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    60 Millionen Dollar Verlust für "Ghost In The Shell": Studio gibt Kontroverse um Scarlett Johansson die Schuld
    Von Woon-Mo Sung — 06.04.2017 um 17:11
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    Nachdem „Ghost In The Shell“ mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle weltweit gestartet ist, gilt nun als sicher, dass der Film mit massiven Verlusten zu rechnen hat. Für den Misserfolg gibt es einige mögliche Gründe.

    Paramount Pictures France
    Seit dem 30. März 2017 läuft mit „Ghost In The Shell“ die Realverfilmung des gleichnamigen Mangas mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle in den Kinos. Regisseur Rupert Sanders ehrt darin sowohl den ursprünglichen Comic von Masamune Shirow als auch die Animeverfilmung von 1995 von Mamoru Oshii und „liefert zugleich eine ansprechende eigenständige Vision des Stoffes ab“, wie wir in unserer Kritik schrieben. Aber wie CBC News zuerst berichtet haben, entpuppt sich der Sci-Fi-Thriller nun als handfester Flop.

    Mit gerade einmal aufgerundet 19 Millionen US-Dollar Einspiel am ersten Wochenende wurde „Ghost In The Shell“ vom Animationsspaß „The Boss Baby“ und Disneys „Die Schöne und das Biest“ abgehängt. Wie Deadline zudem berichtet, lägen die weltweiten Einspielprognosen des Films bei aktuell insgesamt 200 Millionen Dollar. Nimmt man nun die Produktionskosten von geschätzten 110 Millionen US-Dollar plus Marketingausgaben, werde das Projekt am Ende mindestens 60 Millionen Dollar verlieren.

    Wie Deadline weiterhin anführt, gebe es sogar einige Quellen, die das Filmbudget alleine eher in der Nähe von 180 Millionen sehen. Sollte etwas dran sein, könnte sich das Minusgeschäft sogar auf bis zu 100 Millionen US-Dollar belaufen. Und wie bereits erwähnt, diese Summen würde der Film verlieren, wenn er überhaupt die aktuell erwarteten 200 Millionen an den Kinokassen umsetzt. Bisher hat er laut Box Office Mojo weltweit erst 62 Millionen US-Dollar eingenommen (Stand: 6. April 2017) und so wird teilweise bezweifelt, ob er diese 200 Millionen überhaupt erreicht.

    Die Gründe für einen Misserfolg des Films können sehr vielfältig sein. Möchte man aber den Ausführungen von Kyle Davies, Chef für den US-Filmvertrieb bei Paramount, glauben, so sind hauptsächlich zwei Faktoren ausschlaggebend: Die Kontroverse um Scarlett Johanssons Besetzung in der Hauptrolle und die daraus resultierenden schlechten Kritiken. „Wir hatten uns bessere Ergebnisse erhofft. Ich denke jedoch, dass die Diskussion ums Casting die Kritiken beeinflusst hat“, wird Davies zitiert. „Man hat also ein Filmprojekt, das den vielen Fanboys sehr wichtig ist, weil es auf einen japanischen Anime basiert. Deshalb versucht man die Balance zu halten zwischen der Ehrung des Ursprungsmaterials und einem Film für die Masse. Das ist eine Herausforderung, aber die Kritiken haben ganz offenbar nicht geholfen.“

    Bereits vor dem Kinostart von „Ghost In The Shell“ sorgte Scarlett Johanssons Besetzung für heftige Diskussionen, da viele darin ein neues Beispiel für das sogenannte „Whitewashing“, der Besetzung nicht weißer Figuren mit weißen Darstellern, sahen. Die Kontroverse wurde zwischenzeitlich sogar angeheizt, als herauskam, dass man bei Paramount angeblich visuelle Effekte getestet hätte, mit denen Johansson asiatischer hätte aussehen sollen. Später meldete sich noch Produzent Steven Paul beschwichtigend zu Wort.

    Dass allerdings genau dieser Aspekt die Kritiken negativ beeinflusst haben soll, ist sicher eine Vermutung von Davies, die sich nur schwer verifizieren lässt. In der Tat sind die internationalen Kritiken alles andere als überschwänglich ausgefallen, jedoch werden darin mehr Aspekte als nur die Besetzung auseinandergepflückt. The Hollywood Reporter schreibt zum Beispiel, dass der Film nur ein „stark auf computergenerierte Effekte bauendes Unterfangen“ sei, das „mehr Körper als Verstand, mehr Bilder als Ideen“ habe. Bei Metacritic steht „Ghost In The Shell“ derzeit bei durchschnittlichen 52 Punkten im Durchschnitt, bei Rotten Tomatoes sogar nur bei 46%. Beide Seiten sind bekannt dafür, aus möglichst vielen internationalen Kritiken einen Durchschnittswert zu errechnen – aber was wissen die schon.

    Kontroverse hin oder her, wir sind jedenfalls der Meinung, dass „Ghost In The Shell“ sehenswert ist. Wer seinen Beitrag dazu leisten will, dass der Film nicht in einem finanziellen Fiasko endet (wie vorhergesagt wird), sollte jetzt noch schleunigst ein Ticket lösen gehen.




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    Kommentare
    • Hans Veicht
      Diese Adaption hat mir sehr gut gefallen,es war offensichtlich, dass Drehbuchschreiber, Autoren, Regie und Cast sehr wohl wussten was sie taten und diesen Job auch sehr sehr gut erledigten.Die Stimmung/Atmosphaere wurde optisch, technisch und akkustisch absolut 100%ig umgesetzt. Die Charakterzuege von Major und Bato waren die Selben wie im Anime und auch die Musikalische Untermalung der End-Kredits mit dem jap. Anime-Theme war grandios und zeugte von Detailliebe.Haters gonna hate - wer den Film nicht leiden kann sollte mal lieber nicht mosern oder rumkritisieren sondern selber mal was Besseres zustande bringen :-)
    • Gerrit Jänisch
      Also lese es mit Lachen. Erstens sind es keine animes sondern Mangas. Des Weiteren verstehe ich nicht das alles in einen Film zusammen gewürfelt wird. Es stört mich gar nichts an den schauspielern. Warum spricht Aramaki als einziger Japanisch ? Xanagis Hintergrund widerspricht total den Mangas. Ich finde es scheiße wenn die Vorgeschichte bekannt ist und der Manga vergewaltigt wird. Es tut mir leid wegen der Schauspieler, es ist immer schwer so etwas um zu setzen. Sieht man an DragonBall, Avatar. Lasst einfach die Finger davon. Es ist nicht gut was dabei rauskommt.
    • Mica Grit
      Was soll denn diese Aussage von wegen Fehlbesetzung? .... Jeder der Animes kennt, weiß doch dass die Figuren dort NIEMALS asiatische Züge haben. Daher ist die Besetzung eigentlich ganz gut gelungen... Zumindest sahen einige der Charaktere aus wie im Anime. Daher.. hat doch gepasst...Natürlich die Story stammt aus Japan... in ihr kamen nie asiatisch aussehende Charaktere vor.. Aber es kommt aus Japan und deshalb muss man Asiaten für die Besetzungen nehmen...
    • Christian R.
      Die Meinung kann ich zu 100% teilen.
    • André Saxeus
      Der FIlm ist halt nichts für die Bereite Masse ist halt kein Transformer dreck. Menschen brauchen Dumme Filme.
    • Klaus S aus S
      Da ich weder Manga noch Anime kenne wurde ich ganz unvoreingenommen gut unterhalten.Die Bilder in Cyberpunk Retro-Optik zusammen mit dem stimmungsvollen Soundtrack von Clint Mansell waren beeindruckend, an Klassiker wie Blade Runner kommt der Film aber ganz sicher nicht heran
    • Zach Braff
      Sehr gut zusammengefasst!
    • Bruce W.
      Dann solltest du dem Original auch eine Chance geben.
    • Silvio B.
      Wenn es nur darum geht den Film zu sehen...egal wie...dann ist das ja ok, aber Kino ist Kino. Davon kann mich selbst das beste Heimkino nicht abhalten.
    • Der Eine vom Dorf
      "Ist doch viel billiger." - Schon, aber dafür würde mir die Atmosphäre fehlen.
    • Luphi
      Es wird in Japan aber vermutlich schwer, das entsprechende Budget für solche Realverfilmungen zusammen zu kriegen. Es hat ja einen Grund, warum viele dieser Stoffe als Anime und Manga erscheinen. Ist unter anderem auch deutlich günstiger und bietet mehr Möglichkeiten.
    • Marco B.
      Es liegt vllt einfach nur daran, dass der film schlecht ist. Die handlung ist sehr dünn bis kaum vorhanden. Ich hatte das gefühl ich hätte jeden erdenklichen bisherigen sci-fic filme in einem gesehen. Es war nichts neues, überraschendes, aufregendes dabei. Dass die rolle optisch falsch besetzt war ist wohl weniger dramatisch wenn der film mit nichts punkten kann.
    • Man Of Steel
      Kann mir einer sagen wie die Rechnung zu stande kommt? Also die mind. 60 Millionen Miese...
    • Deliah C. Darhk
      Und wie soll er dann mit den restlichen 36 Millionen über die Runden kommen!?Das Leben ist teuer. ;P
    • King 35
      Ich kenne das Original nicht, war aber vom Kinofilm restlos begeistert.
    • King 35
      Da kann mal wieder sehen wie bescheuert die Menschen sind. Der Film war ganz großes emotionales Actionkino. Mit einer überragenden Scarlett Johansson. Ich kaufe mir die Blu-ray. Und ich hoffe die Kosten werden noch eingespielt. Die Chinesen und die Japaner werden es schon richten. Sollen sich doch die anderen weiter an irgendwelchen Schrott erfreuen und die Kohle in die Kassen spülen. Der Mensch bekommt immer was er verdient. Demnächst der nächste Transformers-Schwachsinn.
    • niman7
      Das ist wirklich unfair wenn man Scarlett die Schuld dafür gibt. Sie war wirklich großartig. Der Film ist mit seiner Cyber Punkt Kulisse einfach nicht für die Masse gedacht. Außerdem liegt Ghost in the Shell 2 (!) Jahrzehnte zurück!
    • Bruce W.
      Ist aber ein wenig schade wenn das wirklich dein einziger Grund für ein Kinobesuch ist. Wie wärs mit der allgemeinen Optik, inklusive dem Cyberpunk-Setting, der Story, den Charakteren oder dem absolut kultigen Original?
    • Malvo
      ...ich werde ihn mir nur und ausschließlich wegen Scarlett anschauen. Hoch lebe das Whitewashing!
    • WhiteNightFalcon
      Oder du überweist als Spende mindestens 50 Mio deines Ersparten, das geht schneller, dann ist der Verlust auch kleiner. 😉
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