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    Obwohl er gefeuert wurde: Bryan Singer wird als Regisseur von "Bohemian Rhapsody" genannt
    Von Annemarie Havran — 13.06.2018 um 12:10
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    Ende 2017 wurde Bryan Singer während der Dreharbeiten des Biopics „Bohemian Rhapsody“ gefeuert, als Ersatz holte man Dexter Fletcher auf den Regiestuhl. Dennoch bleibt Singer offiziell der Regisseur des Films über Queen-Gründer Freddie Mercury.

    20th Century Fox

    Das Ganze erinnert an einen ähnlichen Fall, der vor kurzem aber ein anderes Ende nahm: Phil Lord und Chris Miller wurden NICHT als Regisseure von „Solo: A Star Wars Story“ genannt, hier ging die Bezeichnung an Ersatzmann Ron Howard über. Wie Lord und Miller beim Han-Solo-Film, wurde auch Bryan Singer beim Biopic „Bohemian Rhapsody“ gefeuert und musste ersetzt werden, doch wie The Hollywood Reporter berichtet, wird er trotzdem als Regisseur des Films genannt. Der Unterschied zwischen beiden Fällen: Singer hatte bereits einen wesentlich größeren Teil seines Films abgedreht, bevor er ersetzt wurde, als damals Lord und Miller.

    Nachdem Bryan Singer Anfang Dezember 2017 mehrere Tage nicht am Set des Freddie-Mercury-Biopics erschienen war und bereits mehrere Beschwerden über das angeblich unprofessionelle Verhalten des Filmemachers kundgetan wurden, feuerte Fox den Regisseur und stellte als Ersatz Dexter Fletcher („Eddie The Eagle“) ein, um die Dreharbeiten abzuschließen und die Postproduktion zu überwachen.

    Bryan Singer gibt Fox die Schuld

    Singer leugnet seit dem Vorfall im Dezember ein etwaiges Fehlverhalten und gibt an, er habe nicht aus unerklärlichen Gründen gefehlt, sondern sich um einen plötzlich sehr krank gewordenen Elternteil kümmern müssen, wofür ihm das Studio keinen Freiraum eingeräumt habe. Außerdem habe er sich um seine eigene Gesundheit kümmern müssen. In einem Statement gab er zum Zeitpunkt seiner Kündigung bekannt, er hätte nichts lieber gewollt, als das Projekt zu beenden, aber Fox habe ihm dies nicht erlaubt.

    The Hollywood Reporter verweist nun auf ein Interview mit Produzent Graham King aus der kommenden Ausgabe des Empire Magazine, der dort klarstellt: „Bryan Singer ist der in den Credits genannte Regisseur des Films… Bryan hatte damals einige persönliche Probleme. Er wollte aus dem Film aussteigen, um sich darum zu kümmern, aber der Film musste fertig werden. So ist das alles passiert… Es ging nicht darum, das Rad neu zu erfinden. Wir brauchten jemanden, der einige kreative Freiheit haben würde, aber auch in dem abgesteckten Rahmen arbeiten musste.“

    Ersatzmann Fletcher übernahm nur kurz

    Diesen Posten übernahm Dexter Fletcher, der laut King dann noch 16 Tage drehte. Laut den Regeln der Regisseurs-Gilde von Amerika (Directors Guild of America, kurz DGA) kann nur ein Regisseur oder ein [in dieser Funktion] etabliertes Team für einen Film verantwortlich sein. Da er den größten Teil des Films drehte, fällt der Titel des Regisseurs also Singer zu.

    „Bohemian Rhapsody“ startet am 1. November 2018, als Freddie Mercury ist „Mr. Robot“-Star Rami Malek zu sehen.

     

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    Kommentare
    • Deliah C. Darhk
      Wär' denkbar und fair.
    • WhiteNightFalcon
      Vielleicht packen sie ihn ja unter 2nd Unit oder sowas in die Credits.
    • Bond, James Bond
      Bin mal gespannt auf den Film. Seit einigen Wochen höre ich nach längerer Zeit Queen rauf und runter.
    • Jimmy V.
      Joa, und war das richtig? Ich finde nicht.
    • Mortal
      So manche Regisseure überließen Filmszenen oder ganze Teile des Filmes auch mal Regieassistenz (Spielberg), Kollegen (Kubrick), Darstellern (Corman) oder der Ehefrau (Hitchcock), ohne dass diese Aushilfen Credits dafür bekamen.
    • Sentenza93
      Oder einfach Co-Directed. Finde es schon irgendwie unfair den Mann nicht zu nennen.
    • Deliah C. Darhk
      Ich meine gelesen zu haben, dass ein Regisseur mindestens ein Drittel (oder 30% ?) eines Films zu verantworten haben muss, damit er ein Recht auf Nennung hat.Vielleicht kann Annemarie Havran uns da Genaueres zu sagen?
    • Jimmy V.
      Dass das wirklich so simpel ist, darf ja wohl bezweifelt werden.
    • Mortal
      Wenn der verbleibende Dreh bis ins kleinste Detail mit Darstellern, Kameraleuten und Beleuchtern vorausgeplant war, dass für es für den Nachfolger nicht den geringsten kreativen Spielraum gab, dann ist die Regel nachvollziehbar.
    • WhiteNightFalcon
      Bekloppte Regel. Fair wäre es trotzdem beide Regisseure zu nennen etwa:Directed by Bryan Singer and additional scenes by Dexter Fletcher.
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