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"The Walking Dead": Das größte Problem mit Ricks Abschied ist nicht, dass die Fans verarscht wurden!
Von Tobias Tißen — 10.11.2018 um 18:00
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In der aktuellen „The Walking Dead“-Episode „Wach auf“ macht Rick Grimes (Andrew Lincoln) einen Abflug. Die Art und Weise erinnert mich an die schlimmsten Momente der Serie – und trotzdem blicke ich sehr optimistisch in die „Walking Dead“-Zukunft.

AMC

Achtung: Spoiler zur fünften Episode der neunten Staffel „The Walking Dead“!

Rick Grimes, seit der ersten Folge der ersten Staffel Hauptdarsteller und Mittelpunkt von „The Walking Dead“, ist Geschichte! Die am vergangenen Sonntag ausgestrahlte Episode „Wach auf“ markiert seinen endgültigen Abschied aus der Zombie-Apokalypse! Oder eben auch nicht…

Denn trotz der wochen- bzw. sogar monatelangen werbenden Ankündigungen, dass man die finalen Rick-Episoden auf gar keinen Fall verpassen dürfe, gab Rick dann doch nicht den Löffel ab, sondern flog stattdessen mit einem Helikopter ins Ungewisse. Wobei wir inzwischen sehr wohl wissen, wo es für ihn hingehet: Nämlich in Richtung eigene TV-Film-Trilogie! Der Sender AMC hat große Pläne: In den drei kommenden Filmen soll erzählt werden, was Rick noch alles so erlebt. Direkt gelogen hat zwar niemand, schließlich war es wohl tatsächlich Ricks endgültiger Abschied aus der „Walking Dead“-Serie (wenn eben auch nicht aus dem „Walking Dead“-Universum). Das hat auch Schauspieler Andrew Lincoln mittlerweile bestätigt.

Aber ein wenig verarscht komme ich mir trotzdem vor. Und zwar, weil es die Verantwortlichen hinter „The Walking Dead“ nicht zu ersten Mal für eine gute Idee hielten, nicht mit starken Storys, sondern platt-irreführenden Aussagen um die um die Gunst der immer weniger werdenden Zuschauer zu buhlen (selbst das angekündigte Rick-Ende bescherte der Serie nur ein enttäuschend kleines Quoten-Plus).

#Dumpstergate Reloaded

Solche Aktionen sind längst nichts Neues mehr bei „The Walking Dead“. Man erinnere sich nur an das berühmt-berüchtigte #Dumpstergate, das sich in Staffel sechs zutrug. Damals wurde uns weißgemacht, dass Glenn (Steven Yeun) von einem Müllcontainer (= „Dumpster“) in eine Zombie-Masse und damit in den sicheren Tod gefallen ist. Erst einige Wochen später, nachdem der Vorfall zwischenzeitig gar nicht mehr erwähnt wurde, wurde dann plötzlich „aufgeklärt“, dass damals nicht Glenn, sondern der längst in Vergessenheit geratene Nicholas (Michael Traynor) von den Untoten bei lebendigem Leib auseinandergerissen wurde. Ein plumper Versuch, einen vermeintlichen Schock zu erzeugen. Herausgekommen ist dabei einer der wohl meistgehassten Moment der „The Walking Dead“-Historie.

AMC
Die berüchtigte #Dumpstergate-Szene

So schlimm war der Bluff zu Ricks Abschied aus der Serie allerdings bei weitem nicht. Deshalb hegen die verbliebenen Fans aktuell auch lange nicht so einen Groll gegen die Verantwortlichen wie vor drei Jahren. Trotzdem wirkt die Episode „Wach auf“ inklusive des ganzen Vorgeplänkels eher wie ein einziger, großer Werbestunt und weniger wie eine stimmige Fortentwicklung der Geschichte.

Der längste Teaser aller Zeiten

Natürlich ist es nicht ideal, dass die Zuschauer bereits Monate vor dem Auftakt zur neunten Staffel wussten, dass Rick die Serie verlassen wird. Und in Anbetracht der dramatisch sinkenden Quoten ist es auch verständlich, dass man den Abflug des größten Sympathieträgers nutzt, um noch mal ordentlich die Werbetrommel zu rühren. Das größere Problem ist vielmehr der Zeitpunkt, zu dem die kommende Filmtrilogie um Rick angekündigt wurde – nämlich unmittelbar nach seinem Serien-Abgang in der Talkshow „The Talking Dead“, die in den USA immer im Anschluss an jede neue „Walking Dead“-Episode ausgestrahlt wird.

So erweckt das Vorgehen der Verantwortlichen nun mal den Anschein, als wäre all das nur inszeniert worden, um die Zukunft des Franchises zu bewerben. Als wären Ricks Schicksal und die neun Staffeln mit ihren 120 Episoden nicht mehr als eine Art längster Teaser der Welt für angekündigten TV-Filme. So wurde den treuen „The Walking Dead“-Fans nicht einmal ein einziger Tag gegönnt, um die Ereignisse der Episode zu verarbeiten. Immerhin wäre das der wichtigste Serien-Abschied der kompletten „The Walking Dead“-Geschichte gewesen. Stattdessen wurde dem offenen Episodenende so direkt wieder seine ganze Wucht genommen. Und das, obwohl die Wendung selbst trotz der ausführlichen Ankündigung zunächst erstaunlich gut funktionierte – wie übrigens der größte Teil der Folge, die zu den stärksten der vergangenen Staffeln gehört (mit einer IMDb-Wertung von 9,4 ist sie derzeit die am besten bewertete Folge seit der neunten Episode der sechsten Staffel).

Nun habe ich mit meinem imaginären Baseballschläger ziemlich auf „The Walking Dead“ und die Werbestrategie der Verantwortlichen eingeschlagen – allerdings bin ich aus zwei Gründen eigentlich echt positiv gestimmt. Ganz egal, wie sehr ich mich im ersten Moment aufgeregt habe.

Eine glorreiche Zukunft?

Aber auch wenn die Macher bei Ricks Abschied mit dem Arsch gleich wieder eingerissen haben, was vorher über Monate aufgebaut wurde, blicke ich nun durchaus positiver in die „The Walking Dead“-Zukunft als vor der Episode. Der Grund dafür ist das Ende der neuesten Folge. Dort sehen wir nämlich, wie eine neue Gruppe (unter anderem mit „Phantastische Tierwesen“-Star Dan Fogler) von einer etwa Elfjährigen gerettet wird. Als sich das Mädchen dann in einer Szene, die ohne abzustürzen auf dem schmalen Grat zum kitschigen Pathos balanciert, auch noch als Judith Grimes vorstellt, hatte ich seit Ewigkeiten mal wieder Gänsehaut beim Schauen von „The Walking Dead“. Die Szene bedeutet einen Zeitsprung von ungefähr acht Jahren – das ist im Gegensatz zu Ricks Abflug eine wirkliche Überraschung (selbst wenn wir es schon vor Wochen ahnten…) und könnte die Serie endlich wieder richtig stark machen.

So sehen die Überlebenden nach dem Zeitsprung aus

Jetzt besteht die reelle Chance, die enttäuschenden, weil repetitiven und oft spannungsarmen Staffeln endlich hinter sich zu lassen und mit neuen (oder zumindest grundlegend veränderten) Protagonisten und Antagonisten sowie frischen Figurenkonstellationen in eine hoffentlich glorreiche Zukunft durchzustarten. Immerhin ist für die Serie selbst noch immer kein Ende in Sicht. Und das Vorschauvideo auf die drei bis zum Mideseason-Finale am 25. November noch ausstehenden Episoden sieht schon mal sehr gut aus und verspricht tatsächlich den „Neuen Anfang“, der laut Titel eigentlich schon mit der Auftaktepisode der neunten Staffel hätte vollzogen werden sollen.

 

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