„Cliffhanger“ präsentiert sich, obwohl 1993 entstanden, als Archetyp eines 80er-Jahre-Actionfilms. Der Finne Renny Harlin (
Stirb langsam 2,
Driven) hält das Tempo des konsequent blut- und bleihaltigen Action-Reißers, der gewiss keine Verwandten macht, hoch. Das ist auch gut so und vor allem nötig. Durch die straffe Inszenierung samt spektakulärer Stunts und umwerfenden Bergbildern werden die dünne, recht hanebüchene Story sowie die zahlreichen Logiklöcher kaschiert. Stallone, der gemeinsam mit Michael France am Drehbuch werkelte, schrieb sich die Rolle des wortkargen, vom Leben gebeutelten, aber zutiefst aufrichtigen Naturburschen auf den Leib. John Lithgow darf als fiese Bösewichtkarikatur Vollgas geben und der Rest steht im Dienst der (Action)Sache. Der Zeitgeist hat „Cliffhanger“ mittlerweile zwar deutlich überholt, aber wer auf krachledernes 80er- und 90er-Jahre-Actionkino steht, ist mit diesem Krawall- und Krawumm-Abenteuer bestens bedient. Und sei es nur für Stallone-Nostalgiker, die den glorreichen Zeiten ihres Stars, der mitunter zur tragischen Figur zu verkommen droht, nachtrauern.
Carsten Baumgardt