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"Star Wars 8"-Rebellin Kelly Marie Tran löscht ihr Instagram-Profil nach Beleidigungen – Rian Johnson greift Trolle an
Von Tobias Mayer — 06.06.2018 um 13:30
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„Star Wars: Die letzten Jedi“ hat zu leidenschaftlichen Debatten unter Fans geführt – manche User aber kritisieren nicht, sie sind rassistisch, frauenfeindlich oder sonst wie beleidigend. Kelly Marie Tran zog nun die Konsequenz.

2017 Lucasfilm Ltd. & ™, All Rights Reserved. / Jonathan Olley

„Star Wars“-Fans gehören zu den ersten, die im Internet diskutiert haben, als „Episode 1“ 1999 im damals noch jungen Medium eine popkulturelle Debatte auslöste (die vielerorts einseitig und damit ein Shitstorm war, bevor dieser Begriff erfunden wurde). Was früher ausschließlich in Fan-Foren passierte, wird heute in Sozialen Medien ausgetragen, in denen viel mehr Menschen angemeldet sind – darunter auch einige, deren Antrieb nicht die Leidenschaft für eine Geschichte, sondern Hass ist. Sie beleidigen andere Fans, Macher und Schauspieler. Kelly Marie Tran, die als forsche Mechanikerin Rose Tico in „Star Wars 8: Die letzten Jedi“ bekannt wurde, wurde auf Instagram monatelang angegriffen und hat nun alle Beiträge ihres Accounts gelöscht. Unter anderem das Branchenmagazin Variety berichtet.

"Star Wars" ist bunter geworden

Wir haben die verletzenden Kommentare, wegen denen Kelly Marie Tran ihren Instagram-Account geleert hat, nicht gelesen. Variety und Deadline aber berichten, dass die Schauspielerin mit vietnamesischer Abstammung seit Kinostart von „Die letzten Jedisexistischen und rassistischen Kommentaren ausgesetzt war. Der Grund: „Star Wars“ bietet heute Angriffsfläche für alle, die ihre Filme so weiß und männlich mögen, wie es „Krieg der Sterne“ 1977 war – zur Verdeutlichung einfach die Hautfarben und Geschlechter der Rebellen in „Episode 4“ und die des Widerstands in „Episode 8“ vergleichen.

Die Macher um Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy bemühen sich, in den neuen „Star Wars“-Filmen Menschen unterschiedlicher Herkünfte zu besetzen und haben den Frauenanteil erhöht. Weil „Star Wars“ aber eine große, weltweite Fangemeinde hat, sind darunter auch viele Zuschauer, die diese neue Ausrichtung aus einer feindlichen Motivation heraus ablehnen – und im Internet können viele von ihnen sanktionslos ihr Gift verspritzen.

Rian Johnsons Reaktion

Regisseur Rian Johnson weiß, wie es sich anfühlt, in den Sozialen Netzwerk beleidigt zu werden, denn er ist ein sehr aktiver Twitternutzer und verantwortet mit „Star Wars 8“ den vielleicht umstrittensten Blockbuster der jüngeren Vergangenheit. Er betonte stets, dass er mit Kritik am Film kein Problem habe und er viele Fans als freundlich erlebe, auch wenn ihnen etwas nicht gefällt. In diesem Geist ist auch ein Tweet formuliert, den Johnson als Antwort auf einen inzwischen nicht mehr verfügbaren Tweet veröffentlichte (und der sicher als Reaktion auf Kelly Marie Trans Entscheidung zu verstehen ist):

„In den Sozialen Medien können ein paar schädliche Leute einen großen Schatten an die Wand werfen, aber in den vergangenen vier Jahren habe ich viele echte andere Star-Wars-Fans getroffen. Wir mögen manches und anderes nicht, aber wir machen das mit Humor, Liebe und Respekt. Wir sind die GROSSE Mehrheit, wir haben Spaß und uns geht es gut.“

Beleidigende Arschlöcher

Die paar schädlichen Leute, von denen Johnson schreibt, schütten ihren teils rassistischen und/oder frauenfeindlichen Dreck leider mit einer solchen Ausdauer über Facebook, Instagram, Twitter, YouTube und die Kommentarspalten von Online-Magazinen, dass manche Beobachter inzwischen von einer vergifteten Fan-Kultur sprechen (nicht nur bei „Star Wars“). Dem für gewöhnlich so ruhigen und netten Rian Johnson platzte deswegen nun der Kragen:

Twitter-Nutzer Dan schrieb unter Johnsons oben zitierten Tweet: „Kritik und etwas nicht zu mögen ist ‚trollen‘? Gute Taktik. Was auch immer dich nachts gut schlafen lässt.“ Johnson antwortete: „Ich habe von diesem unaufrichtigen Bullshit genug. Du weißt, dass es einen Unterschied macht, ob man einen Film nicht mag oder eine Frau so schlimm beleidigt, dass sie ein Soziales Medium verlassen muss. Und du weißt, von welcher der beiden Sachen wir hier reden.“

Nutzer Dan meldete sich ein weiteres Mal zu Wort – woraufhin Johnson noch deutlicher wurde:

Dan: „Ich streite nicht notwendigerweise ab, dass diese Person belästigt wurde, aber ich wehre mich gegen deine Behauptung, dass mein Kommentar unaufrichtig sei, wegen deiner (sehr vorhersehbaren) Annahmen zu meinen Andeutungen.“ Johnson: „Deine ‚Andeutung‘ war absolut keine Andeutung, es wurde in deinem Tweet klar gesagt: Du wirfst das Kritisieren eines Films damit zusammen, online ein beleidigendes Arschloch zu sein, obwohl total klar ist, dass das zwei unterschiedliche Dinge sind und wir das zweite, nicht das erste verurteilen.“

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