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Black Water
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
Black Water
Von
Actionfans erinnern sich auch heute noch gern an die erste Begegnung von Jean-Claude Van Damme („Bloodsport“) und Dolph Lundgren („Rocky IV“) vor der Kamera: In „Universal Soldier“, dem ebenso brachialen wie kurzweiligen Hollywood-Debüt von Roland Emmerich („Independence Day“), bekämpften sie sich 1992 als Vietnamveteranen erbittert bis zum Tod, bevor sie nach ihrer Wiederbelebung durch ein Militärprogramm ihren Privatkrieg gegeneinander fortsetzten. Dieses filmische Duell ging 17 Jahre später in „Universal Soldier: Regeneration“ in eine durchaus reizvolle zweite Runde, danach gehörten Van Damme und Lundgren noch in zwei weiteren Filmen beide zur Besetzung, doch weder in „Expendables 2“ noch in „Universal Soldier: Day Of Reckoning“ war ihnen eine gemeinsame Szene vergönnt. Der Actionthriller „Black Water“ führt die beiden in die Jahre gekommenen Actionstars nun wieder zusammen – und erstmals kämpfen die Recken Seite an Seite. Leider fällt dieses gelungene Wiedersehen enttäuschend kurz aus und der Film, mit dem Kameramann Pasha Patriki („Gridlocked“) sein Regiedebüt gibt, ist als Ganzes eine recht zähe Angelegenheit.

Der abtrünnige Geheimagent Scott Wheeler (Jean-Claude Van Damme) hat eine Datei mit einer hochbrisanten Agentenliste in seinen Besitz gebracht und plant, sie zu verkaufen. Doch die CIA vereitelt sein Vorhaben und entführt ihn auf ein Atom-U-Boot. Während des Verhörs an Bord stellt sich heraus, dass Wheelers ehemaliger Vorgesetzter Rhodes (Al Sapienza, „House Of Cards“) eigene Pläne verfolgt und gemeinsame Sache mit Terroristen macht. Wheeler gelingt die Flucht aus der Kabine, in der das Verhör stattfindet. Zusammen mit dem ebenfalls auf dem Schiff festgehaltenen deutschen GSG-9-Agenten Marco (Dolph Lundgren) und der CIA-Agentin Cassie Taylor (Jasmine Waltz) nimmt er den Kampf gegen Rhodes und seine Söldner auf.

Black Water Trailer (3) OV

„Black Water“ beginnt sehr atmosphärisch: Unter schwerem Atem erwacht Protagonist Scott Wheeler von Schmerzen geplagt in einer kleinen, dunklen Zelle. Nachdem er sich kurz orientiert, wird er von einem Häftling aus der Nachbarzelle mit „Morning, Sunshine!“ begrüßt – es ist Marco. Drehbuchautor Chad Law, der schon das Skript zum Scott-Adkins-Actioner „Close Range“ schrieb, spielt im Anschluss an diesen ersten Kontakt mit den Erwartungen der Genrefans und zögert die tatsächliche Zusammenarbeit von Van Damme und Lundgren hinaus, indem er erst die Vorgeschichte davon erzählt, wie Wheeler dort in der U-Boot-Zelle gelandet ist. Erst nach über einer Stunde Laufzeit ist es schließlich soweit: In zwei größeren Actionszenen prügeln die beiden in die Jahre gekommenen Stars erstmals zusammen auf die „bösen Buben“ ein: Während der für sein Alter immer noch sehr drahtiger und agiler Van Damme mit dem einen oder anderen lässigen Spruch auf den Lippen das Kommando übernimmt, kommt dem ungleich hüftlahmeren Lundgren ein kleinerer Part zu. Und nach nur sieben Minuten gemeinsamer Screentime, einigen ironischen Machosprüchen und gelungenen Onelinern zu verschmitztem Grinsen verabschiedet sich der schwedische Hüne abrupt wieder aus dem Film.

Genau diese sieben Minuten sind auch das Highlight von „Black Water“, einem Actioner, der sonst sehr mittelmäßig ausfällt. Nach der turbulenten Rekapitulation der Ereignisse zum Auftakt verliert der Film spürbar an Drive, die Einführung unnötiger Figuren (darunter Patrick Kilpatrick, der 1990 schon bei „Mit stählerner Faust“ mit Van Damme zusammenarbeitete, als ein weiterer CIA-Agent) und diverse zähe Dialoge gehen zu Lasten des Tempos. Die Actionszenen sind schnell geschnitten, brutal und blutig, die simplen Kampfchoreografien kommen dabei aber über routiniertes Handwerk nicht hinaus. Zudem macht sich etwa bei den CGI-Außenaufnahmen bemerkbar, dass Kameramann und Regisseur Pasha Patriki nur ein sehr schmales Produktionsbudget zur Verfügung stand, und auch die Schauplätze wirken nicht immer stimmig: Während viele Szenen offensichtlich auf den Decks eines echten Schiffs gedreht wurden, erinnern einige Kulissen eher an breite Studioflure als an die schmalen Gänge eines U-Boots. Trotz all dieser Einschränkungen ist „Black Water“ insgesamt leidlich spannend, dafür sorgen nicht zuletzt einige unerwartete Wendungen. Großes Vergnügen bereitet nicht zuletzt auch der Auftritt von Al Sapienza, der mit feiner Intonation einen hervorragenden, hinterlistigen Bösewicht abgibt.

Fazit: Obwohl die Chemie zwischen Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren auch mehr als 25 Jahre nach ihrem ersten filmischen Aufeinandertreffen noch stimmt, bereitet ihr Wiedersehen im mittelmäßigen Action-Thriller „Black Water“ nur eingeschränkt Freude.
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