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"Everest": Autor und Überlebender Jon Krakauer ist ganz und gar nicht begeistert von dem Berg-Abenteuer
Von Julia Bork — 28.09.2015 um 17:45
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Sein Tatsachenbericht vom Unglück am Everest 1996 „In eisigen Höhen“ wurde zum Bestseller. Nun bezeichnete der verärgerte Jon Krakauer Baltasar Kormákurs Abenteuerfilm „Everest“ als Blödsinn.

Universal Pictures Germany
„Als großen Blödsinn“ bezeichnete Jon Krakauer gegenüber Variety den Abenteuerfilm „Everest“, der aktuell in der Top Fünf der deutschen Kinocharts vertreten ist. Der Journalist, Bergsteiger und Autor hat die unbändige Naturgewalt auf dem Gipfel des höchsten Berges der Welt am eigenen Leib erfahren. Im Auftrag des US-Magazins schloss er sich der kommerziell geführten Expedition des Unternehmens Adventure Consultans auf den Mount Everest an, die am 10. Mai 1996 nach einem unvorhergesehenen Unwetter ein tragisches Ende nahm und acht Menschen das Leben kostete.

Von seinen Erfahrungen erzählt Krakauer in dem Tatsachenbericht „In eisige Höhen“ (Originaltitel: „Into Thin Air“), dabei schildert er chronologisch und nahezu minutiös vom Verlauf der Katastrophe. Auch die Frage nach Schuld, menschlichem Versagen und verheerenden Fehlentscheidungen seitens der Bergführer, die die Kunden der kommerziellen Expedition auf das Dach der Welt führten, versucht Krakauer aus seiner Perspektive zu beleuchten. Das Buch entpuppte sich als weltweiter Bestseller. Schnell zeigten sich Filmstudios interessiert an den Rechten von Krakauers Bericht und so verkaufte er die Rechte 1997 an Sony Pictures. Das Studio schickte noch im gleichen Jahr das TV-Abenteuer „In eisige Höhen – Sterben am Mount Everest“ auf Sendung.

Nun, Jahre später, bereut der Autor diese Entscheidung jedoch. Dem Branchenmagazin Variety erzählte Jon Krakauer:

„Alle haben mir damals geraten, ich solle das Geld nehmen und die Filmrechte verkaufen, da die meisten Filme niemals gedreht werden und ich nichts zu verlieren habe. Ich habe mir mit dieser Entscheidung selbst einen Fluch auferlegt Nach dem TV-Film habe ich feststellen müssen, dass die Verantwortlichen mit den Rechten machen können, was sie wollen. Das ist das Geld, das ich dafür bekommen habe, nicht wert!“

„Everest“-Regisseur Baltasar Kormakur bezog bereits Stellung. Krakauers „In eisigen Höhen“ sei nicht seine einzige Referenz gewesen, als er sich auf den Film vorbereitete. Er habe eine Vielzahl verschiedener Bücher über das Unglück am Everest 1996 sowie die Aufnahmen der Anrufe im Camp am Everest als Quelle herangezogen. Dabei war es ihm wichtig, dass sowohl er als Regisseur als auch die Drehbuchautoren einen neutralen Blickwinkel einnehmen, der keine der Gruppen bevorzuge oder in ein negatives Licht rücke.




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Kommentare
  • Cinergie
    Ich kenne Krakauers Buch nicht und ehrlich gesagt bin ich auch nich gerade der Bergsteiger-Spezialist aber Krakauers Aussage klingt nach einem Egonmanen der nur seine Sicht der Dinge akzeptiert. Falls Regissuer Kormakur auch andere Quellen für seinen Film angezapft hat und daraus seine Version gedreht hat, geht das absolut in Ordnung. Ich fand den Film als Laien extrem spannend und auch überzeugend gemacht und die Reaktionen der Teilnehmer aus der Sicht von Extremsportlern auch nachzvolllziehbar.Ich kann mir denken, dass Krakauer die Darstellung von Anatoli Nikolajewitsch Bukrejew im Film nicht gefällt. So viel ich weiss hat Krakauer Nikolajewitsch in seinem Buch "rücksichtsloser" beschrieben als er im Film dargestellt wurde - Amerikanischer Journalist und ein russischer Bergfüher, bin da auch nicht so sicher, ob Krakauer nicht etwas voreingenommen war und sich diese Voreingenommenheit in seinen Büchern und Berichten niederschlug?!
  • WhiteNightFalcon
    Ohne respektlos sein zu wollen: Selbst schuld.Das Hollywood Bücher eigentlich zu 99% nicht werkgetreu umsetzt, sondern immer im Sinne der Filmdramaturgie, der Produzenten etc sollte eigentlich jemandem, der als Journalist und Buchautor arbeitet und somit ebenfalls in der Medienwelt, bewusst sein.
  • Cinergie
    Ziemlich dummer Kommentar! Ich habe nie behauptet, Krakauer sei nicht glaubwürdig aber Du hast Dich offenbar gar nicht mit der Materie auseinandergesetzt denn sonst wüsstest Du, dass Krakauers Darstellung von Nikolajewitsch in seinem Buch kontrovers diskutiert wurde.Aber wenn einem der Intellekt fehlt feindet man einfach mal blöd andere an, erbärmlich!
  • niman7
    Was erwartet er bitte, wenn er seine Rechte an Hollywood abtritt? Außerdem kann man Bücher ja immer anders interpretieren.
  • Fain5
    Ihr tut ja alle so, als ob jeder Mensch genau wissen muss, wie es in Hollywood abgeht. Mein Gott der man hat die Rechte verkauft und bereut es jetzt. Fertig aus. Muss man da überhaupt drüber berichten?
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