Kritik der FILMSTARTS.de-Redaktion
Von Stefan Ludwig
(3)
„Ein Märchen über Trauer, Lebensbewältigung und einen ungewöhnlichen Mann“: Diese originelle Mischung wollte der italienische Regisseur Antonio Grimaldi nach eigenem Bekunden mit seinem einfühlsamen Drama „Stilles Chaos“ schaffen. Gelungen ist ihm eine liebenswerte Geschichte, die eine ganz besondere Faszination ausstrahlt. Allerdings entfaltet das moderne Märchen nicht ganz die mögliche Wirkung, da seine Verankerung in der Realität zu sehr vernachlässigt wird. So bleibt die Persönlichkeit der Hauptfigur unterbelichtet, obwohl der Protagonist ständig präsenter Dreh- und Angelpunkt des Films ist. Mit der Konzentration auf einen solchen zentralen Charakter, der zudem noch die meiste Zeit des Films wartend auf einer Parkbank verbringt, verweigern sich Grimaldi und sein Hauptdarsteller und Drehbuchautor Nanni Moretti (Der Italiener, „Das Zimmer meines Sohnes“) einer gängigen Dramaturgie. Hier wird weder konsequent ein Plot vorangetrieben, noch streben die Macher Glaubwürdigkeit im Sinne eines äußeren Realismus an.
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Userkritiken und Wertungen
Durchschnittliche Wertung:
(3,2)
bei
161 Wertungen
insgesamt 4 Kritiken
ThomasEdgar
Mitglied seit 1.074 Tagen
|
34 Userkritiken
Bewertung:
(3)
Kritik:
Vielleicht muss man Italiener sein, um diesen Film zu verstehen. Vielleicht gibt es auch gar nichts zu verstehen. Der Film ist wie ein verschnulztes Märchen, untermalt mit der passenden Musik. Nichts Ernsthaftes, wie z.B. die Trauerarbeit um die plötzlich verstorbene Ehefrau.
Alles kommt recht chaotisch daher. Von daher stimmt der Titel des Films. Während der Hauptdarsteller eine Frau vorm Ertrinken rettet, stirbt daheim die eigene Gattin. Das stille Chaos nimmt seinen Lauf und bekommt ein Gerüst.
Es beginnt mit dem ersten Schultag der Tochter. Der Vater beschließt auf der Parkbank vor der Schule zu warten. Aus einem Tag werden Wochen, Monate, bis der Winter kommt. Hübsche Frauen ziehen an ihm vorüber. Arbeitskollegen besuchen ihn, und er macht Karriere, während er dem Büro fernbleibt: Klasse, das müsste mir mal passieren! Wie im Märchen.
Märchenhaft bleibt es auch, mit einfühlsamen Passagen. Er sitzt gedankenverloren zwischen seinen plaudernden Verwandten und denkt geistesabwesend über die vielen Schuhe seine Frau nach. Ansätze von Vergangenheitsbewältigung, der Gang zur Psychologin, dazwischen ein Joint mit dem Bruder oder der geile Hintern von Isabella Ferrari. Zum Schluss wird auch noch Roman Polanski als Big Boss im Rolls-Royce aus dem Hut gezaubert. Letztlich schickt die Tochter ihn nach Hause, ein auf der Parkbank wartender Vater ist dann doch etwas peinlich, das war's ... Vom Schauspielerischen gut, von der Story eher Mittelmaß, aber unterhaltsam.
Verfasst am 01.04. um 16:28 Uhr -
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Besetzung und Stab
Nanni Moretti
Rolle: Pietro Paladini
Valeria Golino
Rolle: Marta
Alessandro Gassman
Rolle: Carlo
Isabella Ferrari
Rolle: Eleonora Simoncini
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Gast - Donnerstag, 09. Februar um 18:18