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    "Star Wars 8" minus Frauen: Ein 46-minütiger Fan-Cut für Chauvinisten ist online
    Von Tobias Mayer — 16.01.2018 um 17:00
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    Hier zeigt die Fan-Kultur eine ihrer hässlichsten Seiten: Auf einer Torrent-Seite ist eine illegale Schnittfassung von „Star Wars: Die letzten Jedi“ aufgetaucht, in der die Frauenfiguren schwach und die Männer stärker wirken. Sie dauert 46 Minuten.

    The Walt Disney Company

    Es folgen Spoiler zu „Star Wars 8“!

    Schon seit langem schnippeln nicht nur die offiziellen Cutter, sondern auch viele Fans an den „Star Wars“-Filmen herum. Bekannt ist zum Beispiel „The Phantom Edit“, wo der oft gescholtene „Star Wars: Episode I“ um unbeliebte Elemente (etwa Jar Jar Binks, Erklärung zu den Midi-Chlorianern) erleichtert wurde. In diesem Fall kam die Motivation aus der Leidenschaft für die „Star Wars“-Geschichte – in einem aktuellen Beispiel ist offenbar schlicht Frauenfeindlichkeit die treibende Kraft: Auf der Seite The Pirate Bay, einem beliebten Ort für die Verteilung urheberrechtlich geschützter Inhalte, steht ein Film mit dem Titel „The Last Jedi: De-Feminized Fanedit (aka The Chauvinist Cut)“ zum Download bereit. Der Beschreibung und dem Test des Redakteurskollegen Ben McLeay von Pedestrian nach handelt es sich dabei um eine gekürzte Fassung von „Star Wars 8: Die letzten Jedi“. Es fehlen, so heißt es im Beschreibungstext, „Mädchen-Power und anderer blöder Kram“.

    Weil „Star Wars 8” voraussichtlich erst Mitte bis Ende April 2017 fürs Heimkino erscheint, diente eine abgefilmte Version als Grundlage der Verstümmelung auf 46 Minuten. Unter anderem diese Änderungen wurden vorgenommen:

    „Kein weinerlicher/widerwilliger/mörderischer Psycho-Luke“

    „Kein Admiral Holdo! Sie existiert einfach nicht. Ihr ganzer Supbplot existiert nicht. Poe macht stattdessen Kamikaze (er stirbt).“

    „Leia weist Poe weder zurecht, noch stellt sie ihn in Frage oder degradiert ihn.“

    „Leia stirbt. Kylo tötet sie.“

    „Kylo ist ein härterer Typ und weniger konfliktbeladen und unbeständig.“

    „Kylo nimmt es mit mehr von Snokes Wachen auf, Rey hat es nur mit einem Gegner zu tun.“

    Es fehlt zum Beispiel auch, wie sich Schwester Paige Tico (Veronica Ngo) beim Bomberangriff zu Beginn des Films opfert. Ihre Schwester Rose (Kelly Marie Tran) hat kaum noch Dialog, Rey (Daisy Ridley) keine Superkräfte mehr und Phasma (Gwendoline Christie) wird von Finn mit nur einem Schlag getötet, denn „Frauen sind von Natur aus schwächer als Männer, sie ist nicht machtsensitiv und wir wissen nichts über ein Exoskelett in ihrem Anzug.“ Allgemein wurde die Anzahl von Aufnahmen, in denen die Gesichter von Frauen zu sehen sind, reduziert.

    Rian Johnsons „Star Wars: Die letzten Jedi“ ist ein Blockbuster mit vergleichsweise vielen Schauspielerinnen in wichtigen Rollen, er grenzt sich damit merklich von der Konkurrenz ab. Der Regisseur und Drehbuchautor reagierte wie folgt auf den „Chauvinist Cut“ (zweiter Tweet):

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    Kommentare
    • Deliah C. Darhk
      Nee, das ist nur für michMitunter dient Kunst auch allein der Selbstreflexion; der Künstler als sein eigenes Publikum.(Als ich meine Romane schrieb, hatte ich auch nie vor die je zu publizieren. Bei Vorlesungen trat ich erst Jahre später auf. Das ändert aber nichts am Werk als solchem. Vollendet war es ja mit dem letzten Punkt bereits.)Eine Perspektive, die bei Sartre schlicht zu kurz kam.
    • WolfStark
      Voll das Thema verfehlt.
    • DER Dunkle Lord
      Tja, wenn den heutigen Feministinnen und Feministen mal ein Spiegel vorgehalten wird, indem ein abstruser Chauvinisten-Cut entsteht, dann finden die Femis das zum Lachen bzw. regen sich über diesen Schwachsinn auf. Leider reflektieren sie dabei aber in keinster Weise, dass sie umgekehrt die weibliche Dominanz über den Mann propagieren und eben schon lange nicht mehr für Gleichberechtigung stehen.Dazu kann ich nur sagen: Zum Glück haben politisch extrem-linke und feministische Kräfte mittlerweile ihre Glaubwürdigkeit und ihr einstiges Monopol auf die freie Meinungsbildung verloren, das sie die letzten zehn Jahre gesellschaftlich inne hatten. Und glücklicherweise sind die meisten Leute in der Gesellschaft trotzdem schlau genug geblieben, jetzt nicht umgekehrt auf die altbackenen Idioten aus dem rechten Lager hereinzufallen, die die männliche Dominanz über die Frau zurückbringen wollen. Tatsache ist: Wir leben bereits in einer gleichberechtigten Gesellschaft. Das Einzige, was heutige Feministinnen wollen, ist, dass Frauen ihre spezifischen Privilegien von damals (Stichwort: Gentlemen) weiter genießen können und noch besondere neue Rechte gegenüber dem Mann dazu bekommen, die ihren gesellschaftlichen Status weiter verbessern. Die Verantwortung und die ganzen negativen Aspekte, die im Zusammenhang mit Selbstbestimmung und Gleichbehandlung dazu kommen, wollen sie hingegen nicht übernehmen. Und dann wundern sie sich, warum es auf einmal wieder mehr Chauvinisten in der Gesellschaft gibt.Bei den ganzen verrückten Extremisten, die heutzutage überall herumlaufen und sich wichtig machen, ist es eigentlich erstaunlich, wie relativ normal die Mehrheit der Gesellschaft immer noch geblieben ist :-)Leider benötigen wir zur Zeit definitiv auch ein rechtes politisches Spektrum, um auch WIRKLICH ein vollständiges gesellschaftliches Meinungsbild in einer freien Gesellschaft abdecken zu können, weil in den letzten zehn Jahren zu viel feministischer und gesellschaftszersetzender Schwachsinn unwidersprochen geblieben ist. So gesehen ist diese Auseinandersetzung gerade tatsächlich eine Bereicherung für die Demokratie, da sich die Waagschale in den letzten Jahren zu sehr zu einer Seite geneigt hat. Jetzt müssen wir nur aufpassen, dass die Leute nicht wieder zu schrill in die andere Richtung abgehen! In der echten Welt ist nun mal nicht alles nur schwarz oder nur weiß, sondern grau! Die Welt ist grau! Deal with it!
    • Heavy-User
      Jetzt wo du es sagst......Durch Rose wird Finn mehr in den Mittelpunkt gestellt. (wer den Film gesehen hat, wird die Szenen kennen, die ich meine)
    • Deliah C. Darhk
      Künstlerische Freiheit. Die Botschaft bleibt gleich.;)
    • Gravur51
      Deine Quelle liegt nicht ganz richtig, der General heisst Canady ;)
    • Deliah C. Darhk
      Der Wille zählt. :)
    • Jimmy V.
      Die Aussage ist aus dem Kontext gerissen. Du hattest ja gemeint, dieses Werk sei als Satire intendiert gewesen bzw. so offensichtlich. Und dann hatte ich gemeint, wenn er diese Lesart seines Werkes durchsetzen will, er dazu erst einmal Aufwand betreiben wird, weil es einem Chauvi Cut nun einmal schwerer fällt als Satire durchzugehen als Böhmermann. Ich gebe zu, das ist missverständlich formuliert, aber ich wollte das damit nicht ausdrücken. Ich finde dieses Sartre-Argument alles andere als Elfenbeinturm. Im Gegenteil, ich finde eigentlich, das dies die pragmatische Sichtweise auf die Dinge ist. Und nochmal: Es geht nicht um Auftragsarbeiten oder Leute schreiben nur etwas für sich, also irgendwelche Fälle des Möglichen, sondern den grundlegenden Vorgang (du kannst es ontologisch nennen), wie Kunst funktioniert. Es geht nicht darum etwas für sich selbst zu machen. Es geht nicht darum, diesen Leuten zu sagen, die ihr Werk nicht veröffentlichen, dass es wertlos ist. Eher: Es bekommt seinen besonderen Wert ja erst dadurch, dass es von anderen Leuten rezipiert werden kann. Ich behaupte einfach, dass kein Werk je vollständig ist, solange du es nicht irgendwie geteilt hast. Weil die Figuren, die Welt, die du dort entwirfst, immer dir und nur deinem Willen unterworfen werden, was damit passiert. Wo drückst du dich denn dort Selbst aus, wenn du nicht gezwungen bist dich in irgendeiner Weise zu fixieren? Es ist doch kein Selbstausdruck, wenn ich heute ein Bild schaffe, das mein innerstes Wesen widerspiegelt, wenn ich morgen einfach das Bild verändere und sage: Ja, das bin jetzt halt heute. Wo hast du dich dort selbst ausgedrückt?Oder nochmal anders gefragt, auch im Bezug auf Lucas: Wo ist dieses Verständnis bitte Elfenbeinturm, wenn du doch ein treffendes Beispiel in der allgemeinen großen Skepsis gegenüber Retconning, Rewriting und so weiter hast?
    • Daniel Elitok
      Wo kann man das gucken?
    • Tobias
      Kann als Gast keinen Daumen hoch geben (:
    • Tobias
      17.1. - 22:01: Damit war NICHT gesagt, dass Künstler ihr Werk erklären oder beweisen sollen. Wo hast du das gelesen?16.1. - 21:14 Uhr: Aber wenn das wirklich Satire ist, wird er das quasi erst einmal beweisen müssen.________Wie gesagt, ich denke, wir haben da einfach von Grund auf eine andere Philosophie, was das angeht.Ich sehe mich da gerne als pragmatisch und finde deine/Sartres Ansicht einfach sehr...Elfenbeintrum.Oder anders gesagt: Die Frage ist, macht man Kunst für sich, oder für andere?Und da finde ich, man macht sie für sich, um eigene Gedanken zu verarbeiten. Wahre Kunst ist Ausdruck seiner selbst. Wenn man es für andere macht, wird man zum Dienstleister. (Ja, auch bei Auftragsarbeiten kann man seine eigenen Gedanken einbringen. Ich meine hier wirklich ein Extrem, wo es nur noch heißt Mach das und das und der Künstler arbeitet genau diese Vorgaben ab).Deswegen finde ich auch nicht, dass Lucas seine Filme verschlechtert hat. Ich finde es eher konsequent von ihm zu sagen: Ist mir egal, was die Leute sagen. Das ist mein Werk und ich finde die Aussage besser, wenn Han Solo nicht zuerst schießt..Und auch bei der Existenz dieser Hobby-Autoren...für mich gibt es die ganz klar :D Habe viele Leute kennengelernt, die z.B. Gedichte schreiben. Und wenn man sie darauf anspricht, sagen sie gerne Nee, das ist nur für mich. Die wollen dann auch nichts vorlesen.Wer bin ich, diesen Leuten zu sagen, ihre Gedichte sind nichts wert, wenn sie sie nicht vorlesen?
    • Da HouseCat
      ich fand rose aber von ihrer art trotzdem nett....ABER es ist star wars, ich möchte in der zeit lieber wichtige sachen sehen, die so nötig gewesen wären.
    • Jimmy V.
      Das war absolut nicht meine Aussage! (Aber daran sieht man ja auch gut, dass die Dinge eben nicht so einfach liegen und interpretiert werden muss.)Ich habe mehrmals darauf verwiesen, dass ich diese, an Sartres Argument angelegten Ausführungen grundlegend verstehen wollte. Damit war NICHT gesagt, dass Künstler ihr Werk erklären oder beweisen sollen. Wo hast du das gelesen? Mein Argument war, auf deine Frage oben, ob es nur darauf ankommt, was der Künstler damit meint oder nicht, lediglich: Nein. Es ging lediglich darum, dass kein Werk ohne diejenigen lebt, die es rezipieren. Das ist etwas völlig anderes. Und gerade dann KANN ein Künstler sein Werk erklären, und man kann diese Erklärung aufnehmen, aber das muss nicht bedeuten, dass die Leute das nicht völlig anders behandeln oder aufnehmen. Eine ganz andere Debatte hat sich einst um den Tod des Autors gedreht und zielt ja auf eine ähnliche Richtung ab: Schriftsteller wollten, dass eben nur ihr Werk an sich spricht. Aber das ist noch einmal etwas anderes. Man muss einfach zwischen zwei Themen unterscheiden: Wann ist ein Kunstwerk eine Kunst? (Frage 1) Und muss dieses Kunstwerk irgendwie erläutert wreden? (Frage 2) Du hast jetzt gedacht, ich befasse mich mit Frage 2, aber mir ging es ganze Zeit um Frage 1.Und zu Lucas nochmal: Nein, die Filme sind immer noch Kunst, aber in dem Fall eben schlechter gewordene, worüber sich die meisten ja einig sind. So ziemlich jeder nachträgliche Rewrite-Versuch wird als skeptisch gesehen. Die Pointe ist: Eigentlich sollte Lucas ein Stück weit dankbar dafür sein, dass sich Leute überhaupt damals ein Kopf darum machten. Denn ohne sie wäre er ja gar nicht in die Position gekommen ein Werk zu schaffen, das 20 Jahre nach seinem Erscheinen aufgepeppt wird und Leute darüber sogar noch diskutieren.Aber auch hier: Es geht gar nicht um die Veränderung oder nicht, sondern um die Beziehung zwischen Künstler und Publikum. Man kann Kunst natürlich auch anders definieren. Aber ich finde das Verständnis eiens schöpferischen Akts als Definition wenig hilfreich, weil das pragmatisch gesehen doch überhaupt nicht weiterhilft. Dann können wir auch die Existenz tausender Meisterwerke in den Schubladen irgendwelcher Hobby-Autoren behaupten, die Großes geschaffen haben.
    • Deliah C. Darhk
      Redselige Quelle.Robin hat sich darüber kaputt gelacht, dass Rian 'den Boss' abgemurkst hat. XD
    • Deliah C. Darhk
      Ich teile deinen Standpunkt hier voll.Kunst ist die Ausdrucksform durch einen schöpferischen Akt. Nicht mehr und nicht weniger.Sie muss nicht erklärt werden, denn dies würde ihre Wirkung beeinflussen, vieleicht sogar negieren.Unabhängig davon, obliegt es allein dem Künstler zu entscheiden, was genau er mit seiner Kunst aussagen oder bezwecken will, heisst: Niemand muss eine Satire als Satire verstehen, damit sie Satire IST. Sie ist eine, wenn dies die Intention des Künstlers war. (Das Nachspiel zu Böhmermanns 'Ziegenf!cker' verdeutlicht das ja auch.)Dazu muss sie noch nicht einmal publiziert werden, denn Kunst ist ein aktiver Prozess, der bereits mit dem schöpferischen Akt beginnt (was sie genau genommen, um auf dein Bsp einzugehen auch veränderbar macht, da der Akt ja nie wirklich abgeschlossen sein muss).Diese Veränderbarkeit ist mitunter sogar Teil des Kunstwerkes selbst, wie z. B. bei Richard Serras Skulptur 'Terminal' aus dem Jahr 1977, deren gesamte Aussage faktisch in ihrer Veränderbarkeit begründet ist.
    • Gravur51
      Du weisst viel für dass du den Film nicht gesehn hast 😄
    • Deliah C. Darhk
      Nein, Kelly Marie Tran (Rose) und Film-Schwester Veronika Ngo sind Vietnamesinnen bzw vietnamesischer Abstammung.
    • Tobias
      Ich wollte nur noch mal betonen, dass Sartre trotz aller Prominenz kein Naturgesetz ist. Aber wenn dir das bewusst war, ist doch gut.Du warst der, der meinte, der Autor müsste das Werk erklären bzw. beweisen. Und ich habe klar gesagt: Nee, muss er nicht. Eben weil das Werk für sich stehen sollte.Sonst zitier bitte noch mal die Aussage von mir, die da für Verwirrung sorgt. Sehe gerade nicht ganz, wo das Problem ist.Na und das mit Lucas ist doch dann quasi die Kontra-These. Oder sind seine Filme etwa keine Kunst mehr, da er sie noch mal (inhaltlich) verändert hat?
    • Deliah C. Darhk
      Ging nicht anders. Der hiess 'Kennedy'...;)
    • Deliah C. Darhk
      Aber .... Aber Stan IST doch der Vater!;DBatman ist der Beste. Da kommt auch mein Marvel nicht dran vorbei! Punkt.:D
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