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    Ausgerechnet ein Disney-Film hat Quentin Tarantino zu einer der berühmtesten Szenen in "Pulp Fiction" inspiriert!
    Michael Bendix
    Michael Bendix
    -Redakteur
    Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: vom obskuren 70er-Jahre-Horrorfilm über Kunstfilme von Chantal Akerman bis hin zum neuesten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

    Der Tanz zwischen John Travolta und Uma Thurman in „Pulp Fiction“ ist der vielleicht ikonischste Moment in Quentin Tarantinos 90er-Jahre-Kultfilm. Pate stand nicht nur ein französischer Klassiker, sondern auch eine Zeichentrick-Katze...

    In Quentin Tarantinos 90er-Jahre-Kulthit „Pulp Fiction“ gibt es so viele ikonische Momente, dass man sie kaum alle aufzählen kann. Zahlreiche Szenen und Dialoge sind in die Popkultur-Geschichte eingegangen und wurden hundertfach zitiert. Eine der berühmtesten Sequenzen des Films ist das Date von Vincent Vega (John Travolta) und Mia Wallace (Uma Thurman) im Jack Rabbit Slim's Restaurant, das in einem so unbeholfenen wie coolen und eleganten Tanz zu Chuck Berrys „You Never Can Tell“ gipfelt. Wahrscheinlich hat nahezu jeder die Szene sofort im Kopf – weniger bekannt ist allerdings, wo Tarantino seine Inspiration zu einer der legendärsten Tanzszenen der Filmgeschichte hergenommen hat!

    Dass sich der „Kill Bill“-Regisseur aus einer Vielzahl von Quellen und Einflüssen bedient, um daraus in der Regel etwas komplett eigenes zu machen, ist kein Geheimnis. Alte Martial-Arts-Filme stehen bei seinen Filmen ebenso Pate wie Spaghetti-Western oder Gangsterfilm-Klassiker, und auch aus seiner Liebe zu klassischen Fernsehserien aus den 60er Jahren hat der Star-Regisseur nie einen Hehl gemacht. Mit seiner Hauptinspiration für die Tanzszene aus „Pulp Fiction“ hätten allerdings selbst eingefleischte Tarantino-Fans nicht gerechnet...

    Dieser Disney-Klassiker hat den "Pulp Fiction"-Tanz inspiriert

    Ein eher naheliegender Einfluss ist Anna Karinas Tanz in Jean-Luc Godards Nouvelle-Vague-Klassiker „Die Außenseiterbande“, nach dem Tarantino auch seine gemeinsam mit Lawrence Bender gegründete Produktionsfirma A Band Apart benannt hat. Überraschender hingegen ist, dass auch ein Disney-Klassiker als Vorlage für die Twist-Szene diente – nämlich „Aristocats“!

    In der Graham Norton Show verriet der Filmemacher, dass sich in dem Tanz vor allem auch die Unterschiede zwischen den beiden Figuren ausdrücken sollten – der leicht unsichere, steife Vincent auf der einen Seite und die unbekümmerte, lebhafte Mia auf der anderen. Für die Uma-Thurman-Figur fand Tarantino die passende Vorlage ausgerechnet in einer Zeichentrick-Katze. „Wenn Vince sich dreht, wollte ich, dass er dabei ganz starr ist“, erzählt Tarantino im Interview. „Aber wenn Mia sich dreht, hatte ich Duchesse aus ,Aristocats' im Kopf.“

    Duchesse (abgeleitet vom englischen Wort für „Herzogin“) ist die weibliche Hauptfigur in dem 70er-Jahre-Disney-Klassiker über musizierende Katzen. Sie verliebt sich in einen Straßenkater und gilt als ganz besonders elegante Katze, was sie mehrmals auch beim Tanzen unter Beweis stellt. Diese Enthüllung zeigt einmal mehr: Es gibt wohl nichts, woraus der „Django Unchained“-Macher keinen Tarantino-Moment zaubern könnte!

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