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    HBOs "Game Of Thrones"-Nachfolger: Darum wird "His Dark Materials" so viel besser als die erste Verfilmung!
    Von Christoph Petersen — 26.07.2019 um 10:45
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    Nach dem Ende des Aushängeschilds „Game Of Thrones“ will HBO mit einer Serie zur Buchreihe „His Dark Materials“ einen neuen ambitionierten, epischen Fantasy-Hit an den Start bringen. Nach dem Trailer sind wir der Meinung: Die Chancen stehen gut!

    HBO / BBC One

    Game Of Thrones“ hat nicht nur mit seinem globusumspannenden Hype, sondern auch mit seiner einmaligen Produktionsqualität Jahr für Jahr neue Maßstäbe gesetzt – nicht nur für Fantasy-Serien, sondern für Fernsehproduktionen im Allgemeinen. Weil jedoch vor allem die achte und letzte Staffel sowie im speziellen deren Ende bei vielen Fans eher nicht so gut ankam, ist HBO aktuell natürlich extrem daran gelegen, die gewaltigen „Game Of Thrones“-Fußstapfen so schnell wie möglich zu füllen und den Westeros-Fans auch abseits des geplanten Spin-offs recht bald Nachschub zu liefern. Ein möglicher Kandidat, um die von „Game Of Thrones“ hinterlassene Lücke zu füllen: die Serien-Verfilmung der Fantasy-Trilogie „His Dark Materials“!

    +++ Meinung / Prognose +++

    Während Clive Staples Lewis in seiner siebenteiligen „Die Chroniken von Narnia“-Buchreihe unverhohlene Christen-Propaganda (inklusive einem Jesus-Löwen) betreibt, wofür es selbst von dem ähnlich hardcore-christlichen, aber in seinen Werken sehr viel zurückhaltenderen Kollegen J.R.R. Tolkien harsche Kritik gab, bildet Philip Pullman quasi das genaue Gegenstück zu Lewis: Der dritte große britische Fantasy-Autor des 20. Jahrhunderts hat mit seiner „His Dark Materials“-Trilogie (hierzulande bestehend aus den Romanen „Der Goldene Kompass“, „Das Magische Messer“ und „Das Bernstein-Teleskop“) nämlich nicht nur ein faszinierendes Steampunk-Fantasy-Abenteuer, sondern zugleich auch eine ebenso harsche wie treffende Kritik an institutionalisierter Religion im Allgemeinen und der katholischen Kirche im Speziellen verfasst.

    Nun ist Religionskritik natürlich immer ein heißes Eisen und so verwundert es auch nicht, dass sich in der Hollywood-Blockbuster-Verfilmung von „Der Goldene Kompass“ mit Daniel Craig und Nicole Kidman (Budget: gigantische 180 Millionen Dollar) nur noch maximal Spurenelemente davon entdecken lassen. (Ganz im Gegensatz zu den „Narnia“-Verfilmungen übrigens, da ist der Jesus-Löwe auch auf der Leinwand immer noch der Jesus-Löwe.) Das Ergebnis: Die 2006er-Verfilmung von Regisseur Chris Weitz („American Pie“) ist vielleicht ganz schön anzusehen, fühlt sich thematisch aber vollkommen leer an – es wurde halt nur der blanke Plot, aber nicht der eigentliche thematische Unterbau der Vorlage übernommen. Kein Wunder also, dass der Film die Erwartungen nicht erfüllen konnte und die zwei weiteren Romane deshalb auch gar nicht erst verfilmt wurden.

    Die Serie wird besser als der Film! Wetten?

    Nun haben HBO und die BBC eine Kooperation geschlossen, um den Stoff noch einmal zu verfilmen – und zwar diesmal als Serie. Vergangene Woche wurde ein neuer Trailer zu „His Dark Materials“ veröffentlicht – und auch wenn der namhafte Cast mit „X-Men“-Star James McAvoy sowie einige sichtlich aufwendige Spezialeffekt-Einstellungen bereits den epischen Charakter der Produktion andeuten, ist fast noch auffälliger, wie thematisch reich sich bereits diese wenigen Szenen anfühlen. Man hat sofort den Eindruck: Diesmal wurde die Vorlage nicht ihres Kerns beraubt, ganz im Gegenteil!

    Ein Hoch auf die Wissenschaft und die Rationalität – eine bissige Abfuhr für Aberglaube und Scharlatanerie! Sicherlich nicht die schlechteste Message im Jahr 2019, gerade weil sie zwar offensichtlich nicht allzu subtil, aber offenbar eben auch nicht allzu didaktisch oder platt vorgetragen wird. Philip Pullmans meisterhafte und vielfach ausgezeichnete Romanreihe scheint unter der Aufsicht von Drehbuchautor Jack Thorne („Wunder“, „National Treasure“) also endlich die Umsetzung zu bekommen, die die mit feiner Gesellschaftskritik gespickte Geschichte eigentlich auch vor 13 Jahren schon verdient hätte.

    Wobei: Nach der Vorstellung des langen Trailers auf der Comic-Con am vergangenen Wochenende haben die Stars der Serie, darunter neben McAvoy etwa noch Lin-Manuel Miranda, Ruth Wilson und Dafne Keen, noch einmal ganz explizit betont, dass „His Dark Materials“ absolut kein „Angriff auf Religionen“ sei. Aber ganz ehrlich: Das müssen sie halt aus Marketing-Gründen sagen, um sich von vorneherein in alle Richtungen abzusichern. Der Trailer selbst spricht da ja – zum Glück (!) – eine ganz andere Sprache. Und sollen sie ruhig machen – mich interessiert ja nicht, was die Stars auf irgendwelchen Panels labern, sondern was ihre Figuren in der Serie zu sagen haben – und da bin ich mir inzwischen zu nahezu 100 Prozent sicher, dass die TV-Serie soooo viel besser wird als die erste Hollywood-Verfilmung.

    Darum geht’s in "His Dark Materials"

    Die zwölfjährige Lyra (Dafne Keen, das Mädchen aus „Logan“) lebt an einem College in Oxford. Nach dem Unfalltod ihrer Eltern ist ihr einziger Verwandter ihr Onkel Asriel (James McAvoy), der einen ebenso geheimnisvollen wie gefährlichen Staub untersucht, der ausschließlich Erwachsene zu befallen scheint. Er lehnt sich mit seinem eigensinnigen Forschungsdrang allerdings zugleich auch gegen das mächtige Magisterium auf, welches eine starke Kontrolle in der Gesellschaft ausübt und an einer rationalen Erklärung der Welt offenbar kein gesteigertes Interesse hat. Asriel begibt sich auf eine Forschungsreise in den Norden, will Lyra aber nicht mitnehmen. Da taucht plötzlich die geheimnisvolle Marisa Coulter (Ruth Wilson) auf und bietet Lyra an, sie ihrerseits als Teil einer Expedition in den Norden mitzunehmen. Es beginnt eine kosmische Reise, insbesondere als Lyra entdeckt, dass Coulter offenbar Kinder verschwinden lässt ...

    „His Dark Materials“ soll im Herbst 2019 in den USA auf HBO erscheinen. Wann die Serie uns in Deutschland erreicht und ob wie bei „Game Of Thrones“ Sky die Nutzungsrechte halten wird, steht momentan noch nicht fest.

    Hass-Kampagne gegen Staffel 8: "Game Of Thrones"-Star beschuldigt Medien

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    Kommentare
    • Pantalaimon77
      Ebenso wurde früher auch schon Der Goldene Kompass als Der Herr der Ringe-Nachfolger gehandelt, sicher auch, weil es eine New Line-Produktion war. Inhaltlich lassen sich diese Werke aber nicht wirklich miteinander vergleichen.
    • Pantalaimon77
      Die religiösen Eiferer verdammten den Film wie die Bücher als Werkzeug des Teufels, die Fans der Buchtrilogie waren enttäuscht darüber, dass die Vorlage im Film so weichgespült wurde. So konnte die Verfilmung keine Seite richtig zufriedenstellen. Trotzdem möchte ich behaupten, dass die Film-Adaption über einen sehr subtilen antiklerikalen Subtext verfügt, und Kritik an totalitären Systemen findet sich in aller Deutlichkeit.
    • Cirby
      Ich würde auch nie behaupten, es gäbe in Narnia-Büchern keine christlichen Motive oder Parallelen. Aber eins zu eins definitiv nicht. Er erschafft die Welt (Band 1 - nicht unbedeutend, zentraler Punkt des Buches) und er zerstört sie (Band 7) und nicht nur Sünden der Menschen, sondern insbesondere der Tiere (ich sage nur Affe 😉).Ich sage ja auch nicht zu Der Herr der Ringe: was für eine billige Edda-Kopie, trotz zahlreicher Anleihen 🤷‍♂️.
    • greekfreak
      Naja,er opfert sich und steht dann wieder von den Toten auf wahrscheinlich deshalb die ganzen Jehzus-Referenzen,obwohl das hatten schon die alten Ägypter mit Ra.Ansonsten ist Narnia,vor allem die letzten Bücher,vollgestopft mit relig.Symbolik,während His Dark Materials eher in die Atheisten-Richtung geht.In den Büchern kommt am Ende heraus,das der angebliche Gott nur eins dieser Elementarwesen ist,die aus diesem komischen magischen Staub bestehen.Und Gott ist alt und schwach etc. etc. Wenn hier HBO sagt:diese Serie ist kein Angriff auf Religion um nicht ihre ganzen religiösen Abonnenten zu vergraulen,muss ich herzhaft lachen.Einer der Gründe wieso der Kinofilm damals gefloppt ist,trotz Starbesetzung und fetten Effekten,ist das ein Grossteil der Amis doch ziemlich religiös ist und in der Presse war damals die Rede vom Antireligösen Fantasy Film.
    • greekfreak
      Alles was anährnend mit Fantasy zu tun hat= Das nächste GoTAlles was anährnend irgendwas mit Comics zu tun hat= Der blutige/lustige/krasse Avengers
    • Christoph Petersen
      Es geht ja in diesem Fall beim Nachfolger auch eher um die Funktion für den Sender als neues teures, episches Aushängeschild und nicht um inhaltliche Parallelen. Deshalb auch HBOs 'Nachfolger' und nicht einfach nur Nachfolger - es geht halt um die Position im Sender-Portfolio.
    • Christoph Petersen
      Welterschaffung ist ja ein eher unbedeutendest Detail in den Büchern. Der dramaturgische Bogen seiner Geschichte entspricht hingen nahezu eins-zu-eins dem Kreuzgang von Jesus und seinem Opfer für die Sünden der Menschen. Das habe ich mir ja auch nicht ausgedacht, das ist die inzwischen längst gängige Lesart der Bücher (wobei man das natürlich trotzdem gern anders sehen kann).
    • Defence
      Der Vorwurf ist ja nicht gegen Dich persönlich gerichtet, auch wenn ich Dich persönlich angesprochen habe aufgrund des Artikels.Das nichts darauß gelernt ist allgemein gemeint, FS ist ja nicht das einzige Medium, die diese Vergleiche mit GoT bei den unterschiedlichsten Serien zieht, z.T. wirken diese noch abenteuerlicher konstruiert z.b. nicht mal was mit dem Fantasygenre u.ä. zu tun^^Sorry also für dieses Mißverständnis.Edit Die Frage war durchaus ernst, nicht nur rhetorisch gefragt. Kenne das Ausgangsmaterial nur durch die Kompass -Verfilmung.
    • Cirby
      Was hat Aslan mit dem Sohn Gottes zu tun?Er hat Die Welt erschaffen. Wenn schon der Vergleich, dann ist er Gott selbst.Aber Überraschung: auch in anderen Religionen und Mythologien erschaffen Götter eine Welt.
    • Christoph Petersen
      Vorwurf kann man sicherlich grob so machen. Finde ich völlig okay.Aber was heißt nichts daraus gelernt hat? Es ist als Journalist ganz sicher nicht meine vorderste Aufgabe, das Box Office von Filmen anzuheizen -> wenn die Berichterstattung in einem Fall also nicht zu einem Hit für den Verleih / Sender führt, warum sollte ich dann daraus lernen, es beim nächsten Mal anders zu machen?
    • Defence
      Mal an Christoph (als Autor dieses Artikels) die Frage gestellt, inwiefern man HDM als GoT-Nachfolger z.b. thematisch betrachten sollte?Insbesonders Journalisten/Medien/Kritiker machen hier im Grunde das, was man nach den HdR Filmen schon ausgiebig betrachten konnte.Man erklärte damals, wie heute bei GoT ,alles zum potenziellen Nachfolger, ob es nun passte oder nicht, suggerierte irgendeine (meist nicht vorhandene) Verbindung zu diesen Meilensteinen und drückte diesen Produktionen eine Bürde und zwangläufig Vergleiche mit dem Orginal auf, die diese schlicht nicht erfüllen konnten, zum großen Teil auch einfach unfair sind/waren, unabhängig von der Qualität.Folge dessen ist, das viele Produktionen einfach hinter den Erwartungen blieben, auch beim BO und es scheint, als das man immer noch nichts darauß gelernt hat.Aber vlt kann mich der Autor dieses Artikels mal aufklären, wieso dieser Vergleich gerechtfertigt genug wäre?
    • Darklight ..
      Für mich ist es DIE Serie, auf die ich mich am meisten freue!!!(Es sei denn, Daredevil wird unverhofft fortgesetzt...).😋😊Ich habe vollstes Vertrauen in HBO. Gerade weil sie Benioff und Weiss nicht die Kontrolle über GoT entzogen haben, wie viele es gefordert haben. Sie lassen ihren Showrunnern freie Hand. Auch, wenn es dann mal etwas mehr daneben geht.
    • Jimmy v
      Also HBO ist immer noch der Garant für gute Qualität, das muss man einfach sagen, egal, wie man nun GoT zum Schluss fand oder mit anderen Produktionen fremdelt (ich wurde mit Treme nie warm, kann aber verstehen, warum manche Leute das Ding mögen). Deshalb bin ich hier vorsichtig interessiert.Zu C.S. Lewis kann man nur sagen, dass er tatsächlich der größere und interessierte Christ war als Tolkien und die Verarbeitung daher nicht verwundert. Er wäre nicht der erste, der christliche Motive in seinen Stories einbaut (die gibt's übrigens sogar in GoT). Daher muss man darauf jetzt nicht unbedingt so rumreiten, finde ich. Ich fände eine HBO-Produktion zur Bibel auf jeden Fall verdammt interessant, gerade wenn diese sich was trauen und keine Propaganda machen wie die Evangeliken es mit ihren Filmschmieden tun.
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