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    Nach Weinstein-Skandal: Amazon-Serie mit Robert De Niro und Julianne Moore abgesagt
    Von Markus Trutt — 14.10.2017 um 12:15
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    Der aufsehenerregende Skandal um Produzent Harvey Weinstein zieht zunehmend auch immer mehr Auswirkungen auf Film- und Serienprojekte nach sich. Nun wurde David O. Russells mit einem beachtlichen Budget geplante Amazon-Serie eingestampft.

    Mars Distribution / Warner Bros. Entertainment Inc. and Ratpac-Dune Entertainment LLC

    Die aktuell für viel Furore sorgenden schweren Vorwürfe gegen Produzent Harvey Weinstein wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung haben auch immer mehr Konsequenzen für geplante Filme und Serien. Während bei einigen kommenden Projekten lediglich Weinsteins Name aus den Credits gestrichen wird, möchten andere Kreative und Firmen generell nichts mehr mit der von Weinstein mitgegründeten Weinstein Company zu tun haben – so etwa auch die Amazon Studios, deren Präsident Roy Price sich derzeit selbst mit Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung konfrontiert sieht.

    Weinstein-Skandal: Erste Auswirkungen auf Film- und Serienprojekte

    Wie unter anderem The Hollywood Reporter berichtet, hat Amazon beschlossen, die Kooperation mit The Weinstein Company komplett zu beenden. Direkt davon betroffen sind nun „The Romanoffs“, die neue Serie des „Mad Men“-Schöpfers Matt Weiner, sowie David O. Russells unbetitelte Amazon-Serie, in der die Oscarpreisträger Robert De Niro und Julianne Moore die Hauptrollen übernehmen sollten. Schon zuvor wurde vermeldet, dass nach den Enthüllungen um Harvey Weinstein aktuell diskutiert werde, wie mit den beiden Formaten verfahren wird. Während sich Amazon im Fall von „The Romanoffs“ nun allein um die Produktion kümmern wird, wird Russells Serie komplett eingestellt.

    Obwohl die beiden Serien in Koproduktion zwischen Amazon und der Weinstein Company entstehen sollten, hat letztere noch kein Geld in die Formate investiert. Amazon sollen die Planungen und Vorbereitungen für David O. Russels Serienprojekt den Quellen des Hollywood Reporter zufolge aber bereits 40 Millionen Dollar gekostet haben – und das obwohl sich die Show noch nicht einmal im Dreh befand. Für die Produktion selbst war angeblich ein stolzes Budget von 160 Millionen Dollar (für zwei Staffeln) eingeplant.

    "The Current War" ohne Kinostart?

    Auch am Kinobereich geht der Weinstein-Skandal nicht spurlos vorüber. Wie The Playlist vermeldet, scheint nun der US-Kinostart von „The Current War“ vorübergehend gestrichen worden zu sein. Der Film über die Rivalität zwischen den Erfindern Thomas Edison und George Westinghouse, gespielt von Benedict Cumberbatch und Michael Shannon, sollte am 24. November 2017 einen limitierten und im Januar 2018 dann einen regulären Start erhalten. Nach eher verhaltenen Reaktionen beim diesjährigen Filmfestival in Toronto wollte Harvey Weinstein selbst noch einmal Hand an den Schnitt des Films anlegen. Ob die wahrscheinliche Verschiebung des Historiendramas auch Auswirkungen auf den geplanten deutschen Kinostart am 11. Januar 2018 hat, ist bislang noch nicht bekannt.

     

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    Kommentare
    • Der Eine vom Dorf
      Das sehe ich bei Denjenigen ebenso, die auf die ekligen Angebote dieses Drecksacks eingegangen sind und nun den Mund aufmachen.Jedoch lese ich vor Allem von den Schauspielerinnen Vorwürfe gegen Weinstein, die sich eben nicht darauf einlassen und stattdessen aus Furcht vor seinem Einfluss geschwiegen haben.Zeige mir gerne Argumente (Fotos), die das Gegenteil bezeugen, dann kann ich dir vielleicht folgen. So aber sind deine Worte nur doofe Sprüche, die die Taten dieses widerlichen Typens verharmlosen.
    • TresChic
      Das ist keine Verschwörung. Es ist alles verlogen. gestern z.B. kam ne scheinheilige Antwort von Tarantino. Er hätte viel früher etwas sagen sollen, weil er wusste was los ist. Jaaa, das sagt er jetzt, wo alle gegen Weinstein auspacken aber damals natürlich nicht, denn da hat Weinstein alle seine Filme finanziert. Damals war er zu Feige, weil er wusste, dann wars das mit der Finanzierung, außerdem wäre er der Erste---viel zu riskant. ABER, nur das wäre korrekt gewesen, nicht erst im Nachinein.. Die ganzen Schauspielerinnen die mit ihm ins Bett sind und bei Parties bussi bussi Bilder gemacht haben, die kommen auch jetzt aus ihren Löchern. Damals war noch alles gut, da haben sie für Sex Rollen bekommen. Elendig verlogen.
    • Der Eine vom Dorf
      Und aus was für einem Grund sollte eine "Verschwörung" gegen Weinstein Sinn ergeben?
    • TresChic
      Klarm da bin ich deiner Meinung, jetzt kommen nunmal alle aus ihren Löchern. Ganz mieses Spiel.
    • TresChic
      Ganz genau, ich denke 99% ist mal wieder nicht wahr.
    • Jimmy V.
      Oh je, jetzt wieder die Experten von außerhalb!So etwas ist doch extrem schwierig zu beurteilen. Partybilder helfen hier überhaupt nicht weiter. Ich war auch immer skeptisch, wenn es Vorfälle wie bei Depp oder Woody Allen oder Fassbender oder, in unseren Landen, Kachelmann gab, wo Aussage gegen Aussage stand. Dieser Fall hier ähnelt aber vielmehr dem von Bill Cosby. Wenn es so viele Frauen aus ganz unterschiedlichen Ecken mit diesen Vorwürfen sind, dann wirft das ein extrem schlechtes Licht auf den Angeklagten.
    • TresChic
      Vorsicht, das ganze scheint auch ziemlich scheinheilig zu sein. Es gibt Dutzende Partybilder mit Frauen, die nicht von ihm ablassen können. Würde man so reagieren, wenn an den Vorwürfen etwas dran wäre? das Ganze ist mehr als merkwürdig.
    • Darklight ..
      Na ja... so ist das eben. Wir hätten immer gerne böse Menschen, mit schlechten Fähigkeiten und gute Menschen als Genies. Mit Menschen, die problematische Aspekte haben und ansonsten aber genial arbeiten haben wir dann so Probleme.Menschen sind zum Glück nicht schwarzweiß.Und ich glaube nicht, daß es allein Weinsteins "Schuld" ist:Ich glaube ein System, daß es Frauen schwierig macht, offen zu sprechen, weil sie eh immer in einer schwachen Situation sind, ist Mitschuld. Und die Leute, die zugesehen haben, aber nicht widersprochen haben, sind auch Mitschuld...Und ja... das Thema Sexualaufklärung und Grenzen setzen iss ja auch eines, das nicht sonderlich ernst genommen wird von unserer Gesellschaft. Viele Menschen sind mehr oder weniger mal leicht übergriffig, wenn es um Sex geht. Weil sie die Signale des anderen nicht sehen, lesen können oder wollen - und der andere sie nicht, zu selten oder zu zaghaft setzt...Ein Dilemma, worüber mal deutlich diskutiert werden sollte...Aber natürlich hat eine Kapitalistische Gesellschaft, die vorhat, permanent in der Schule und später beim Job über deine Grenzen der Belastbarkeit zu gehen, keinerlei Interesse daran, Dir in der Schule das feinfühlige aber deutlich Setzen von Grenzen zu vermitteln und zu trainieren. Das wäre nämlich ein Eigentor.
    • Jimmy V.
      Schon, schon. Man kann ja nur spekulieren. Ich finde es halt einfach nicht verwunderlich.
    • Deliah C. Darhk
      Schwierige Situation.Einerseits scheint an den Vorwürfen wohl genug Wahres zu sein, um ihn zu verurteilen, andererseits sind es ja vor Allem die Mitarbeiter der Company, deren Jobs auf dem Spiel stehen, und die nicht mitschuldig daran sind, dass bzw wie HW wohl seine Position missbraucht hat.Generell sollten die darunter nicht zu leiden haben. Aber ich verstehe auch die geschäftlichen Beweggründe der Situation. Die öffentliche Meinung wartet selten auf ein abschliessendes Gerichtsurteil.
    • Jimmy V.
      Ja, okay, aber geh doch anders herum ran: Warum sollten sie, bei der Situation gerade, jetzt oder in naher Zukunft Geld überweisen?
    • Jimmy V.
      Im Artikel steht doch aber, dass das vor allem deswegen passiert, weil die Weinstein Company, als Partner, kein Geld investiert hat. Die werden das jetzt wahrscheinlich zur Abwehr einer großen Klagewelle einsetzen. Das macht aus deren Sicht natürlich auch Sinn.
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