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    Jennifer Lawrence wettert dagegen, dass Hollywood Frauen schlechter bezahlt als Männer – und will künftig härter verhandeln
    Von Tobias Mayer — 13.10.2015 um 19:27
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    In Hollywood verdienen Schauspielerinnen weniger als Schauspieler. Jennifer Lawrence veröffentlichte nun einen Essay, in dem sie die Bezahlungslücke anprangert – und vor allem selbstkritisch ankündigt, künftig genauso hart zu verhandeln wie Männer.

    StudioCanal
    Klar verdient die oscarprämierte Jennifer Lawrence viel Geld, klar bekommt sie hohe Gagen für ihre Filme. Öffentliche Beschwerden prominenter Kolleginnen wie etwa Meryl Streep, Emma Thompson oder Geena Davis und die im Zuge der Sony-Hack-Affäre öffentlich gewordenen Gehaltsunterschiede bei „American Hustle“, wo Lawrence offenbar weniger Geld bekam als ihre Co-Stars Bradley Cooper, Christian Bale und Jeremy Renner verdeutlichen aber Hollywoods Ungleichbehandlung von weiblichen und männlichen Stars. Für Lena Dunhams („Girls“) Newsletter Lenny hat Lawrence nun einen wütenden Text geschrieben. Sie prangert an – und will angreifen.

    „Wenn es um Feminismus geht, war ich bisher eher ruhig“, heißt es in dem Essay, den ihr hier ganz lesen könnt. „Ich mag mich nicht an Unterhaltungen beteiligen, nur weil sie im Trend sind.“ Aber: „Als der Sony-Hack passierte und ich herausfand, wie viel weniger ich im Vergleich zu den glücklichen Menschen mit Penis verdient habe, wurde ich nicht sauer auf Sony, sondern auf mich. Ich habe in den Verhandlungen versagt, weil ich zu früh aufgegeben habe.“ Es ging ihr dabei nicht ums Geld selbst – sie gibt zu, mit den „X-Men“- und „Panem“-Reihen genug zu verdienen. Es geht Lawrence um etwas anderes:

    „Wenn ich ehrlich mit mir selber bin, wollte ich auch einfach gemocht werden, und das hat meine Entscheidung beeinflusst, den Deal ohne richtigen Kampf zu schließen. Ich wollte nicht ‚schwierig‘ oder ‚verwöhnt‘ wirken. Das fühlte sich damals richtig für mich an – bis ich die Bezahlung meiner Kollegen im Netz sah und mir klar wurde, dass kein Mann, mit dem ich arbeitete, sich Sorgen machte, ‚schwierig‘ oder ‚verwöhnt‘ rüberzukommen.“

    Über ihr zu sanftes Auftreten schreibt Lawrence außerdem: „Es könnte daran liegen, dass ich jung war. Oder es hat etwas mit meiner Persönlichkeit zu tun. Ich bin sicher, beides stimmt. Aber es ist ein Teil meiner Persönlichkeit, den ich seit Jahren bekämpfe – und ausgehend von der Statistik glaube ich nicht, dass ich die einzige Frau mit diesem Problem bin. Sind wir gesellschaftlich dazu erzogen worden, uns so zu verhalten?“

    Sie schließt kämpferisch: „Ich habe genug davon, den ‚supernetten‘ Weg zu suchen, um meine Meinung zu sagen, und immer liebenswert zu sein. Scheiß drauf! („Fuck that“). Jeremy Renner, Christian Bale und Bradley Cooper haben alle gekämpft und hatten Erfolg damit, tolle Deals für sich zu verhandeln. Sie kamen wahrscheinlich leidenschaftlich und taktisch klug rüber, während ich beschäftigt war, darüber besorgt zu sein, nervig zu wirken und nicht meinen fairen Anteil bekam. Nochmal: Das muss nicht mit meiner Vagina zu tun haben. Aber ich kann nicht so falsch liegen, wenn eine andere geleakte Sony-Mail enthüllt, dass eine Kollegin von einem Produzenten in Verhandlungen als ‚verwöhnte Göre‘ bezeichnet wird. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass das jemand über einen Mann sagt.“ Lawrence bezieht sich hier auf den Produzenten Scott Rudin, der das laut einer oft zitierten, geleakten Mail über Angelina Jolie geschrieben hat.

    Ab 19. November 2015 ist Jennifer Lawrence – ebenfalls kämpferisch – im Finale einer der erwähnten Reihen zu sehen, in „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“.




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    Kommentare
    • Fain5
      Wenn ich ihre stocksteife Mimik hätte, würde ich die Klappe nicht so weit aufreissen. Woanders werden die Leute danach bezahlt, wie GUT sie ihren Job machen und da ist sie als Schauspielerin raus.
    • niman7
      Auch wenn sich das ziemlich böse anhört, als Chef würde ich diese "Vorurteile" ja auch ausnutzen. Warum sollte man jemanden mehr bezahlen, obwohl sie das gar nicht verlangt? Nur weil sie weiblich ist und zufälligerweise ein Mann in der selben Position mehr verdient? Fressen oder gefressen werden ;)
    • Deliah Christine
      Das habe ich auch nicht angezweifelt.
    • Deliah Christine
      Ich verdiene mehr als meine männlichen Kollegen, und das in bislang zwölf von 19 Erwerbsjahren.Dass Männer leistungsfähiger und belastbarer sind kann nicht dein Ernst sein, oder?Die ersten, die ich unter der ach so schweren Last ihrer Arbeit einknicken und sich in Verbal-Aggression flüchten sehe sind regelmässig die männlichen Kollegen. Bei ihnen ist auch die AU-Quote viel höher, und wenn SIE leistungsfähiger wären, müsste ich nicht täglich ihre Fehler korrigieren. ^^ Qualität ist nämlich auch ein kritisches Merkmal für Leistungsfähigkeit.
    • niman7
      Trotzdem ist das unfair Männern die Schuld dafür zu geben :D
    • lukimalle
      Ja aber sie glaubt ja, dass sie nicht gut verhandelt hat, weil man als Frau dann schnell als "verwöhnte Göre" abgestempelt wird:D
    • HarveyWhite
      Habe ich mir gerade auch gedacht... Sie prangert also ihre eigenen Verhandlungskünste an. :DDas mit den bevorzugten Männern wird aber, glaube ich, so bleiben.
    • HarveyWhite
      Toll, dann soll sie es halt einfach machen. Ist ja ganz was Neues, dass in Hollywood die Mitwirkenden das bestmögliche Profit rausholen wollen...
    • niman7
      Ist das nicht irgendwie ein Widerspruch? Das ist ja kein "Frauenproblem", sondern es lag an ihrer Verhandlungstaktik. Soll der Produzent da etwa sagen "Ok, du hast schlecht verhandelt und schnell aufgegeben, aber weil du süß bist, kriegst du trotzdem soviel wie dein hart verhandelnder Partner Bale". ?
    • Modell-101
      Da bin ich gespannt, ob man sie nun in Zukunft öfters in Filmen sehen wird. Ich muss aber auch sagen, dass die genannten männlichen Kollegen auch mehr Erfahrung als sie haben und länger im Geschäft sind. In anderen Berufsgruppen ist es meist auch so, dass die erfahrenen Kollegen mehr verdienen als die jüngeren. Egal ob männlich oder weiblich. Daher kann ich nicht sagen, ob sie sich mit denen vergleichen kann.
    • Teddy-Daniels
      Falls du dich auf American Hustle beziehst, hatte Lawrence doch nicht weniger Screentime als Jeremy Renner? Wobei der ja scheinbar sogar mehr bekommen hat, als die Hauptdarstellerin Amy Adams....Und ganz ehrlich, wenn ein Robert Downey Jr. für einen Film 80 Millionen (oder waren es noch mehr? ich weiß nicht mehr genau) verlangt, kann ein Zugpferd wie Lawrence, das ein mega erfolgreiches Franchise alleine stämmt, in einem anderen auch eine wichtige Rolle spielt (laut Umfragen, die hier auf Filmstarts veröffentlicht wurden, war sie ja wohl für viele Kinobesucher einer der Gründe in X-Men zu gehen), eine riesige Fanbase hat und drei Oscarnominierungen mit einem Sieg, ja wohl zumindest die gleiche Bezahlung wie ihre männlichen Co-Stars verlangen, die ungefähr die gleiche Screentime haben....
    • Cinergie
      Wie immer: Bullshit in Reinkultur - herrlich!
    • siggibaby
      Das ist nicht nur in ihrer Berufsgruppe ein Problem. Es ist ein gesellschaftliches Problem. In ihrem Fall eher ein Luxus-Problem ob man 10 Mio oder 20 Mio Dollar bekommt. Frauen werden nun mal immer schlechter bezahlt. War immer so und wird immer so bleiben. Da kann die Politik mit Quoten versuchen dagegen zu steuern, wird die freie Wirtschaft in der Beziehung eiskalt beleiben. Der Grund ist einfach. Die Männer sind leistungsfähiger, belastbarer und innovativer. Und das zahlt sich für eine Firma aus. Bei ihrer Berufsgruppe bringt ein männlicher Star mehr Kohle als ein weiblicher Star. So einfach ist das auch in Hollywood. Und sollte sie versuchen mehr Kohle rauszuholen, wird man einen anderen Star nehmen. Die Konkurrenz ist nämlich sehr groß und die wartet nur darauf eine Chance zu bekommen. Gierig sein ist immer ein Nachteil und man ist sehr schnell abgeschrieben. Ob Mann oder Frau spielt dabei keine Rolle. Die Referenzen spielen bei Verhandlungen über Gehälter eine größere Rolle.
    • Cinergie
      Finde auch, dass Lawrence den richtigen Ansatz wählt: Anstatt nur zu jammern versucht sie selbest was zu ändern bzw. sieht die Lösung des Problems bei sich und offenbart wohltuend selbstkritische Einsichten und das obwohl sie ja nicht Schuld an diesem Umstand ist. Gute Frau, clevere Frau! :-)
    • Deliah Christine
      Endlich mal eine Frau, die nicht das System als solches anprangert, sondern den Fehler da sieht, wo er stattgefunden hat, nämlich bei ihrer Entscheidung eine weniger harte Verhandlungsführerin (gewesen) zu sein.Eine Jodie Foster oder in der Musik Madonna haben auch immer knallhart verhandelt ohne ihren Ruf damit beschädigt zu haben. Sie haben gezeigt, dass es geht.JL, mach es nach und zeige, dass Frauen sich auch heute und in Hollywood aus eigener Kraft durchsetzen können! Verantworte und gestalte dein Schicksal selbst.
    • Jimmy V.
      Sie hat schon etwas recht, gerade bzgl. ihrer Wirkung. Eine hart verhandelnde Frau ist dann schnell eine "Diva", während ein Mann "abgebrüht" wirkt. Das eine ist sogar eine Sozialfigur, das andere lediglich ein Attribut. Ich persönlich fände es allerdings richtiger, wenn Schauspieler generell etwas weniger verdienen würden. 20 Millionen? Tun's nicht auch 10? Man könnte mehr von der Kohle dann des Öfteren mehr in den Inhalt investieren, oder aber das gesparte Geld einfach als Risikoanlage betrachten.Aber das ist natürlich alles nur Wunschdenken...!
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