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    Der Thanos-Erfinder hatte Angst, dass "Avengers 3 + 4" wie "Justice League" werden könnten
    Von Christian Fußy — 20.08.2019 um 11:43
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    Wie die meisten Zuschauer war auch Comicautor Jim Starlin von „Justice League“ und besonders Schurke Steppenwolf nicht sonderlich begeistert. Nach einem Anruf der Russo-Brüder hatte er Angst, dass „Infinity“ seinen Thanos genauso ruinieren könnte.

    Marvel Studios 2018

    Jim Starlin ist wie wohl viele in seiner Branche ein großer Fan des MCU. Also solcher und vor allem als Erfinder von Schurke Thanos hatte er hohe Erwartungen an das Marvel-Mega-Doppel-Event bestehend aus „Avengers 3: Infinity War“ und dem damals noch unbetitelten „Avengers 4: Endgame“. Mit der hohen Erwartungshaltung ging aber auch die Angst einher, die Drehbuchautoren Stephen McFeely und Christopher Markus sowie die Regisseure Joe Russo und Anthony Russo könnten ihren Blockbuster-Doppelschlag in den Sand setzen und seine Kreation Thanos damit für immer fürs Kino ruinieren. Schuld an diesem Zweifeln war offenbar vor allem „Justice League“ von der Konkurrenz Warner Bros. / DC.

    Schlimme Erinnerungen an "Justice League"

    „Justice League“ folgt einem ähnlichen Plot wie „Avengers 3: Infinity War“, weshalb Starlins Furcht womöglich nicht ganz unbegründet war. Bösewicht Steppenwolf erscheint dort auf der Bildfläche und besiegt die Wächter der Mutter-Boxen einen nach dem anderen, um so selbst absolute Macht zu erhalten. Am Ende stellt er sich mit seiner Armee der Justice League. Kein Wunder also, dass Starlin, der die mangelnde Charakterisierung Steppenwolfs als Hauptproblem für das Scheitern des Films sah, Muffensausen bekam, als er einen Anruf von Joe Russo erhielt, der ihm erzählte, dass auch für „Infinity War“ auf eine Hintergrundgeschichte von Thanos verzichtet werden müsse.

    Im Interview mit ComicBook beschreibt Starlin seine Gefühle: „Ich hatte ziemlich großes Vertrauen in [‚Infinity War‘], weil ich ‚Civil War‘ gesehen habe, weil ich gesehen hatte, was Marvel bisher gemacht hat. Aber rund einen Monat bevor ‚Infinity War‘ rauskam, rief mich Joe Russo an und sagte, ‚Tja, wir müssen all diese Sachen über Thanos Hintergrundgeschichte rausschneiden, weil der Film sonst zweieinhalb Stunden lang gewesen wäre und sie wollen nur zwei Stunden‘. Ich hatte den Fehler gemacht, mir eine Woche vorher ‚Justice League‘ angesehen zu haben. Und als er mir das gesagt hat, konnte ich nur denken: ‚Ah, es wird genau wie bei ‚Justice League‘, wenn Thanos auftaucht und …. Oh meine Güte….‘“

    Der Moment, der alle Zweifel vergessen machte

    Da die Laufzeit von „Infinity War“ ungefähr zwei Stunden und 40 Minuten beträgt, könnte es sein, dass Joe Russo Starlin hier nur einen Streich gespielt hat, immerhin gibt es im Film ja einige Szenen, die Thanos' Hintergrund beleuchten. Vielleicht hat der Autor das Gespräch aber auch einfach nur sinngemäß widergegeben. In jedem Fall scheint klar, dass die Geschichte und vor allem die Figur Thanos in anderen Händen zum Desaster hätte werden können. Einen erheblichen Anteil daran hatte auch Schauspieler Josh Brolin, der den Titanen mittels Performance-Capture-Technologie zum Leben erweckte. Starlin kann sich jedenfalls noch genau an den Moment erinnern, in dem ihm klar wurde, dass die Russos Thanos nicht versauen. Ab da an konnte er sich im Kinosessel zurücklehnen und einfach den Film genießen:

    Zwei Minuten nach Beginn des Films. Ich musste noch nicht einmal darauf warten, dass der Hulk verprügelt wurde. Ich habe mir einfach gesagt, ‚Ich bin zufrieden. Es funktioniert. Genieß den Film‘ [Thanos] sah schon von Anfang an sehr cool aus. [Josh Brolin hat] einen unglaublichen Job gemacht, seine Bewegungen und die Kadenz seiner Worte schienen als hätte er meine Gedanken gelesen und die Comics studiert, wie er sich bewegt. Die Bewegungen haben mich ganz besonders beeindruckt.“    

    „Avengers 3: Infinity War“ gibt es bereits fürs Heimkino. Der Nachfolger „Avengers 4: Endgame“ erscheint hingegen am 5. September auf DVD und Blu-ray sowie bereits diese Woche (am 23. August) als Video-on-Demand.

    Das hätte Spider-Man nicht tun sollen! Darum kritisiert eine Comic-Legende "Avengers 4: Endgame"

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    Kommentare
    • Geatrix
      Natürlich war ich auch froh, als er besiegt war. Er war ja schon ziemlicher Psychopath.
    • FilmFan
      Das konnte ich auch. Ich fand Thanos hervorragend als Bösewicht. Seine Beweggründe kann man gut nachvollziehen. Als er Gamora erklärt wie gut es den Kindern auf ihrem Planten seit seinem Gnadenakt ergeht, dachte ich mir auch, wow. Clever inszeniert. Ein Massenmörder wird als nicht böse dargestellt. Er hat seine Sicht auf die Dinge. Dennoch habe ich es gefeiert als er dann endlich in Endgame von den Avengers (zweimal) besiegt wurde. Er war der große erwartete Gegner.
    • FilmFan
      Als Si-Fi-Actionfilm funktioniert JL ganz hervorragend. Außerdem wird der Film von der wunderbaren Gal Gadot getragen. Ich sehe den Film bei weitem nicht so kritisch wie es die meisten tun.
    • FilmFan
      Deine Meinung. Nicht meine.
    • James Solo
      Justice League war für mich...okey. Und auch wenn ich Marvel Fanboy bin muss ich zugestehen, dass kein Marvel Film wirklich für sich genommen als Film (Endgame ist für mich Grandios auch wenn er filmisch sicher nicht super ist) ein Meisterwerk ist. Da hat DC schon Paar mehr zu verzeichnen.
    • Geatrix
      Na ja das ist doch das perfide an einem guten Bösewicht, man kann immer ein wenig gewisse Handlungen nachvollziehen.
    • Cirby
      Ja, also JL hätte wunderbar werden können. Eine der Schwächen ist auch für mich die fehlende Charakterzeichnung von Steppenwolf.
    • HalJordan
      Und genau deshalb habe ich mit dem Inifinty War nach wie vor meine Probleme. Gerade weil ich MEHR Thanos´ Backstory wollte. Offensichtlich fielen einige Szene mit dem Titanen der Schere zum Opfer.
    • FilmFan
      Also ich fand JL klasse. Für DC-Verhältnisse. Aber das MCU mit DC zu vergleichen oder gar Angst zu haben die Russos versauens, unfassbar.
    • FilmFan
      Einem wahnsinnigen die Daumen drücken, auch ne Art. Er war gut in Szene gesetzt. Aber die Daumen habe ich im nicht eine Sekunde gedrückt.
    • Sentenza93
      Infinity War läuft 149 Minuten. 2 Stunden und 29 (!) Minuten.
    • Micro_Cuts
      Snyders JL Version hätte IW locker zerstört. Tia leider werden wir das nie erleben ... Danke WB/Joss Whedon
    • Geatrix
      Für mich persönlich mit Heath Ledgers Joker der beste Bösewicht in einer Comicverfilmung. Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, dass ich Thanos die Daumen gedrückt habe 👿
    • Ichbineingast
      Das ist die Art von News, die normalerweise bei der Free-TV-Premiere gepostet wird
    • WhiteNightFalcon
      Heute wissen wir, zwischen Justice League und Infinity War klaffen Welten.
    Kommentare anzeigen
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