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    "13 Hours: The Secret Soldiers Of Benghazi": Wie viel Wahrheit steckt in Michael Bays Actionfilm?
    Von Daniel Fabian — 24.03.2019 um 17:30
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    2016 bediente sich „Transformers“-Macher Michael Bay mal wieder einer wahren Begebenheit - und lieferte damit immerhin einen seiner besten Filme ab. Aber was ist an der Geschichte hinter „13 Hours: The Secret Soldiers Of Benghazi“ wirklich dran?

    2015 Paramount Pictures. All Rights Reserved.

    Michael Bay vor allem bekannt für Actionkracher wie „The Rock“, „Bad Boys“ und „Transformers“ erzählt in seinem aufrüttelnd-ambivalenten und krachend-intensiven Kriegsfilm „13 Hours: The Secret Soldiers Of Benghazi“ eine auf wahren Ereignissen basierende Geschichte. In seinem Kriegs-Actioner liegt es an einer Truppe von US-Soldaten, die Botschaft im libyschen Bengasi zu verteidigen, die vergeblich auf militärische Unterstützung warten und in ihrer Mission (lange Zeit) auf sich allein gestellt sind. Der zentrale Punkte der Geschichte ist dabei, dass der CIA-Befehlshaber vor Ort (im Film gespielt von David Costabile) keine Hilfe entsendet, als diese eingefordert wird.

    Ob sich das wirklich so zugetragen hat, wird allerdings sehr kontrovers diskutiert.

    Umstrittener Befehl

    Fakt ist: Es wurde trotz Kenntnis über den Angriff stundenlang keine Verstärkung ausgesandt.

    Doch warum? Einen offiziellen „Stand down“-Befehl habe es nie gegeben – das beteuert jedenfalls der echte CIA-Chef (also das Vorbild für Costabiles Figur), der das Eingreifen in keinster Form behindert haben will.

    Kris „Tanto“ Paronto (im Film gespielt von Pablo Schreiber), der sich zu diesem Zeitpunkt mitten im Geschehen befand, schwört allerdings darauf, jenen Befehl erhalten zu haben. Er könne natürlich verstehen, dass dies die politische Karriere einiger Menschen ins Wanken bringen würde, das würde allerdings nichts daran ändern, dass sich das alles so zugetragen hätte, so Paronto. Auch John Tiegen (im Film gespielt von Dominic Fumusa) stützt die Aussage seines Kameraden und ist sich sicher: Dieser Befehl kostete unter anderem dem Botschafter das Leben (via ABC News).

    Ergo: Es steht Aussage gegen Aussage Ob es den Befehl wirklich gab, wird sich womöglich also erst in einigen Jahrzehnten klären lassen, wenn entsprechende Dokumente nicht mehr geheim sind.

    Luftunterstützung blieb aus

    Doch das ist nicht der einzige umstrittene Punkt der Geschichte, der nach „13 Hours: The Secret Soldiers Of Benghazi” erneut für Diskussionen sorgte. Auch die Frage nach der ausbleibenden Luftuntersützung wird bis heute von beiden Seiten unterschiedlich beantwortet.

    In einem Bericht des House Committee on Armed Services steht, dass zu jenem Zeitpunkt Luftunterstützung entweder nicht verfügbar war oder zu spät eingetroffen wäre, um etwas zu bewirken – was in Anbetracht der schon damals angespannten Situation in Libyen aber schon an sich skandalös genug wäre. Zudem wird jener Bericht von einem anderen des von den Republikanern geführten House Select Committees widerlegt, in dem mehrere Zeugen bestätigen, dass das US-Militär durchaus in der Lage gewesen wäre, Hilfe zu leisten, diese aber nicht angefordert wurde.

    2015 Paramount Pictures. All Rights Reserved.
    Er hat im Film keine Verstärkung geschickt: David "Bob" Costabile in "13 Hours"

    Michael Bays Wahrheit

    Michael Bay entschied sich in seinem Film letztlich für die Geschichte der Soldaten, die bei der CIA auf Empörung stieß. In einem Statement gegenüber ABC News sprach man seitens des Geheimdienstes von einer „Schande“ und einer „Verzerrung der Ereignisse“, die eine Verunglimpfung tapferer Amerikaner mit sich brachte, nur um einige wenige heldenhaft hervorzuheben.

    Wir meinen allerdings: Ein Filmemacher muss eben eine solche Entscheidung für eine Seite treffen. In dieser Hinsicht ist ihm kein Vorwurf zu machen.

    Daneben gibt es zwar kleinere Ungereimheiten, die dürften einem aber wohl nur auffallen, wenn man ganz genau hinsieht. So wurden zum Beispiel im Film nicht dieselben Militärfahrzeuge, sondern deren Nachfolgemodelle (u. a. der Mercedes G-Klasse) eingesetzt. Größtenteils setzt Bay aber auf historische Richtigkeit. So wurden sogar das Diplomatengelände sowie auch das Nebengebäude der CIA laut Produzent Erwin Stoff anhand echter Lagepläne und Satellitenbilder fast zentimetergenau nachgebaut.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "13 Hours: The Secret Soldiers Of Benghazi"

    In seiner Rohfassung lief der Actionfilm von Michael Bay, der ohnehin zu Überlänge-Filmen neigt, übrigens satte vier Stunden. Letztlich blieben 144 Minuten übrig – und genau die könnt ihr am heutigen 24. März 2019 ab 22.55 Uhr bei ProSieben sehen.

     

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    Kommentare
    • Evi_Driehn
      Stevens hatte sich für die Präsidentschaftskandidatur 2016 bereits in Stellung gebracht. Und unter Demokraten galt er als der Aussichtsreichere Kandidat gegenüber Hillary. Alleine diese Tatsache spricht dafür, daß die Hilfe absichtlich verweigert wurde, denn schießlich war Hillary (Stevens direkte Konkurrentin) Außenministerin und somit nach Obambi die Nr.2 in der Militärhierachie. Sie war über die Situation im Bilde und unternahm nichts.Ferner spricht für die Version der Operator, daß nach dem Vorfall über Wochen hinweg versucht wurde, die Schuld an dem Aufstand einem Video anzuhängen, was nichts mit der Sache zu tun hatte. Klassiscshes Cover-Up, um von den echten Gründen abzulenken.Und die Tatsache, daß die US-Botschaft in Helsinki/Finnland mit 50 US-Marines um längen besser geschützt war, als der Compound in Lybien,spricht Bände. Ganz abgesehen von der Tatsache, daß bereits Monate vor dem Vorfall mehrfach um Aufstockung der Schutztruppe gebeten wurde (weil man wusste, daß Stevens kommen wird), was jedes Mal abgelehnt wurde.
    • WhiteNightFalcon
      Definitiv viel Spaß damit.
    • WhiteNightFalcon
      Super. Danke. Fußball-Fan bin ich zwar nicht, aber allein vom Cast her, muss ich den noch nachholen.
    • Captain Schleckerhöschen
      Ich lese im Moment kaum noch Artikel auf Filmstarts, denn es wird ja immer schlimmer. Fast jede News beginnt mittlerweile mit Darum. Da hat man keine Lust mehr zu lesen. Früher war alles besser! (paar Tage? *hust*) Da gab es wenigstens noch die Alternative Warum!^^ Naja aber so wie es aussieht habe ich außer dem einzigen Nicht- Darum Artikel auch gleichzeitig eine interessante Filmempfehlung durch die User Kommentare entdeckt. Doch, ist ernst gemeint, ihr macht einem den Film recht schmackhaft. 13 Hours muss ich mir mal reinziehen. :-D
    • Matthias@VorfreudeaufFilm
      Habe den Artikel nicht gelesen, stimme Dir aber zu. Hab den Film vor ein paar Monaten geguckt und ich fand ihn richtig gut. Und The Rock und Bad Boys 1 sind für mich Kultfilme. Bad Boys 2 ist dann schon wieder 08/15-Actionkino. Aber der erste Bad Boys ist Action und Unterhaltung wie ich sie mag!
    • Matthias@VorfreudeaufFilm
      Guten Morgen! Bin jetzt dazu gekommen die beiden Filme zu schauen. Also, den Senkrechtstarter kennst Du ja, ich kannte ihn doch noch nicht. Ich musste mich erst an diesen Sly gewöhnen, aber dann habe ich richtig gelacht. Wenn man sich darauf einlässt, ist der Filme wirklich gute Unterhaltung. Am besten vorher noch Rambo gucken, damit der Kontrast richtig gelungen ist. :D So, und zu Flucht oder Sieg kann ich Dir eine Empfehlung aussprechen. Sly und Michael Caine spielen ihre Rollen sehr gut und die Geschichte ist interessant. Die Atmosphäre hat mich komplett abgeholt und als Fußball-Fan gibt es auch die eine oder andere nette Überraschung.
    • WhiteNightFalcon
      Hier muss ich Filmstarts mal 100% Recht geben. Es ist einer von Bays besten Filmen. Klammert man die bombastischen Werke von Pearl Harbor bis Transformers 5 mal komplett aus, der beste Bay nach Bad Boys und The Rock.
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