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    "Apostle": Darum müsst ihr den neuen Netflix-Film des "The Raid"-Regisseurs nicht schauen
    Von Monique Stibbe — 12.10.2018 um 12:33
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    Mit Dan Stevens und Michael Sheen ist „Apostle“ hochkarätig besetzt und Regie führt "The Raid"-Macher Gareth Evans, doch leider garantiert das noch lange keinen guten Film. Denn bei den Kritikern schneidet der Netflix-Film eher mittelmäßig ab.

    Netflix

    Mit „The Raid“-Regisseur Gareth Evans auf dem Regiestuhl und der starken Besetzung rund um Dan Stevens („Die Schöne und das Biest“) und Michael Sheen („Masters of Sex“) haben sich viele von der Netflix-Produktion „Apostle“ wohl mehr erhofft. Lange wurde ein Geheimnis um den Film gemacht, auch erste Szenenbilder wurden erst spät veröffentlicht. Vielleicht hatte das seinen Grund und der Streaming-Gigant hat insgeheim schon mit weniger positiven Kritiken gerechnet. Falls diese Befürchtungen bestanden, treffen sie nun zu.

    Unser FILMSTARTS-Kritiker Markus Fiedler vergibt nur zwei von fünf möglichen Sternen. Für ihn ist „Apostle“ eine herbe Enttäuschung. Laut Fiedler schafft es Gareth Evans nicht, den kuriosen Genre-Mix zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen: „Was nach einem spannenden Thriller klingt, füllt Gareth Evans mit zahllosen allzu bekannten Versatzstücken des übernatürlichen Gruselkinos. Das bläst den Film nicht nur auf deutlich mehr als zwei Stunden auf, sondern nimmt ihm auch seine Stringenz. Selbst nach einer ganzen Stunde ist noch immer völlig unklar, welche der angerissenen Geschichten Evans seinem Publikum eigentlich wirklich erzählen will.“

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Apostle"

    Auch als Gareth Evans später im Film seine Vorliebe für harte Gewaltszenen auslebt, macht dies laut Markus Fiedler „besonders deutlich, dass Evans sich zwischen seinen Erzählsträngen irgendwann verheddert hat. Denn je länger der Film dauert, desto mehr saufen die Logik, die Glaubwürdigkeit und die Emotionen in Bächen von Blut ab.“

    Die Schauspieler können laut Fiedlers Meinung ebenfalls nicht überzeugen. So wirke Michael Sheen vor allem ratlos darüber, wie er seine Rolle anlegen solle. Auch Dan Stevens und Lucy Boynton gelinge es nur sehr selten, ihre eindimensionalen Rollen mit Leben zu füllen. Schlussendlich wird Gareth Evans' Mischung aus Thriller, Rachedrama, religiösem Statement und Okkult-Horror zu keinem Zeitpunkt zu einer stimmigen Einheit. Auch die gekonnte Inszenierung der Gewaltmomente kann „Apostle“ nicht mehr retten.

    Der neue Film des „The Raid“-Regisseurs Gareth Evans reißt aber auch die amerikanischen Kritiker nicht gerade von den Hockern. Bei metacritic stehen aktuell solide 60 von möglichen 100 Punkten (bei zwölf gezählten Kritiken) zu Buche und bei Rottentomatoes sind sogar 71 Prozent der 28 vorliegenden Kritiken positiv, die Durchschnittswertung liegt allerdings auch nur bei 6,7 von 10. Und mit unserer wenig begeisterten FILMSTARTS-Kritik stehen wir längst nicht alleine da, wie schnell deutlich wird, wenn man sich einige der gewerteten Kritiken genauer anschaut:

    Das sagen die US-Kritiker zu "Apostle"

    Die US-Kollegen von IndieWire bemängeln wie unser Kollege Markus Fiedler, dass der Film zu viele Handlungsbögen einschlägt, die er zum Schluss nicht alle auflösen kann: „Gerade als ‚Apostle‘ auf seinen großen Showdown zuläuft, ist der Film so oft von seinem verschlungenen Kurs abgekommen, dass das Ende nicht alle Handlungspfade auflösen kann. Stattdessen bietet es ein einzelnes, ätherisches Bild, das auf die kreativeren Möglichkeiten hindeutet, die irgendwo in dem blutigen Chaos versteckt sind.“

    Die Kritiker von Screencrush vergeben sechs von zehn Punkten und sind nur mäßig von „Apostle“ begeistert. So liefere Dan Stevens eine solide Leistung in einem Thriller ab, der nicht in Erinnerung bleiben wird: ‚Apostle‘ ist ein solider Mystery-Thriller. Doch abgesehen von einer erwartbaren Leistung von Dan Stevens und Michael Sheen, ist der Film nicht gerade bemerkenswert. Es ist zwar interessant zu sehen, dass Gareth Evans etwas Konventionelles anpackt, aber für einen Mann, der uns The Raid und seine Fortsetzung schenkte, ist es fast schon zu gewöhnlich. Aber es ist genug für Netflix. Vielleicht ist das der Punkt.“

    Auch die Kollegen vom Hollywood Reporter sind nicht von „Apostle“ überzeugt: „Der Horror-Faktor steigt während des gesamten letzten Drittels an und obwohl die Schlachten heftig sind, sind sie nie aufregend.“

    Fazit: „Apostle“ scheitert laut Meinung einiger Kritiker vor allem daran, dass er zu viele Nebenhandlungen eröffnet, die Regisseur Gareth Evans am Ende nicht schafft aufzulösen. Dan Stevens Leistung kann zwar grundsätzlich überzeugen, doch scheint seine Darbietung nicht die beste seiner Karriere zu sein. Auch wenn Evans seinem Muster treu bleibt und vor allem mit der gekonnten Inszenierung der Gewaltszenen überzeugt, hat er, wie unser Redakteur am Ende seiner Kritik sagt, in „Apostle“ vielleicht zu viel gewollt.

    Darum geht es in "Apostle"

    Thomas (Dan Stevens) erhält 1905 von seinem Vater einen Brief, in dem er ihn um Hilfe bittet. Thomas' Schwester wurde von einer religiösen Sekte rund um den Propheten und Sektenführer Malcolm (Michael Sheen) auf eine abgelegene Insel verschleppt, die nun Lösegeld von der Familie erpressen will. Also macht sich Thomas schnell auf den Weg und kurz nach seiner Ankunft wird klar: Der Kult wird bereuen, dass Thomas je einen Fuß auf ihr Eiland gesetzt hat. Denn nach und nach zeichnen sich Risse in der Kommune ab und Thomas deckt immer mehr Geheimnisse und Lügen auf, auf die die Sekte aufgebaut ist.

    „Apostle“ ist ab heute bei Netflix auf Abruf verfügbar.

     

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    Kommentare
    • meruem
      *Spoiler*Die erste Hälfte hat mir gut gefallen. Dann kam quasi schon die Auflösung und war ab da für mich nicht mehr gut. Dieses gruselige, mystische was zB in der Szene mit den Blutgläsern vor den Türen angedeutet wurde hätte man weiter verfolgen sollen. Dann kamen wie schon im Artikel gesagt langweilige Nebenhandlungen, die niemand gebraucht hätte. Hätte der Hauptcharakter in der Szene nachdem der Junge stirbt nach der Befreiung angefangen, das komplette Dorf mit Kampfmoves a la Raid fertig zu machen hätte es mir besser gefallen.
    • slevin
      ich fand den Film richtig gut. Hatte was von The Village. Ziemlich sadistischer Film. Hat mir gut gefallen.
    • Liane
      Der Film war furchtbar. Zum einen furchtbar langweilig und zum anderen furchtbar sinnentleert. Der rote Faden fehlt in dem Film komplett, am Ende sieht man nur noch hirnlose brutale Gewalt. Hätte ich das vorher gewußt, hätte ich meine Zeit damit nicht verschwendet.
    • Dennis Beck
      Es ist immer besser, sich ein eigenes Bild zu machen. Was mich am meisten stört, ist eine Rechtfertigung der Kritik. Habt ihr das wirklich nötig, Filmstarts? Ist das nicht ziemlich erbärmlich von euch? Jeder kann den Film sehen, wenn er möchte. Ich sage schon mal von meiner persönlichen Warte aus, dass Apostle keine Zeitverschwendung ist. Wie gut man den Film letztendlich findet, hängt von den eigenen Erwartungen ab und nicht von denen, die der eine Kritiker wohl hatte.
    • Eintopf
      Netflix-Bashing kommt hier doch nur zu 5% vor, um die ständigen Werbeartikel zu übertünchen.
    • Bruce Wayne
      Bravo.
    • TresChic
      Bekommt FS Geld fürs bashen? 90% positive Kritiken und KS geht Vollgas nach unten. Ich bin auch darauf reingefallen.
    • Species8472
      Du sprichst mir aus der Seele.Vielen Dank.Dieser Laden hier wird immer peinlicher.
    • MaxPowers
      ich fand Film auch total langweilig , bin sehr enttäuscht , würde dem Film eher 1 Stern geben
    • Kein_Gast
      Wieso müsst ihr jetzt eure schlechte Kritik rechtfertigen? Ist doch nur eine Meinung. Alles gut, Freunde :)Trotzdem sieht das Kritiker-Echo weitaus positiv aus als ihr hier vermitteln wollt.Und noch eine Frage. Wieso kommt so ein Artikel nicht zu Venom? Der hat weltweit ca 2/3 negative Kritiken. (die von Apostel hat 2/3 positiver Kritiken) Könnte man doch auch so einen Artikel dazu verfassen....?
    • #jesuismarkusfiedler
      Liebes Filmstarts-Team, habt ihr etwa so wenig Vertrauen in Fiedlers Meinung über Apostle, dass ihr euch jetzt Unterstützung durch andere Filmkritiker aus Übersee herbeizerrt, um ein hauptsächlich imaginär-negatives Stimmungsbild zu erschaffen, in dessen Licht Apostle beileibe momentan NICHT steht, während ihr das Werk zwanghaft in dieses zu rücken versucht?Eure Meinung sei euch natürlich überlassen, aber dieser Vorgang erscheint leider etwas erbärmlich, jetzt wo ihr euch primär die Kritiken raussucht, die die These vom ach so unterdurchschnittlichen Apostle stützen. Dieser populistische Ansatz niederster journalistischer Arbeit steht euch nicht gut zu Gesicht. Dann noch als Argument für die eigene Wertung von 4/10 die beiden Wertungsschnitte von 6/10 und 6,7 (7)/10 dazu in Relation zu setzen ist ein klares Eigentor, entspricht eure niedrige Wertung nicht mal ansatzweise dem momentanen Schnitt.Dass ihr dann noch die zahlreichen positiven Stimmen (Guardian, We got this covered, IGN, EW) ausklammert, um einen negativen Stimmungstrend zu suggerieren, setzt dem Ganzen dann noch die opportunistische Krone auf.Schämt euch. Ich gehe aber davon aus, dass dieser Kommentar entfernt wird, um ungewollte Kritik zu vermeiden.Mit besten Grüßen
    • AlexF.
      Wen interessiert schon die Meinung von ein paar drittklassigen Hobby-Kritiken die von Filmen so viel Ahnung haben wie eine Kuh von Fahrrad fahren?
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