Schnell-Bewerter
Mein FILMSTARTS
    Von "ES" über "Stranger Things" bis "Scary Stories To Tell In The Dark": Darum sind Kids so gute Horror-Helden!
    Von Tobias Mayer — 31.10.2019 um 08:00
    facebook Tweet

    In „Scary Stories To Tell In The Dark”, der heute in den Kinos startet, stoßen einige Kids auf ein verfluchtes Notizbuch. Damit stehen sie ganz in der Tradition anderer Außenseiter-Cliquen aus einigen der ikonischsten Horrorgeschichten überhaupt.

    Entertainment One Germany (eOne)

    Scary Stories To Tell In The Dark” ist verdammt gruselig: In einem Notizbuch aus dem verlassenen Haus am Stadtrand stehen kurze Geschichten, an deren Enden jeweils jemand auf grauenvolle Art verschwindet. Und was noch viel schlimmer ist: Offenbar handelt das Buch nicht von irgendwelchen fiktiven Gestalten, sondern von realen, noch (!) lebendigen Menschen, deren grausame Schicksale auf den mit Blut beschriebenen Seiten vorweggenommen werden.

    Die Schockmomente in „Scary Stories To Tell In The Dark“ von dem oscarprämierten Produzenten Guillermo del Toro („Shape Of Water“) sind erstklassig inszeniert, auch weil sie so wunderbar handgemacht und klassisch, statt einfach nur plump und mechanisch ausfallen!

    Fast noch wichtiger ist aber: Im Zentrum steht eine Gruppe sympathischer Außenseiter, um die wir uns als Zuschauer tatsächlich ehrliche Sorgen machen und denen wir deshalb mit aller Kraft die Daumen drücken! Regisseur André Øvredal hat einfach verstanden, dass man starke Charaktere braucht, damit dann auch die Jump Scares und sonstigen Gruselmomente wirklich zünden.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Scary Stories To Tell In The Dark"

    Sympathische Nerds in "Scary Stories"

    Die jungen Helden aus „Scary Stories To Tell In The Dark”, die in einer fatalen Halloween-Nacht des Jahres 1968 auf das verfluchte Notizbuch stoßen, sind zwar Nerds – haben dabei im Unterschied zu vielen erwachsenen, völlig austauschbaren Horrorfilmopfern aber auch einige einzigartige Charakterzüge: Hauptfigur Stella (eine echte Entdeckung: Zoe Margaret Colletti) etwa lebt nicht nur allein bei ihrem depressiven Vater, sie liebt auch Monsterfilme und schreibt sogar eigene Horrorgeschichten auf ihrer Schreibmaschine.

    Entertainment One Germany (eOne)
    Gerade Zoe Margaret Colletti als Stelle ist eine echte Entdeckung, von dir wir ganz sicher noch viel hören werden.

    Stellas Kumpel Chuck (Austin Zajur) wiederum ist ein lustig-freches Muttersöhnchen, Auggie (Gabriel Rush) total altklug und Ramón Morales (Michael Garza) der Fremde, der von der lokalen Polizei sehr argwöhnisch beobachtet wird. Die Clique ist für sich genommen schon interessant und echt sympathisch: Wir würden den Kids auch so durch ihren Alltag im fantastisch ausgestatteten Mill Valley, Pennsylvania des Jahres 1968 folgen, selbst wenn nichts Gruseliges passieren würde. Und genau das ist häufig der Schlüssel zu einer richtig starken Horrorgeschichte – ähnlich wie beim neuen „ES“-Film oder dem Serien-Hit „Stranger Things“.

    Der Klub der Verlierer in "ES"

    Ja, in der ersten Kino-Adaption eines der berühmtesten Stephen-King-Romane gibt es einen böse grinsenden Clown, den Bill Skarsgård mit teuflischer Freude spielt. Er hat es auf Kinder abgesehen. Das ist von der Idee her schon verstörend und „ES”-Regisseur Andrés Muschietti kostet das auch noch so richtig schön fies aus – vor allem in der Sequenz mit dem kleinen Georgie (Jackson Robert Scott) und seinem Schiff, das ausgerechnet zum Horrorclown in seinem Abflussloch schwimmt.

    Warner Bros.
    Bill und Beverly sieht man nicht auf den ersten Blick an, dass sie es mit einem Horror-Clown aufnehmen können - und gerade das macht ihren Kampf so spannend!

    Wie bei „Scary Stories To Tell In The Dark” stehen bei zumindest beim ersten (und besseren) Teil von „ES“ Kids im Mittelpunkt der Handlung, eine Gruppe Außenseiter, die sich selbst ironisch „Klub der Verlierer“ nennt. Diese Andersartigkeit schweißt Bill (Jaeden Lieberher), Richie (Finn Wolfhard), Beverly (Sophia Lillis) erst so richtig zusammen und das heraufbeschworene Cliquen-Gefühl ist absolut glaubhaft. Wir sympathisieren mit diesen Nerds – und wir fiebern umso mehr mit, wenn sie von einer bösen Macht mit ihren eigenen Ängsten konfrontiert werden.

    Staunend ins Abenteuer von "Stranger Things"

    Steven Spielberg („E.T.“) und Richard Donner („Die Goonies“) ebneten mit ihren Klassikern den Weg nicht nur für die jungen „Stranger Things“- Serienhelden, die ins große, übernatürliche Abenteuer stolpern und dabei wie nebenbei erwachsen werden. Die beliebte Netflix-Mystery-Serie wird vor allem von einer Clique Kids getragen, allen voran von Will (Noah Schnapp), Eleven (Millie Bobby Brown) und Mike (Finn Wolfhard), die im Kaff Hawkins auf Tore in eine andere Dimension stoßen (und die Kreaturen, die aus der anderen Welt in ihre vorstoßen).

    Netflix
    Der Inbegriff der Achtziger-Horrorkids: Die Netflix-Nachwuchsstars aus "Stranger Things"!

    Wir lieben die „Stranger Things“-Kids, weil sie uns anstecken mit ihrer Entdeckungsfreude. Sie sind begeistert, entgeistert und kindlich-naiv. Sicher: Viele Sequenzen aus „Stranger Things“ sind verdammt gruselig und der Synthesizer-Score ist ebenso cool wie mysteriös. Aber die Serie hätte ganz gewiss keine vier Staffeln bekommen, wenn wir die ganze Zeit nur mit dem grummeligen Cop Jim Hopper (David Harbour) und seinen Altersgenossen rumhängen würden.

    „Scary Stories To Tell In The Dark” läuft seit heute in den deutschen Kinos – und speziell Fans von „ES“ und Stranger Things“ sollten den Gruselfilm auf jeden Fall auf dem Plan haben.

    facebook Tweet
    Das könnte dich auch interessieren
    Kommentare
    • Defence
      Ich schäme mich auch nicht dafür, trotzdem ist mir durchaus bewußt, das es viele gibt, die das nicht nachvollziehen können, zumal, wenn man wie ich z.b. schon etwas älter ist (40+)^^Vor ein paar Wochen z.b. mit meiner Nachbarin, über 80 Jahre, Romeros Dawn of the Dead geschaut. In den vielen Jahren, die wir uns kennen und befreundet sind, wurde sie durch mich und unseren regelmäßigen Filmtagen ein kleiner Filmfan, offen für viele Arten und Genres.Sie, die Lebenserfahrungen gemacht hat, die mir z.b. zum Glück erspart blieben, wie den 2ten WK; Flucht und Vertreibung o.die Tatsache, als Kind nach einem Bombenangriff verschüttet worden zu sein, hat da im Zusammenhang mit ihren eigenen erleben und dem Film einige imo interessante Thesen aufgestellt und wir haben noch stundenlang nach dem Film darüber gesprochen und diskutiert, was aber vermutlich so einige als äußerst schräg betrachten würden, uns aber viel Spaß und gewisse Erkenntnisse/Meinungen gebracht haben, die mich ernsthaft beschäftigen.
    • Rolf Peters
      ...klingt makaber, bescheuert u.ä.... ; nein, tut es überhaupt nicht. Solche Was-wäre-wenn Gesprächekurbeln die eigene Imagination enorm an, trainieren ein wenig das um-die-Ecke Denken und haben einenunglaublichen Unterhaltungswert. Sowas haben meine Kumpels und moi früher auch veranstaltet, da zwar mehr mit Schwerpunkt Star Trek aber immerhin. Ichbin da voll und gfanz bei dir ...
    • Defence
      Ich denke, das Kinder so gut funktionieren, liegt auch an ihrer Fähigkeit, zu glauben. Ob Wunder, das Monster im Schrank/unter dem Bett usw, es IST für das Kind real, ebenso der Glaube an die Erwachsenen, die alles lösen können und wenn dann in solchen Geschichten den Kids das Gegenteil bewußt wird, sie ein Stück weit mit der Realität konfrontriert werden bietet das Potenzial für die unterschiedlichsten emotionalen Dinge, die einen als Leser o. Zuschauer fesseln, diese Figuren nahbar machen, man mit ihnen mitfiebert.Führe mit Freunden gerne solche, auf den ersten Blick vlt absurde Diskussionen, wie die Frage, ob z.b. bei einer Zombieepidemie die meisten nicht Opfer ihrer eigenen Rationalität werden würden, weil nicht sein darf, was nicht sein kann - Tode Jagd auf Menschen machen, die Leute, selbst wenn sie es sehen, es nicht fassen und glauben wollen...Oder auch die Frage, wie mit geliebten Menschen umgehen, die selbst zum Zombie werden usw. klingt makaber, bescheuert u.ä. aber wir finden da schon z.t. Ansätze für Diskussionen, die bis ins Philosophische gehen können, auch weil wir trotz aller Rationalität auch immer noch ein bißchen Kind geblieben sind, die glauben können und vor allem wollen^^Nicht umsonst sind viele Horrorfilme auch eine Zustandsbeschreibung und Metapher auf gesellschaftliche und soziale Aspekte, wenn man sich denn drauf einlässt.Stephen King hat in der Fluch mal eine Figur, Ginelli, ein abgebrühter Mafiosi, der mit Kalkül und rational handelt, folgende Worte sagen lassen: Ein Ar*chloch ist jmd, der sieht, aber nicht sehen will. Ginelli ist kein solches, also akzeptiert er die Tatsache eines Fluches gegen seinen Freund und ergreift Gegenmaßnahmen, damit dieser Fluch zurückgenommen wird...und das mit äußerst probaten, ihm bekannten und genutzen Mitteln, die nix übernatürliches haben und trotzdem ihrem Zweck erfüllen können.Fand ich äußerst interessant und beeindruckend.^^
    • Rockatansky
      Kein Thema, klugscheißen macht ja Spaß.
    • FILMSTARTS
      Das stimmt natürlich. Vielen Dank für den Hinweis.
    • Rockatansky
      Beverly aus IT wird nicht von Millie Bobby Brown gespielt, sondern von Sophia Lillis.
    Kommentare anzeigen
    Folge uns auf Facebook
    Die beliebtesten Trailer
    Ghostbusters: Legacy Trailer DF
    Berlin, Berlin Teaser DF
    Wonder Woman 1984 Trailer OV
    The Grudge Trailer OV
    James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben Trailer DF
    Ein verborgenes Leben Trailer DF
    Alle Top-Trailer
    Alle Kino-Nachrichten
    "Mortal Kombat" kommt früher in die Kinos: Wir waren bereits am Set der Videospielverfilmung
    NEWS - In Produktion
    Donnerstag, 12. Dezember 2019
    "Mortal Kombat" kommt früher in die Kinos: Wir waren bereits am Set der Videospielverfilmung
    "Schattenmoor" floppt bei ProSieben: Selbst das junge Publikum bevorzugt ZDF-Dauerbrenner
    NEWS - TV-Tipps
    Donnerstag, 12. Dezember 2019
    "Schattenmoor" floppt bei ProSieben: Selbst das junge Publikum bevorzugt ZDF-Dauerbrenner
    Die neuesten Kino-Nachrichten
    Neustarts der Woche
    ab 12.12.2019
    Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers
    Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers
    Von J.J. Abrams
    Mit Daisy Ridley, Adam Driver, Oscar Isaac
    Trailer
    Jumanji 2: The Next Level
    Jumanji 2: The Next Level
    Von Jake Kasdan
    Mit Dwayne Johnson, Jack Black, Kevin Hart
    Trailer
    Black Christmas
    Black Christmas
    Von Sophia Takal
    Mit Imogen Poots, Aleyse Shannon, Lily Donoghue
    Trailer
    Der kleine Rabe Socke - Suche nach dem verlorenen Schatz
    Der kleine Rabe Socke - Suche nach dem verlorenen Schatz
    Von Verena Fels, Sandor Jesse
    Trailer
    Motherless Brooklyn
    Motherless Brooklyn
    Von Edward Norton
    Mit Edward Norton, Gugu Mbatha-Raw, Alec Baldwin
    Trailer
    Wild Rose
    Wild Rose
    Von Tom Harper (III)
    Mit Jessie Buckley, Julie Walters, Sophie Okonedo
    Trailer
    Filme veröffentlicht in der Woche
    Back to Top