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    "Barry Seal" mit Tom Cruise: So anders war die wahre Geschichte
    Von Daniel Fabian — 03.10.2020 um 15:00
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    Regisseur Doug Liman wollte mit „Barry Seal“ kein klassisches Biopic drehen – und hat sich für seinen Film deswegen auch nur an bestimmte Tatsachen gehalten. Vieles hat sich ganz anders zugetragen.

    Universal Pictures

    In „Barry Seal“ spielt Superstar Tom Cruise den titelgebenden Piloten, der in den Achtzigern als Schmuggler von Drogen und Waffen das große Geld machte – bis die CIA auf ihn aufmerksam wurde und ihn schließlich für ihre eigenen Zwecke nutzte. Ein paar verdeckte Operationen später steckt der Familienvater in einem verstrickten Netz aus Machenschaften zwischen Geheimdiensten, Guerillakämpfern und dem legendären Medellin-Kartell um Pablo Escobar.

    Nur weil zu Beginn des Films „Basierend auf einer wahren Geschichte“ eingeblendet wird, heißt das aber noch lange nicht, dass sich alles auch wirklich so zugetragen hat. Regisseur Doug Liman („Edge Of Tomorrow“) nahm sich bei seiner Verfilmung der auch in echt verrückten Schmuggler-Story gewisse Freiheiten...

    Barry Seal hat nie für die CIA gearbeitet

    Im Film wird Monty Schafer (Domhnall Gleeson) von der CIA auf Barry Seal aufmerksam, 1978. Seal flog damals noch für die Fluglinie TWA. Im Auftrag von Schafer überschreitet Seal im Film dann auch noch für die Regierung die Grenzen des Gesetzes.

    Tatsächlich basiert Gleesons Figur aber auf keiner realen Person, sondern wurde frei erfunden. Außerdem sagte Barry Seal vor Gericht aus, nie für die CIA gearbeitet zu haben. Beweise für deren illegale Aktivitäten wurden ebenfalls nie erbracht.

     

    Seal traf Pablo Escobar erst viel später – als Informant

    Im Film trifft Barry gleich zu Beginn seiner Schmuggler-Karriere auf Pablo Escobar und die berüchtigten Ochoa-Brüder, die später als Köpfe des Medellin-Kartells in die Geschichte eingehen sollten. Sie schenken ihm nicht nur das Vertrauen, ihre Lieferungen zu erledigen, sondern verbringen auch Zeit mit ihm.

    Tatsächlich traf Seal Escobar und Co. jedoch erst 1984, als er nach seiner Verhaftung als Informant für die US-amerikanische Drogenbehörde DEA arbeitete.

    Seal arbeitete sich hoch – von Marihuana zu Kokain

    Barry Seals Ehefrau Deborah, auf der Sarah Wrights Figur Lucy im Film lose basiert, bestätigte außerdem, dass ihr Mann bereits 1975 ins Schmuggelgeschäft einstieg und zunächst Marihuana transportiert haben soll, bevor er Kokainlieferungen übernahm.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu „Barry Seal“

    Die DEA-Akte untermauert ihre Aussagen. Demnach soll Seal zumindest schon 1976 Marihuana geschmuggelt haben, bevor er 1978 zum Kokaintransporteur aufstieg.

    Keine Bruchlandung, kein Sex im Flugzeug

    Außerdem unterscheiden sich auch einige andere Details von der Wahrheit, weswegen Regisseur Liman seinen Film auch nicht als klassisches Biopic sieht, sondern als Krimi-Thriller, der von Barry Seals Geschichte inspiriert ist.

    So soll der echte Barry Seal etwa 140 Kilo gewogen haben und hatte außerdem noch zwei weitere Kinder, die in „Barry Seal“ keinerlei Erwähnung finden. Die eine oder andere spektakuläre Szene aus dem Film hat sich zudem gar nie so (und auch nicht so ähnlich) zugetragen.

    Um der DEA zu entkommen, legt der Schmuggler im Film mitten in einem Vorort beispielsweise eine Bruchlandung hin und versucht schließlich – von oben bis unten voll mit Koks – zu fliehen. Diese Sequenz ist ebenso frei erfunden wie die Liebesszene im Flugzeug zwischen Cruise und Wright.

    So viel Geld hat Barry Seal gemacht

    Zu seinen besten Zeiten verdiente Barry Seal tatsächlich bis zu 500.000 Dollar pro Lieferung. Insgesamt soll er mit seinen krummen Geschäften bis 1983 über 60 Millionen Dollar verdient haben.

    Tom Cruise, der in allen Flugszenen übrigens selbst am Steuer saß, dürfte mit der Verfilmung von Barry Seals Geschichte nicht ganz so viel (aber immer noch genug) verdient haben. Der 50 Millionen Dollar teure Film spielte weltweit 134,8 Millionen Dollar ein.

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    ProSieben zeigt „Barry Seal“ am heutigen 3. Oktober um 20.15 Uhr.

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