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Benjamin Geza Affleck (bekannt als Ben Affleck)
Geboren am 15. August 1972
Ben Affleck hat seit seinem Durchbruch 1998 mit dem Oscar-Sieg für das Original-Drehbuch zu „Good Will Hunting“, dem Herzensprojekt der Freunde und Co-Autoren Affleck und Matt Damon, schon mehr Höhen und Tiefen durchlebt als so manch anderer Hollywood-Veteran in seinem Alter. Der 1,89 Meter große, gebürtige Kalifornier mit dem knabenhaften Gesicht und dem spöttischen Lächeln startete seine Karriere zu Beginn der 90er als Schauspieler beim amerikanischen Independent-Film und stieg Ende des Jahrzehnts zum Leading Man kostspieliger Hollywood-Blockbuster auf. Nach mehreren kommerziellen Misserfolgen, sieben Nominierungen für die Goldene Himbeere und zwei Preisen für die schlechteste Schauspielleistung gab der unterschätzte Darsteller seiner stagnierenden Filmkarriere neuen Aufschwung als Produzent, Regisseur und Drehbuchautor in Personalunion.
Von den Hinterhöfen Bostons in den Vorhof der Traumfabrik
Benjamin Géza Affleck-Boldt wurde am 15. August 1972 als Sohn eines Sozialarbeiters und einer Lehrerin geboren und wuchs in Massachusetts auf, wohin seine irisch-schottischen Eltern zogen, als er noch ein Kind war. Der episkopalisch erzogene Affleck wurde 1984 zum Scheidungskind – ein Schicksal, das er mit seinem entfernten Cousin Matt Damon teilt, in dessen Nähe er in Cambridge wohnte. Über ihre gemeinsame Begeisterung für Sport und Schauspielerei freundeten sich Affleck und der zwei Jahre ältere Damon an und besuchten zusammen die High School. Beide versuchten sich zunächst an einer College-Ausbildung, die sie aber für den verlockenderen Ruf von Hollywood abbrachen. In Los Angeles teilte sich Affleck eine Wohnung mit Damon und seinem jüngeren Bruder Casey, während sich alle drei um Rollen in Filmproduktionen bewarben. Doch für Affleck gab es zuerst nur Komparsen- und kleine Nebenrollen in Filmen wie „Feld der Träume“ mit Kevin Costner und „Der Außenseiter“ mit Brendan Fraser in den jeweiligen Hauptrollen. Anders als das Energiebündel Damon blieb Affleck, der schon im Kindesalter zusammen mit Casey als Kleindarsteller in Fernsehfilmen und Werbespots zu sehen war, weiterhin im Hintergrund.
Vom Independent-Film zum Hollywood-Kino
Während sich Damon neben Hollywood-Stars wie Denzel Washington und Meg Ryan als Nachwuchstalent profilierte („Mut zur Wahrheit“), begann Ben Affleck immer größere Nebenrollen zu spielen, meist als arroganter Schlägertyp in Independent-Filmen. Auf einen fulminanten Auftritt in Richard Linklaters 70er-Jahre-Highschool-Komödie „Dazed and Confused“ als Schulhoftyrann folgte Afflecks erste Rolle in einem Kevin-Smith-Film als kinnbärtiger Liebesrivale des Helden in „Mallrats“. Aufgrund seiner engen Freundschaft zum Autorenfilmer Smith ergatterte Affleck weiterhin kleinere und größere Rollen in dessen Filmen – darunter auch in der kontrovers diskutierten Hetero-Lesben-Romanze „Chasing Amy“, in der Affleck erstmals sein ganzes schauspielerisches Talent unter Beweis stellen durfte. Smith half auch dabei, das von Affleck und Damon verfasste Drehbuch zu „Good Will Hunting“ an die damaligen Miramax-Bosse Harvey und Bob Weinstein weiterzuleiten. Inszeniert von der Independent-Ikone Gus Van Sant und hochkarätig besetzt mit Robin Williams, Stellan Skarsgard und Minnie Driver, feierte das Duo mit seinem bewegenden Coming-of-Age-Drama einen kommerziellen und künstlerischen Triumph.
Ein Leading Man auf dem Trockenen
Mit dem Oscar-Gewinn öffneten sich für die Drehbuchautoren Damon und Ben Affleck, die in „Good Will Hunting“ auch tragende Rollen als rüpelhafte, aber sensible Bostoner Delinquenten spielen, die bislang versperrten Casting-Türen Hollywoods wie von selbst. Während sich Damon an herausfordernden Rollen in Filmen renommierter Regisseure wie Steven Spielberg („Der Soldat James Ryan“) und Anthony Minghella („Der talentierte Mr. Ripley“) orientierte, zog es Affleck mal zum Bombast, mal zur Leichtigkeit des Blockbuster-Kinos. Für seine Hauptrollen in Michael Bays kassenträchtigen aber von der Kritik verrissenen Actionspektakeln „Armageddon - Das jüngste Gericht“ und „Pearl Harbor“ musste Affleck ordentlich Presse-Prügel einstecken. Zum Leading Man fehle es ihm am nötigen Charisma und an einer starken Leinwandpräsenz – als Beleg zog man auch die romantische Komödie „Auf die stürmische Art“ heran. Dabei wechselte Affleck regelmäßig in anspruchsvollere Rollen in Independent-Romanzen wie „Shakespeare in Love“ oder „Bounce - Eine Chance für die Liebe“, beide neben Gwyneth Paltrow.
Fortschritte und Rückfälle
Obwohl Ben Affleck als Teil des Schauspieler-Ensembles der aberwitzigen Kevin-Smith-Religionssatire „Dogma“ und des packenden Finanzdramas „Ri$iko - Der schnellste Weg zum Reichtum“ zwei seiner besten Vorstellungen lieferte, nagte die Kritik an ihm. 2001 unterzog er sich einer Entziehungskur gegen seine Alkoholsucht und wurde von dem damals trockenen Charlie Sheen in die Klinik gefahren. Afflecks Comeback konnte überzeugen: Mit dem Zuspruch von Alec Baldwin und seinem Vorbild Harrison Ford, die die Rolle des CIA-Agenten Jack Ryan zuvor ausgefüllt hatten, akzeptierte Affleck die Hauptrolle in der Tom-Clancy-Verfilmung „Der Anschlag“. Dort bestand er neben Morgan Freeman ebenso wie als korrupter Anwalt neben Samuel L. Jackson im urbanen Thriller „Spurwechsel“. Doch 2003 sollte zum Horrorjahr für den fleißigen Mimen werden. Die Marvel-Comic-Adaption „Daredevil“, in der Affleck die Titelrolle des blinden Superhelden spielte, und John Woos Sci-Fi-Actionfilm „Paycheck“ waren zwar keine Kassenflops, sehr wohl aber künstlerische Enttäuschungen. In diesem Jahr traf Affleck auch auf Jennifer Lopez.
„Bennifer“ und „Superman“
Für seine Rollen in „Daredevil“, „Paycheck“ und vor allem für „Liebe mit Risiko“, einer Gaunerkomödie, in der er als trotteliger Kidnapper mit einer lesbischen Konkurrentin (Jennifer Lopez) anbandelt, erhielt Ben Affleck eine Goldene Himbeere als schlechtester Schauspieler des Jahres und zusammen mit Lopez auch einen Preis für das schlechteste Filmpaar. Die Abneigung, die ihm in der Zeit entgegenschlug und die auch seine folgenden Familienkomödien „Surviving Christmas“ mit James Gandolfini und Kevin Smiths „Jersey Girl“ bei Kritik und Publikum floppen ließ, war seiner öffentlichkeitswirksamen Beziehung zur Schauspiel- und Gesangsdiva Lopez geschuldet – in der Presse nannte man das Paar verkürzt „Bennifer“. Als die geplante Hochzeit der beiden an der enormen Medienaufmerksamkeit zerbrach, leckte Affleck erst einmal seine Wunden und kehrte 2006 in einer preisgekrönten Nebenrolle im starbesetzten Noir-Biopic „Die Hollywood-Verschwörung“ als der auf mysteriöse Weise verstorbener Superman-Darsteller George Reeves zurück. Mit der Coppa Volpi, dem Schauspielpreis des Filmfestivals in Venedig, in der Tasche war Affleck nun bereit, sich einer weiteren Herausforderung zu stellen.
Zurück auf die Straßen von Boston
Abgesehen von einigen Nebenrollen – vom heiratsunwilligen Freund von Jennifer Aniston in der starbesetzten Romantikkomödie „Er steht einfach nicht auf Dich!“ über den bedrängten Abgeordneten im Russell-Crowe-Politthriller „State of Play - Stand der Dinge“ bis zum zotteligen Barkeeper in der Komödie „Ausgequetscht“ mit Jason Bateman und Mila Kunis – konnte Ben Affleck gegen Ende der 2000er vor allem durch seine Regie-Arbeiten beeindrucken. Für die zwei in seiner Heimatstadt Boston gedrehten Kriminalfilme „Gone Baby gone - Kein Kinderspiel“, der atmosphärisch dichten Dennis-Lehane-Adaption über eine mysteriöse Kindesentführung, in der sein Bruder Casey, Morgan Freeman, Ed Harris, Michelle Monaghan und die Oscar-nominierte Amy Ryan glänzten, und „The Town - Stadt ohne Gnade“ gab es lautes Lob. Vor allem der zweite Film, in dem Affleck auch neben Blake Lively, Jon Hamm und dem Oscar-nominierten Jeremy Renner die Hauptrolle eines Bankräubers spielt, der sich in eine Geisel (Rebecca Hall) verliebt, fand nicht nur Zuspruch bei den Kritikern, sondern wuchs auch zum echten Kassenschlager heran. Damit galt Affleck, der auch am Drehbuch zum Film mitschrieb, als rehabilitiert.
Weitere Herausforderungen
2011 kehrt Ben Affleck als Teil des hochkarätigen Schauspieler-Ensembles von John Wells’ Spielfilmdebüt „Company Men“ auf die Leinwand zurück. An der Seite von Kevin Costner, Tommy Lee Jones, Maria Bello und Chris Cooper spielte er darin einen Mann, der mit seiner unerwarteten Arbeitslosigkeit zurechtkommen muss. Abgedreht ist seine Rolle in einem noch unbetitelten Beziehungsdrama des Ausnahmeregisseurs Terrence Malick, in dem er sich neben Talenten wie Javier Bardem, Rachel McAdams, Rachel Weisz und Olga Kurylenko bewähren muss. Angekündigt ist zudem noch seine dritte Regiearbeit „Argo“, ein CIA-Agententhriller, den er für den Produzenten George Clooney dreht. Gerüchten zufolge soll der Regisseur Affleck danach ins Blockbuster-Geschäft einsteigen und eine Adaption des Stephen-King-Klassikers „The Stand“ inszenieren.
Ben Affleck hatte mehrere medienträchtige Romanzen mit seinen Co-Darstellerinnen, unter anderem mit Gwyneth Paltrow während des Drehs zu „Shakespeare in Love“ und mit Jennifer Lopez bei den Dreharbeiten von „Liebe mit Risiko“ und „Jersey Girl“. Nach der Trennung von Lopez ging er eine Beziehung mit Jennifer Garner ein, die er auf dem Set von „Daredevil“ kennen lernte. Sie sind seit 2005 verheiratet und leben mit ihren zwei Töchtern in Pacific Palisades.
Demnächst im Kino in: Argo
Regie: Ben Affleck - Veröffentlicht in 2010
Rolle: Doug McRay
Drehbuchautor, Regisseur, Schauspieler
"Argo": Erster Trailer zum CIA-Thriller von und mit Ben Affleck
Hinzugefügt von Filmstarts am 8. Mai 2012
Hinzugefügt von Filmstarts am 8. Mai 2012
Justin Timberlake und Ben Affleck im Zocker-Drama "Runner Runner"
Hinzugefügt von Filmstarts am 16. April 2012
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