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8 Milliarden Dollar, 1.000 Originals: Netflix konkretisiert Pläne für fast nur noch exklusiven Content
Von Björn Becher — 15.05.2018 um 09:47
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Netflix setzt künftig verstärkt auf eigenen, exklusiven Content. Das ist schon länger bekannt. Doch nun hat der Streaming-Gigant konkretisiert, wie sehr dies das bisherige Modell verändern wird.

Netflix

Rund 80 Filme, die exklusiv als sogenannte „Netflix Originals“ verfügbar sind, sollen im Jahr 2018 auf dem Streaming-Dienst veröffentlicht werden, dazu unzählige Serien, Comedy-Specials und sonstige Inhalte (Talkshows etc.). Wie Variety berichtet, hat nun Netflix-Content-Chef Ted Sarandos dabei die Jahresziele konkretisiert. Am Ende des Jahres will man insgesamt 1.000 sogenannte Originale haben, also 1.000 Inhalte, die es exklusiv auf Netflix gibt.

Original-Verdoppelung

Das ist ein Mega-Unterfangen. Denn dies bedeutet, dass man von heute, also Mitte Mai 2018, bis Jahresende noch 470 neue Filme, Serien, Comedy-Specials und so weiter auf der Plattform veröffentlichen muss, um dieses Ziel erreichen. Man muss also quasi den Content verdoppeln. Man werde vorerst dabei aber nicht auf Live-Content wie Sportübertragungen setzen. Das sei womöglich erst ein zukünftiger Schritt.

Um mit 470 neuen das große Ziel von 1.000 exklusiven Inhalten insgesamt zu erreichen, will man viel Geld in die Hand nehmen. 2018 werde man insgesamt acht Milliarden Dollar für Inhalte auf der eigenen Plattform ausgeben. Das Gros sei dabei für Eigenproduktionen, nur ein kleiner Anteil für Lizenzeinkäufe, also für die Zweitverwertung von Kinofilmen und TV-Serien, vorgesehen.

Weniger Filme

Auch wenn Sarandos keine klare Aussage trifft, ist seinen Äußerungen zu entnehmen, dass der Fokus wohl nicht so sehr auf Filmen liegt. Dafür sprechen schon die Zahlen, schließlich sind 80 Filme für das ganze Jahr nur ein Bruchteil der 470 Eigenproduktionen für den Rest des Jahres.

Daneben bemerkt Sarandos aber auch, dass nur ein Drittel der Abrufe sich auf Filme beläuft. Man werde natürlich weiter an Filmen festhalten, aber gerade hier vor allem den Fokus auf Eigenproduktionen legen. Denn diese gehen laut Sarandos gut, sogar die eigenen Indie-Produktionen (als Beispiele nennt er das Hip-Hop-Biopic „Roxanne Roxanne“ und die Komödie „Dude“). Bei eingekauften Filmen sehe das anders aus. So ergänzt Sarandos, dass die Zuschauer nicht wirklich eine große „Leidenschaft“ für die lizensierten Filme hätten. Zu viele hätten diese irgendwann von Kinoauswertung bis Netflix-Veröffentlichung bereits gesehen. Das Geld für die Einkäufe solcher Filme sei anderswo besser investiert.

Das bedeutet es für uns Nutzer

Nutzer müssen sich daher darauf einstellen, dass Netflix künftig immer mehr die Abspielstätte für Eigenproduktionen wird. Der Fokus wird dabei wohl immer stärker auf Serien und den zuhauf produzierten Comedy-Specials liegen. Dies zeigen auch die jüngsten Personalien. Netflix nimmt wenige Filmemacher unter Vertrag, schloss stattdessen vor allem mit Serienschöpfern wie zuletzt „Grey’s Anatomy“-Erfindern Shonda Rhimes oder Ryan Murphy („American Horror Story“) Deals zur Entwicklung neuer Projekte. Und wenn ein renommierter Filmemacher wie gerade ganz aktuell Guillermo del Toro unter Vertrag genommen wird, geht es ebenfalls um eine Serienproduktion.

Zu den vielen Serien, Stand-Up-Aufzeichnungen etc. dürften natürlich auch weiterhin ein bis zwei neue, für Netflix produzierte Filme pro Woche kommen, quer durch alle Genres und von teuren Blockbustern wie „Bright“ bis hin zu kleinen Indie-Filmen wie den angesprochenen. Kino-Blockbuster wird man dagegen in Zukunft immer seltener finden - vor allem solche, die noch vor wenigen Monaten oder auch zwei bis drei Jahren auf der großen Leinwand zu sehen waren. Damit reagiert Netflix aber nicht nur auf die „fehlende Leidenschaft“ der Fans für diese Inhalte, sondern auch auf die Begebenheiten der Branche. Ein Verleih wie Disney plant bekanntlich, seine Filme künftig auf einem eigenen Streamingdienst auszuwerten, sodass zum Beispiel dieses Programm für Netflix-  jahrelang Vertragspartner von Disney - wegbricht.

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