Von Ulrich Behrens
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Ein feiner Pinkel aus der Stadt ist Jeffrey Lebowski nun wahrlich nicht. Vielleicht ein Pinkel, vielleicht aus der Stadt, aber fein? Trotzdem nennt er sich und nennen ihn alle The Dude (Jeff Bridges). The Dude, der ist ein Relikt, eine archäologische Seltenheit, die nie ausgegraben wurde, sondern sich über die Jahre hinweg an der Luft gehalten hat. The Dude hat sich durchgeboxt, na ja, geboxt ist vielleicht viel zu viel gesagt. Er hat eine Nische gefunden in L.A., eine doch relativ große Nische, in der er nun sein reduziertes Leben zwischen Nichtstun (jedenfalls was eine „ordentliche Arbeit“ angeht), Bowlingbahn, White Russian, den er schlürft, als wäre es Wasser, und Joints verbringt. The Dude ist das, was man hierzulande einen gestrandeten Alt-68er nennen würde, einen Hippie der Flower-Power-Generation, einer, der nicht irgendwann den „Gang durch die Institutionen“ eingeschlagen hat, sprich: die mehr oder weniger steile Karriere im Establishment, das den 68ern ja ein Gräuel war und zu dem sie heute zumeist selbst gehören. Nein, nein, The Dude ist sich und seiner Mentalität auf eine sehr individuelle Art treu geblieben. Mit radikaler Politik ist es vorbei, die Frauen rennen ihm nicht gerade nach. The Dude hat lange Haare, einen Vollbart, trägt ständig übergroße Bermudashorts. Eigentlich gehört er ins historische Museum, aber da er lebt, wäre das allzu inhuman.
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