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    James Bond: Sean Connery hätte fast ein weiteres, völlig verrücktes "Feuerball"-Remake gemacht
    Von Alexander Friedrich — 27.07.2018 um 16:00
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    Für viele gilt er als der wahre Bond: Sean Connery, der 007-Darsteller der ersten Stunde, hat tatsächlich das Drehbuch zu einem James-Bond-Film mitverfasst. Doch der Titel ging nie in Produktion - und das alles nur wegen „Feuerball”...

    Auf 24 Filme und sechs verschiedene Hauptdarsteller kann man bei der offiziellen „James Bond“-Reihe nun schon zurückblicken. Bei der Frage nach dem einzig wahren 007-Mimen scheiden sich natürlich immer noch die Geister, ganz vorne mit dabei ist aber für viele Fans Sean Connery, der 1962 zum ersten Mal in die Rolle des Doppelnullagenten schlüpfte. „James Bond jagt Dr. No“ war zugleich auch der offizielle Auftakt der Erfolgsreihe. Als Sean Connery nach fünf Filmen ausgestiegen ist und sein vorübergehender Nachfolger George Lazenby nicht so gut ankam, wurde er für eine Rekordsumme zurückgeholt und übernahm in „Diamantenfieber“ noch einmal seine Paraderolle. Danach war endgültig Schluss mit der Spionagearbeit.

    Doch das stimmt nicht ganz (und wir reden hier – noch – nicht von „Sag niemals nie“): Wie aus einem Artikel von BBC hervorgeht, war der gebürtige Schotte Mitte der 1970 er Jahre fünf Jahre später an der Drehbuchentwicklung eines neuen James-Bond-Films namens „Warhead“ beteiligt, allerdings wurde das Skript nie umgesetzt. Was steckt dahinter?

    Connery arbeitete 1976 zusammen mit Kevin McClory an dem besagten Skript. McClory hatte bereits 1958 vom Autor der Original-Romane Ian Fleming grünes Licht für einen Bond-Film bekommen und die beiden haben daraufhin zusammen eine komplett neue Geschichte ersonnen, statt auf eines von Flemings Büchern zurückzugreifen. Doch aus der Verfilmung wurde nichts, stattdessen nutzte Fleming die gemeinsame Story für seinen neuen Bond-Roman „Feuerball“, der 1961 veröffentlicht wurde. Davon war McClory wiederum alles andere als begeistert und verklagte den Schriftsteller.

    007 als Karate-Kid gegen nukleare Robo-Haie

    Danach wurde es kurios: McClory gewann vor Gericht und bekam die Rechte an „Feuerball“. Albert R. Broccoli und Harry Saltzman, welche die Bond-Reihe aus der Taufe hoben und betreuten, handelten mit McClory einen Deal aus, um „Feuerball“ dennoch verfilmen zu dürfen: Er bekam bei der Verfilmung von „Feuerball“, in dem Sean Connery zum vierten Mal den Mann mit der Lizenz zum Töten gab, 1965 eine Namensnennung als Produzent und die Zusage, zehn Jahre nach Erscheinen des Films ein Remake machen zu dürfen. Jene Neuauflage sollte dann 1976 „Warhead“ werden und an dieser hat schließlich auch Sean Connery mitgearbeitet.

    Damals wurde James Bond bereits von Roger Moore verkörpert. Der mittlerweile verstorbene Sir prägte wie kein zweiter 007-Darsteller eine vergleichsweise bunte und komödiantische Ära der Bond-Filme. Die Geschichte von „Warhead“ fiel jedoch noch ein gutes Stück merkwürdiger aus als die Auftritte von Moore: So sollte James Bond unter anderem auf der Spitze der Freiheitsstatue gegen einen Roboter-Atombomben-Hai kämpfen und in einer anderen Szene seine Widersacher ganz untypisch mit Karate bekämpfen.

    Alle "James Bond"-Filme gerankt – vom schlechtesten bis zum besten!

    McClory wollte den Film nicht mit Broccoli und Saltzman realisieren und entschied sich dafür dafür, den Titel unabhängig von der eigentlichen „James Bond“-Reihe auf die Beine zu stellen. Also ging er zu Paramount, wo man zunächst auch anbiss. Broccoli und Saltzman arbeiteten in derselben Zeit jedoch am neuen offiziellen 007-Abenteuer „Der Spion, der mich liebte“, das so einige Parallelen zu „Warhead“ aufweist. Der Film spielt nämlich genauso wie „Feuerball“/„Warhead“ zu einem großen Teil auf und unter dem Meer, außerdem hegt der Bösewicht Stromberg (Curd Jürgens) ebenfalls eine Schwäche für Fische.

    McClory war aufgrund der Ähnlichkeiten erneut so aufgebracht, dass er eine einstweilige Verfügung gegen die Bond-Bosse Broccoli und Saltzman erwirkte, die das mit gleicher Münze heimzahlten. Die Auseinandersetzung lief immer mehr aus dem Ruder, bis das Ganze sowohl Sean Connery als auch Paramount zu bunt wurde: Der Schauspieler und Co-Autor sowie der Verleiher stiegen aus und das Projekt wurde eingestellt, „Warhead“ sollte nie gedreht werden.

    Sag niemals nie…

    So erschien 1977 der zehnte offizielle Bond-Film „Der Spion, der mich liebte“ mit Roger Moore in der Hauptrolle sowie United Artists als Verleih und wurde ein großer Erfolg. Die Akte McClory schien endgültig vom Tisch zu sein und es sah so aus, als würde Sean Connery nie wieder in die Rolle seines Lebens schlüpfen, doch Bond-Fans wissen: Weit gefehlt! 1983 erschien nämlich ein Film mit dem so spitzzüngigen wie treffsicheren Titel „Sag niemals nie“, ein Remake von „Feuerball“ mit Sean Connery als James Bond, Kevin McClory als Produzent und „Star Wars: Das Imperium schlägt zurück“-Regisseur Irvin Kershner auf dem Regiestuhl.

    Da „Sag niemals nie“ nicht zu den Broccoli-Saltzman-Produktionen gehört, wird er nicht als offizieller James-Bond-Film anerkannt, wenn man ihn jedoch heute betrachtet, sind unheimlich viel Selbstironie und Seitenhiebe gegen die Hauptreihe zu erkennen, auch mit zahlreichen Genre-Klischees wird bewusst gespielt. Man könnte fast meinen, Sean Connery wollte mit seiner eigenen, ikonenhaften Rolle (mit der er übrigens nie wirklich warm wurde), persönlich abrechnen.

    Auch in "Spectre" lebt der Geist von McClory

    Auch wenn der von Connery mitgeschriebene „Warhead“ nie realisiert wurde, prägte er doch zumindest indirekt die Filmografie des Doppelnullagenten. Den wahrscheinlich berühmtesten Widersacher Bonds, Ernst Starvo Blofeld wie auch dessen Organisation Spectre, würde es wohl ohne McClory gar nicht erst geben, da dieser den Bösewicht einst erdacht haben soll, als er mit Fleming das Skript für den nicht realisierten ersten Bond-Film schrieb, aus dem schließlich der Roman „Feuerball“ entstand. Für lange Zeit verschwand die Figur Blofeld aufgrund von McClorys Rechtsstreit mit den Bond-Bossen daher von der Leinwand. Mittlerweile darf Blofelds Figur allerdings aufgrund eines Deals der Erben des 2006 verstorbenen McClory mit dem aktuellen 007-Rechteinhaber MGM auch wieder im Kino auftreten: So verkörperte Christoph Waltz den Fiesling 2015 im jüngsten Reihenableger „Spectre“.

    Der aktuelle Bond-Darsteller Daniel Craig wird im kommenden 25. Teil des Franchise noch ein voraussichtlich letztes Mal für ihre Majestät antreten. Am 25. Oktober 2019 soll der Film in den britischen Kinos anlaufen (am 8. November in den USA), für Deutschland gibt es noch keinen Starttermin.

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    Kommentare
    • Unknown user
      Ja genau das war es, der 69er Bond.
    • WhiteNightFalcon
      Remake Gerüchte geistern immer wieder mal rum. Gab ja das Gerücht, man wolle den 69er Bond mit Craig neu auflegen. Aber alles eben aus der Luft gegriffene Gerüchte.
    • g
      So sollte James Bond unter anderem auf der Spitze der Freiheitsstatue gegen einen Roboter-Atombomben-Hai kämpfenxxxxxxxxxxxxxxxxnein
    • Bond, James Bond
      Lol. was ich hier so lese. Warhead wäre dann wohl der schlechteste Bondfilm gewesen...oder so was wie Batman hält die Welt in Atem :-DBezweifle aber vieles, denn Connery wollte Bond nie zu einer vollkommenen Witzfigur machen und er war mit dem Charakter durch.Sag niemals nie war sogar eine Art Freundschaftsdienst für Roger Moore, denn Moore war nach In tödlicher Mission raus, man castete James Brolin für Octopussy, dann hörte man von Sag niemals nie und Cubby Broccoli bot Roger Moore dann doch wiederum einen verbesserten Vertrag an.Connery und Moore waren übrigens schon seit den frühen 60ern befreundet, was wenige wissen. Win win Situation für beide.
    • Bond, James Bond
      Curt Jürgens' Stromberg war ja auch bewusst als eine Art Blofeld ausgelegt. Wie du schon sagst, man durfte zur der Zeit Spectre und Blofeld nicht verwenden.Wäre auf jeden Fall aber ein guter Filmtod Blofelds gewesen und ein deutlicher/ernster dazu, wie Rogs Bond ihn dann hinrichtet.
    • Unknown user
      Was ja auch völlig okay ist. Mich würde es halt nicht wundern, sag niemals nie 😁😊😁. Hat Craig nicht noch die Option offen für ein weiteren Bond?. Es gab in den letzten Monaten so viele News und Gerüchte da gab es doch mal eine News wo ein Remake erwähnt wurde.
    • WhiteNightFalcon
      Das wird nicht passieren. Diverse Darsteller wie Roger Moore oder Timothy Dalton pflegten ja auch nach ihrer Bond-Zeit ein freundschaftliches Verhältnis zum Broccoli-Clan, ohne dass man vorgehabt hätte, sie irgendwie zurückzubringen.
    • Unknown user
      Ich bin sogar davon überzeugt das man eines Tages Craig zurück holt wenn er 60 ist oder so um den Dreh. Man macht mit ihm noch einmal Bond, natürlich ein Remake. Broccoli hält doch so an Craig fest. Also mich würde das nicht wundern.
    • WhiteNightFalcon
      Der Bericht stimmt so nicht ganz. McClory berief sich immer auf diverse Entwürfe, die er zusammen mit Fleming geschrieben haben wollte. Das Gericht befand aber, McClory habe nur Urheberrechte an Feuerball, also egal was er plante, er hätte nur immer wieder Feuerball remaken dürfen, was letztlich in Sag niemals nie endete. Doch damit war das Projekt Warhead nicht vom Tisch, denn Mitte der 90er sollte das Projekt Warhead 2000 entstehen, wofür McClory Pierce Brosnan haben wollte, der noch nicht von Broccoli verpflichtet war.Seit 2000 ist das aber alles Vergangenheit, da auch die Feuerball-Rechte zu 100% nun Broccoli Wilson gehören und McClory inzwischen tot ist.Interessant aber: Hätte es den Rechtsstreit nicht gegeben, wäre Spectre auch im 77er Bond Bonds Gegner gewesen.
    • Sentenza93
      Dass Bond schon immer Over The Top war, ist ja bekannt. Aber wenn ich das hier lese, sonst ging es McClory und Connery aber noch gut, oder? :D
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