itō taucht beim ersten „Sword Art Online“-Kinofilm gleich tief ein in die bereits etablierte Erzählwelt, nachdem er in einer kurzen Rückblende zu Beginn die wichtigsten Ereignisse der Anime-Serien „Sword Art Online“ sowie „Sword Art Online II“ rekapituliert hat. Franchise-Neulinge brauchen durchaus eine Weile, sich in das Fantasy-Abenteuer einzufinden, aber auch ohne Vorkenntnisse wird man im Laufe des Films mit den großäugigen Heldinnen und Helden der Saga warm.

Wenn man erst einmal verinnerlicht hat, was sich etwa hinter Fachbegriffen wie Augma (so der Name des Geräts, mit dem sich die Spieler in Ordinal Scale einloggen) verbirgt, kann man sich endlich auf die zahlreichen Heldenfiguren des Abenteuers konzentrieren – und die erweisen sich als ähnlich komplex wie die futuristische, von Technik dominierte Welt des Films, die zuweilen gar an solche Anime-Meilensteine wie „Akira“ oder „Ghost In The Shell“ erinnert. Kirito und Asuna haben die zwei Jahre, die sie dazu verdammt waren, in der brutalen Welt von Sword Art Online zu überleben, nicht nur mit Kämpfen verbracht und so räumen Itō und Drehbuchautor Reki Kawahara der Liebesbeziehung zwischen den beiden ebenso viel Zeit ein wie den opulenten Kämpfen zwischen Gut und Böse. Ob ein bezaubernd umgesetzter Kometenschauer oder überraschend tiefschürfende Träume vom Verlust des Geliebten: Ausdrucksstarke Bilder laden dazu ein, in die Gefühlswelten der beiden Protagonisten einzutauchen. Und auch die Antagonisten des Films sind mit ihren tragischen Schicksalen (Yuna und Eiji verbindet eine Vergangenheit voller Liebe und Schmerz) sehr viel mehr als nur übel dreinschauende Widersacher.

Als nicht ganz so ausgefeilt wie die glaubhaften Figuren erweist sich allerdings der Versuch, kritische Töne in dem Fantasy-Abenteuer unterzubringen. Wenn hier vor den Gefahren des Augmented-Reality-Spiels Ordinal Scale für das Gedächtnis der Spieler gewarnt wird, dann steckt darin durchaus eine Kritik an unreflektierter Technikgläubigkeit und autoritärer Entmenschlichung, aber die verpufft mit der zwiespältigen Erkenntnis von Kirito und Co., dass das Leben in der „guten alten“ virtuellen Realität ja viel ungefährlicher und gemeinschaftlicher sei. Die Macher verlieren sich hier gewissermaßen in den verschiedenen Intensitätsstufen des Virtuellen, dabei sind es die gesundheitlichen und psychologischen Risiken aller dieser Techniken an sich, die man bedenken sollte. Aber dieser Fauxpas verblasst hinter den beeindruckenden Schauwerten. Kirito und seine Mitstreiter treffen in ohrenbetäubenden Kämpfen auf immer neue Drachen, Minotauren und sonstige überdimensionierte Fabelwesen. In diesem Punkt haben Itō und sein Kreativ-Team voll ins Schwarze getroffen: Das Design der furchteinflößenden Kreaturen und die Gestaltung der gotisch angehauchten Fantasiewelt von Ordinal Scale sind ein wahrer Augenschmaus – und sie machen den ersten „Swort Art Online“-Kinofilm letztlich auch sehenswert.

Fazit: Trotz kleiner Längen und einer leicht missglückten Botschaft punktet der Kino-Einstand der „Sword Art Online“-Saga mit krachender Action, bezaubernden Bildern und starken Figuren mit Herz.
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Kommentare

  • MaxPowers

    die ersten 12 Folgen der 1. Staffel waren sehr gut aber dann .......

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